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Abbruch braucht noch mehr Zeit

Sanierung Abbruch braucht noch mehr Zeit

Wie bei großen Umbauprojekten immer wieder zu erwarten, hat es auch beim Stadtallendorfer Hallenbad nach Beginn der Abbrucharbeiten die ein oder andere Überraschung gegeben.

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Das frühere Schwimmerbecken steht inzwischen fast komplett im Freien. Fotos: Michael Rinde

Stadtallendorf. „Mir kann doch keiner erzählen, dass sich da kein Neubau gelohnt hätte“, sagten Passanten beim Anblick der „Reste“ des Stadtallendorfer Hallenbades in den vergangenen Wochen immer wieder. Und der Abriss geht noch weiter. Auch Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) und seine Mitarbeiter in der Verwaltung kennen diese Frage. „Man sieht aber eigentlich nur die Hälfte von dem, was vom Bad bleibt“, sagt Julia Werner, Projektleiterin bei der Stadtverwaltung. Der verbliebene Wert des Hallenbades liege im Untergrund, sprich im Kellergeschoss, bei den Becken, an denen sich nichts ändert und Teilen der Betonkonstruktion, die stehenbleiben wird. Somogyi beziffert den Restwert des Hallenbades nach den Abrissarbeiten auf immerhin noch 1,5 Millionen Euro. Ein Neubau war in der Vergangenheit mit Kosten von 14 Millionen Euro beziffert worden, die Sanierung soll nach den bisherigen Kalkulationen nur 8,6 Millionen Euro kosten.

Eines steht fest: Die Abrissarbeiten haben sich verzögert. Wie lange die Bürger in der Umgebung der Hallenbad-Baustelle genau noch mit dem permanenten Gehämmer der Pressluftbohrer leben müssen, ist noch nicht genau absehbar. Genau festlegen lassen will sich die Verwaltung noch nicht. Es könne sich um einen Zeitraum von einigen Wochen handeln, so die Aussage von Somogyi. Ist damit bereits der angestrebte Termin für die Neueröffnung des Bades im Januar 2016 vom Tisch? Julia Werner weist das von sich. „Wie es um den Neueröffnungstermin steht, lässt sich verlässlich wohl erst Mitte nächsten Jahres voraussagen“, sagt Werner. So gebe es noch Zeitreserven, außerdem liefen einige künftige Arbeiten auch parallel zueinander.

Decken teilweiseerheblich dicker

Dass es zu den Bauverzögerungen gekommen ist, hat mehrere Ursachen: So stellte sich erst nach dem Abbruch heraus, dass zum Beispiel die Deckenkonstruktion unter den ehemaligen Umkleiden deutlich dicker war als erwartet. Teilweise stießen die Arbeiter auf bis zu vier zusätzliche Materialschichten. Ein Teil der Decke muss herausgebrochen werden, er entspricht nicht mehr den aktuellen Brandschutzauflagen. Das war auch so einkalkuliert.

Eine weitere Überraschung, auch bei Sanierungsprojekten dieser Dimension nicht so ganz unerwartet: Mehrere Versorgungsleitungen im Boden neben dem Bad liegen nicht dort, wo sie laut den Plänen aus den 1970er eigentlich hätten liegen sollen. Das betrifft sowohl Wasser- als auch Stromleitungen. „Ein kompletter Abriss ist immer einfacher als das, was wir hier vornehmen müssen“, unterstreicht Bauexpertin Julia Werner im Gespräch mit der OP.

Angesichts dieser Überraschungen zu Beginn des Bauprojekts drängt sich zwangsläufig die Frage nach den Kosten auf. Bürgermeister Somogyi räumt ein, dass „es kleinere Verschiebungen“ geben wird. Doch neue Zahlen will er noch nicht nennen, zumal in der nächsten Woche zuerst die politischen Gremien wie etwa die Betriebskommission ins Bild gesetzt werden sollen.

Auf ein Ergebnis warten Planungsbüro wie auch Verwaltung auch noch: das der Betonanalyse der Becken. Erst danach lässt sich sagen, ob dort noch saniert werden muss. Dass ein Teil der Stützen- und übrigbleibenden Deckenkonstruktion saniert werden muss, war seit den Baugrunduntersuchungen schon klar.

von Michael Rinde

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