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Ab sofort wird gekauft und bereinigt

Autobahn 49 Ab sofort wird gekauft und bereinigt

Der Bau der A-49-Trasse zwischen Stadtallendorf und Gemünden (Felda) macht eine Neuordnung der Grundflächen unausweichlich. Dafür läuft jetzt das Flurbereinigungsverfahren an.

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Das vom Amt für Bodenmanagement bereitgestellte Foto zeigt den Bau einer Anschlussstelle bei Schwalmstadt. Privatfoto

Stadtallendorf. Exakt 17,45 Kilometer ist der geplante südlichste A-49-Abschnitt. Rund 640 Hektar Grundfläche sind nötig, damit aus den Planungen Realität werden kann. Der Kauf der Flächen hat begonnen. Verantwortlich zeichnet das Amt für Bodenmanagement in Fulda. Gleichzeitig verursacht ein solcher Streckenbau massive Eingriffe in Grundstücksstrukturen, Wege, Felder, Gewässer. Eine Neuordnung ist nach dem Trassenbau unvermeidlich, was über das Flurbereinigungsverfahren geschehen soll.

Eine wichtige Formalie ist vor wenigen Tagen erfolgt, das Verfahren ist formell von der oberen Flurbereinigungsbehörde eingeleitet worden. Die Vorbereitungen dafür laufen jedoch schon mehrere Jahre, wie Timo Karl, Fachbereichsleiter der Fuldaer Behörde im Gespräch mit der OP erläutert. 13 Gemarkungen sind von der Flurbereinigung berührt, darunter Stadtallendorf, Niederklein, Amöneburg, Mardorf oder beispielsweise Homberg (Ohm), Dannenrod oder Appenrod im Nachbarkreis.

Grundstückskauf, Bau und Flurbereinigung verlaufen weitgehend parallel. „Wobei sich die heiße Phase der Flurbereinigung unmittelbar an den Straßenbau anschließt“, sagt Timo Karl. Durch die Flurbereinigung sollen am Ende des gesamten Verfahrens wieder Flächen entstehen, die auch sinnvoll nutzbar sind. Besonders wichtig ist dies bekanntlich für Landwirte. In dem Verfahren geht es um rund 207 Hektar landwirtschaftliche Nutzflächen. Ein erheblicher Teil der Trasse verläuft durch den Standortübungsplatz der Bundeswehr.

Einen Termin für den Baustart dieses A-49-Abschnitts gibt es noch nicht, derzeit wird zunächst noch geprüft, ob dieser Teil der Autobahn über eine öffentlich-private Partnerschaft wirtschaftlich finanzierbar sein kann oder eine rein staatliche Finanzierung doch die günstigerer Variante wäre (die OP berichtete). Unabhängig von dieser zentralen Frage der Finanzierungsweise: In diesem Jahr soll laut dem Amt für Bodenmanagement in Fulda in jedem Falle mit ersten Ausgleichsmaßnahmen für den geplanten Straßenbau begonnen werden.

Mehrere Ausgleichsprojekte noch in diesem Jahr geplant

Es gehe um Projekte an der Joßklein in Niederklein und im Raum Amöneburg, wird Timo Karl konkreter. Für den ökologischen Ausgleich des Großbauprojekts A49 braucht es ebenfalls Flächen, auch die werden zwangsläufig Teil der Flurbereinigung werden.

Bei diesem Verfahren hat es die Fuldaer Behörde mit 640 Ordnungsnummern zu tun. Hinter dem Begriff stehen Eigentümer von Grundstücken: Einzeleigentümer, Ehepaare oder Erbengemeinschaften. Wie viele Menschen insgesamt in das Flurbereinigungsverfahren einbezogen sind, vermag der Fachbereichsleiter nicht zu sagen. Zwei Zahlen verdeutlichen noch einmal die Dimension des Projekts: Es geht etwa 7300 Flurstücke in den 13 Gemarkungen und 2533 Hektar Fläche.

Im nächsten Schritt geht es jetzt darum, die Flächen für den Trassenbau bereitzustellen. Eigentümer und Bewirtschafter von benötigten Grundstücken bekommen Post und werden um Überlassung der Flächen gebeten. Wenn der Eigentümer verkaufsbereit ist, passiert das im Flurbereinigungsverfahren über eine Landverzichtserklärung. Der Eigentümer erhält eine Zahlung in Höhe des ermittelten Verkehrswerts.

Zwar deutet alles darauf hin, dass die Autobahn 49 inklusive ihres südlichsten Abschnitts Realität wird. Doch was geschieht mit dem Flurbereinigungsverfahren einschließlich der Flächenkäufe, falls es aus welchen Gründen auch immer doch nicht so kommt? „Dann wäre alles rückabwickelbar, dafür gibt es eigene Prozeduren“, sagt Timo Karl.

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