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Ab 1. April steht die Zentrale leer

Ärztlicher Bereitschaftsdienst Ab 1. April steht die Zentrale leer

Der Termin für die Zentralisierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes rückt näher. Ab April müssen Kranke in die Zentrale in Marburg-Wehrda oder erhalten einen Hausbesuch vom Doktor.

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Die ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale in der Straße Am Scheidfeld ist nur noch bis zum 31. März in Betrieb. Der Mietvertrag der Kassenärztlichen Vereinigung läuft bis 2020. Archivfoto: Rinde

Stadtallendorf. Am 1. April ist Schluss mit den eigenständigen Bereitschaftsdienstzentralen in Stadtallendorf und im Hinterland (die OP berichtete mehrfach). Dann müssen sich alle Kranken, die nach den Sprechstunden ihrer Ärzte Hilfe benötigen, an die Zentrale in Marburg-Wehrda wenden. In Stadtallendorf endet damit eine mehr als zwei Jahrzehnte währende Zeit mit eigener Bereitschaftsdienstzentrale

Kurz vor dem Jahreswechsel habe die Kassenärztliche Vereinigung die Räume bei der Stadt gekündigt, erläutert Bürgermeister Christian Somogyi auf Anfrage der OP. Doch er stellte gestern auch klar, dass die Stadt auf der vollständigen Erfüllung des Mietvertrages bestehen wird. Der läuft noch bis Mitte 2020, wurde einst von Somogyis Vorgänger Manfred Vollmer für die Dauer von zehn Jahren mit der KV vereinbart. „Wir sehen keinen zwingenden Grund für eine außerordentliche Kündigung und haben das auch der Kassenärztlichen Vereinigung so mitgeteilt“, sagt Somogyi. KV-Sprecherin Petra Bendrich teilte der OP mit, dass man sich in Abstimmungsgesprächen mit der Stadt wegen der Räume befinde. Erst 2010, nach dem Hessentag, war das Gebäude von der Stadt eingeweiht worden. Ein wesentlicher Grund für den Bau war der Wunsch, die Bereitschaftsdienstzentrale langfristig an Stadtallendorf zu binden und zugleich eine zeitgemäße Rettungswache zu schaffen. Letztere bleibt natürlich in dem zweigeteilten Gebäudekomplex. Insgesamt investierte die Stadt 1,2 Millionen Euro in das Projekt.

Vorerst stellt sich aus Sicht der Stadt die Frage nach einer neuen Verwendung für die 125 Quadratmeter großen Noch-Praxisräume nicht. Die KV will sich auch an einer Nachmietersuche beteiligen. Doch die Stadt geht generell von einer schwierigen Nachmietersuche aus, allein aufgrund von Lage und Grundriss der Räume der jetzigen Bereitschaftsdienstzentrale.

In der nächsten Woche wird sich Somogyi mit dem kommissarischen Obmann der Zentrale, Dr. Ortwin Schuchardt, treffen, um über die Übergabemodalitäten zu sprechen. Somogyi geht es aber vor allem auch um die Information der Bevölkerung über die anstehenden Veränderungen beim Bereitschaftsdienst. Er denkt beispielsweise an Info-Veranstaltungen, bevor der Umstellungstermin ansteht.

„Dies alles war nicht unsere Entscheidung, wir sind letztlich nur über die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung informiert worden“, erneuerte er seine grundlegende Kritik. Jetzt bleibe der Stadt nur, die Entwicklung genau zu beobachten.

Die Stadtallendorfer Zentrale rechnete laut KV rund 3500 Fälle ab. „Damit ist die Zentrale eher klein und wenig frequentiert“, ordnet Sprecherin Bendrich diese Zahl ein. Laut Dr. Schuchardt gibt es während der Woche etwa 5 zu behandelnde Patienten pro Tag, an Wochenenden zwischen 30 und 40. Diese Zahlen waren in den vergangenen Jahren stabil.

Ausstattung und Mobiliar der Stadtallendorfer Zentrale gehören den rund 50 Ostkreis-Medizinern. Ein großer Teil des Inventars werde in die Zentrale nach Wehrda gehen, für den Rest gebe es auch Verwendung, sagt Schuchardt. Das eigens für den Ostkreis-Dienst geleaste Fahrzeug werden die Ärzte aufgeben. Der künftige Fahrdienst wird die eigenen Fahrzeuge der Ärzte nutzen.

„Mich trifft die Schließung der Zentrale persönlich besonders hart“, bekennt Schuchardt, der sich seinerzeit sehr für die Zentrale Am Scheidfeld engagiert hatte. Doch die jetzige hessenweite Lösung sei damals noch gar kein Thema gewesen.

von Michael Rinde

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