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Ab Montag wird asphaltiert

Ortsdurchfahrt Mitte Dezember frei Ab Montag wird asphaltiert

Kommt auf den letzten Metern nichts mehr dazwischen, kann die Ernsthäuser Ortsdurchfahrt, die den Status einer Landesstraße besitzt, Mitte Dezember für den Durchgangsverkehr freigegeben werden.

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Der Asphalt kann kommen. Alle Vorarbeiten für den Einsatz der Teermaschine sind erledigt. Fotos: Matthias Mayer

Ernsthausen. Das sagte Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) gestern am Rande der wöchentlichen Baubesprechung gegenüber dieser Zeitung. Auf der Baustelle sind inzwischen alle Randsteine gesetzt, die Bürgersteige zum großen Teil fertiggestellt. Am Montag beginnen die Asphaltierungsarbeiten mit dem Auftragen der Tragschicht. Anschließend folgt die Bindeschicht. Die Feinschicht soll zum Abschluss laut Bauzeitenplan am 7. Dezember aufgetragen werden. „Dann sind noch einige Restarbeiten zu erledigen, so dass die Straße um den 15. Dezember freigegeben werden kann.“

Ganz abgeschlossen ist das Großprojekt dann noch immer nicht. Wie diese Zeitung berichtete, wird Hessen Mobil auf der Landesstraße zwischen dem Kreisel bei Halsdorf und Kirchhain in Richtung Kirchhain die lange ersehnte Linksabbiegespur nach Ernsthausen bauen, nachdem sich dort schwere Unfälle ereignet haben. Dazu muss die Straße an dieser Stelle verbreitert werden.

Die Stadt Rauschenberg will diese Gelegenheit nutzen, um für Fußgänger und Radfahrer einen sicheren Zugang zum Wohratal und zu der zu Ernsthausen gehörenden Wambach-Siedlung zu schaffen, wie Emmerich berichtete. Mit Hessen Mobil sei der Einbau einer Querungshilfe auf der vielbefahrenen Landesstraße vereinbart worden. Diese solle am Ende der Linksabbiegespur platziert werden.

Ein sicherer Fußwegins Wohratal

Der vom Bürgermeister skizzierte sichere Weg beginnt auf dem neu erbauten Bürgersteig zwischen der Brücke über den Hatzbach und der Einmündung der Straße Im Tal in die Ortsdurchfahrt. Dieser Bürgersteig wurde gegenüber den ursprünglichen Plänen um 30 Meter in Richtung der Siedlung Im Tal verlängert, damit Passanten nicht die Landesstraße betreten müssen. Gegenüber dem Bürgersteig-Ende wird ein Fuß- und Radweg gebaut, der in Höhe der Querungshilfe auf die Landesstraße Kirchhain - Halsdorf einmünden soll. Die Stadt trage die Materialkosten, die Dorfgemeinschaft baue den Weg, sagte Michael Emmerich unter Bezug auf eine entsprechende Vereinbarung mit dem Ortsbeirat. Die Arbeiten seien für das kommende Jahr vorgesehen, da der Standpunkt für die Querungshilfe noch nicht exakt feststehe.

„Wer hier ins Wohratal wollte, stand mitten auf der Kreuzung zweier Landesstraßen“, verdeutlichte Konrad Krauße die Gefahrensituation zu der Zeit, als es hier noch nicht einmal einen Bürgersteig an der Landesstraße gab. Der Ernsthäuser nahm für den Ortsbeirat an der Baubesprechung teil. Die Stimmung im Dorf sei auch nach eineinhalb Jahren Baustelle noch ganz gut, selbst wenn es gelegentlich Interessenskonflikte gegeben habe. Diese seien bisher immer ausgeräumt worden, wobei die wöchentlichen Baubesprechungen hilfreich gewesen seien. Jedermann habe dort seine Anliegen vortragen können, sagte Konrad Krauße der OP.

Mit dem Ergebnis der fertigen Arbeiten - das Teilstück zwischen der Engstelle „Schlauch“ und dem Ortsausgang Richtung Wolferode wurde schon Ende 2015 fertiggestellt - seien die Bürger zufrieden. Es bestehe aber die Befürchtung im Ort, dass auf der nun breiteren und völlig ebenen Fahrbahn zu schnell gefahren werde, sagte Krauße.

Verkehrsverstöße hat das Ortsbeiratsmitglied während der Bauphase immer wieder mal ausgemacht. Trotz Durchfahrtsverbot und eindeutiger Umleitung werde immer wieder durchgefahren. Das gelte vereinzelt sogar für den Schwerverkehr, berichtete Konrad Krauße. Eine aberwitzige Vorstellung angesichts der engen und hakeligen Gässchen, die als Schleichweg genutzt werden. Und so erzählt das Ortsbeiratsmitglied dann auch, dass die meisten Brummi-Fahrer ihre 40-Tonner an der Bushaltestelle am Feuerwehrhaus unverrichteter Dinge wendeten.

Geschwindigkeitsmessungenauf der neuen Straße

Der Bürgermeister kündigte unterdessen mobile Geschwindigkeitsmessungen auf der Ortsdurchfahrt nach der Verkehrsfreigabe an. Vor einigen Jahren hatten Probemessungen in Ernsthausen ergeben, dass dort entgegen dem subjektiven Empfinden der Anwohner nicht zu schnell gefahren werde. Damals präsentierte sich die Landesstraße allerdings noch als Rumpelpiste, die sich an ihren Rändern in Auflösung befand.

Die Absicht von Hessen Mobil, die Landesstraße grundhaft zu sanieren, erwies sich als Keimzelle für die komplexe Großbaustelle mit drei Bauherren, vier Zielen und vier Finanziers. Der Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke (ZMA) beschloss, vor der Straßensanierung den Kanal in Ernsthausen zu erneuern. Die Stadt Rauschenberg nutzte die Gunst der Stunde - die offene Straße -, ihr Wasserleitungsnetz zu erneuern. Hessen Mobil plante den normgerechten Ausbau der Landesstraße, und die Stadt Rauschenberg hängte sich an das Straßenbauprojekt an, indem sie die bislang großflächig fehlenden Bürgersteige entlang der Landesstraße baute. Der ZMA bezahlt den Kanal, das Land Hessen den reinen Straßenbau, den Bau der Wasserleitungen bezahlt die Stadt, die sich die Kosten für die Bürgersteige mit den Anwohnern teilt.

Bei dieser Ausgangslage war klar, dass das Projekt nicht in einem Kalenderjahr zu stemmen sein würde. Deshalb wurde das Vorhaben in zwei Bauabschnitte unterteilt, die ab Mitte 2015 verwirklicht wurden.

von Matthias Mayer

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