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A-49-Abschnitt bis 2021 fertig

Weiterbau A-49-Abschnitt bis 2021 fertig

Nach der Übereinkunft über die Finanzierung des A-49-Weiterbaues rückt in Stadtallendorf auch der ausstehende weitere Ausbau der Bundesstraße 454 noch stärker in den Blick. Doch Bautermine kann vorerst niemand nennen.

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Diese Kreuzung mit der Bundesstraße 454 soll im dritten Bauabschnitt umgestaltet werden. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Der Bund stellt die ausstehenden 120 Millionen Euro für den Weiterbau der A 49 zwischen Neuental und Schwalmstadt bereit, zugleich sollen die weiteren beiden Abschnitte zwischen Schwalmstadt und Stadtallendorf und von dort bis Gemünden (Felda) nun doch unter privater Regie gebaut werden (diese Zeitung berichtete).

Diese Fakten hatten die Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Stadtallendorfer Stadtparlament wohl überholt, so überraschend kamen sie. Doch die FDP-Anfrage widmete sich auch dem dritten Bauabschnitt der Bundesstraße 454. Dieser Abschnitt reicht über die jetzige Kreuzung mit der Hauptstraße und der Bahnhofstraße hinaus.

Baurecht für Abschnitt steht noch aus

Er wäre nötig, um mehr Verkehr aufnehmen und an Stadtallendorf effektiv vorbeileiten zu können. Momentan steht aber nach wie vor das Baurecht für diesen Abschnitt aus. Das hessische Verkehrsministerium rechnet aktuell mit einer Entscheidung im nächsten Jahr, wie es auf Anfrage der OP mitteilte. Einen Bautermin gibt es aber auch dann noch nicht. Denn: Gegen den Ministeriumsbeschluss wären Klagen möglich, zugleich müsste das Geld für den Ausbau bereitstehen.

Projekt muss europaweit ausgeschrieben werden 

Rund 16 Millionen Euro voraussichtliche Kosten hat Hessen Mobil für diesen komplexesten und aufwändigsten Ausbauabschnitt errechnet. Davon müsste der Bund die Hälfte bereitstellen. Das Projekt wäre europaweit auszuschreiben. Ist all das geschafft, dann betrüge die voraussichtliche Bauzeit nach Angaben von Sonja Lecher zwei bis drei Jahre. Lecher ist Sprecherin von Hessen Mobil in Marburg. Also wäre der Ausbau der Bundesstraße 454 zumindest in der Theorie bis zum Jahr 2021 möglich. Das gilt immer unter der Voraussetzung, dass es keinen Widerstand gegen das Baurecht gibt und zugleich Geld bewilligt ist.

Spannend bleibt die Frage, in welchem Zeitraum die beiden noch nicht begonnenen A-49-Abschnitte zwischen Schwalmstadt und Stadtallendorf und von dort bis Gemünden (Felda) Realität werden könnten. Sören Bartol, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, hatte optimistisch vom Jahr 2021 als Fertigstellungstermin für die gesamten 43 noch zu bauenden Autobahn-Kilometer gesprochen.

Land verbreitet bei offener Klage weiterhin Zuversicht

Zeitlich realistisch ist das nur, wenn es gelingt, die beiden privat zu bauenden Abschnitte innerhalb der nächsten fünf Jahre und fünf Monate zu bewältigen. Eine Antwort auf eine Anfrage der OP an das Bundesverkehrsministerium zum Zeitplan steht noch aus.

Die beiden A-49-Abschnitte stehen inzwischen wieder auf der Liste des Bundesverkehrsministeriums für geplante öffentlich-private-Partnerschaftsprojekte (ÖPP). Von dieser Liste war die Autobahn 49 im Frühjahr auf Drängen Sören Bartols verschwunden, was für erhebliches politisches Aufsehen gesorgt hatte (diese Zeitung berichtete im Mai). Zumindest etwas konkreter wird das hessische Verkehrsministerium für den Weiterbau des Abschnitts bis Schwalmstadt.

Frankenhainer Tunnel ist so gut wie fertig

Auch wenn der endgültige neue Zeitplan noch erarbeitet werden muss, so hält Sprecher Wolfgang Harms eine Fertigstellung bis 2021 angesichts erster Einschätzungen für machbar. Auf diesem Abschnitt ist bisher der Frankenhainer Tunnel so gut wie fertiggestellt, für den Bau zwei weiterer Brücken laufen die weiteren Vorbereitungen. Jetzt muss in größerer Dimension vorbereitet und umgesetzt werden. Schließlich sind dort noch weitere Brückenbauwerke und mehr als elf Kilometer Straße zu bauen. Vor einem Straßenbau müssen auch zunächst die Ausgleichsmaßnahmen abgeschlossen sein. Harms sieht die Projektteams bei Hessen Mobil für diesen kleinen „Kraftakt“ aber derzeit „gut aufgestellt“.

An anderer Stelle muss das Land auch noch eine Aufgabe bewältigen: Gegen den A-49-Abschnitt von Stadtallendorf bis hin zum Anschluss an die Autobahn 5 gibt es nach wie vor eine wenn auch ruhende Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht. Das Land Hessen verhandelt im Auftrag des Bundes mit den privaten Klägern über eine außergerichtliche Einigung. „Wir sind unverändert zuversichtlich, die Klage beilegen zu können“, erklärt der Ministeriumssprecher dazu.

von Michael Rinde

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