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700 Gäste stürmen alte Kellergewölbe

Amöneburger Kulturspektakel 700 Gäste stürmen alte Kellergewölbe

Auf dem Amöneburger Marktplatz herrschte großer Ansturm während der Nacht der Keller, die einen würdigen Abschluss des Kulturspektakels bildete.

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Im Rathaus-Keller (oberes Bild) tanzten die Gäste Salsa. Im Keller von Norbert Heiland gab es Bilder zu bewundern.Fotos: Yanik Schick / privat

Amöneburg. „Wir sind Zeugen einer historischen Stunde“, sagte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und betonte, dass die rund 700 Gäste etwas Besonderes erwarte: Sie sollten einen Einblick in etwas bekommen, das normalerweise verschlossen ist: die Amöneburger Keller. „Die Häuser wurden zum Teil auf bereits bestehende Keller gebaut, weshalb die Grundrisse voneinander abweichen können“, erklärte er und freute sich, dass auch mehrere Privatpersonen ihre Keller öffneten.

In ihnen wartete ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Salsa-Tänzen, Schwarzlichttheater, Kunstausstellungen, Jazz-Gesang und vielem mehr. Zudem bekamen die Besucher die Möglichkeit, sich ein Bild von den Kellern zu machen, wenngleich sich - aufgrund des großen Andrangs - zum Teil längere Schlangen vor den Eingängen gebildet hatten.

Achtung, bitte denKopf einziehen

Das Warten lohnte sich jedoch, denn bereits der Eintritt offenbarte eine beeindruckende Atmosphäre. Die meisten Gäste mussten schon beim Herabsteigen der Treppe den Kopf einziehen - ein besonderes Merkmal, auf das Richter-Plettenberg schon im Vorhinein verwiesen hatte: „Die Decken sind sehr niedrig. Bitte achten Sie darauf, dass Sie sich nicht den Kopf stoßen!“

Im Keller angekommen, waren die Attraktionen vielfältig: Im Frey-Keller gab die Sängerin mit dem passenden Namen Ulla Keller ein kleines Jazz-Konzert. Künstler Norbert Heiland präsentierte in seinem „Untergrund“ eine Auswahl von Zeichnungen von Renate Höhle und sich selbst.

Die Gäste bekamen aber auch die Gelegenheit, selbst aktiv zu werden, zum Beispiel im Keller des Restaurants Dombäcker, in dem Weinproben auf dem Programm standen.

Im Rathaus-Keller tanzte die aus Kuba stammende Martha Beatrice Suarez Canciano mit den Gästen Salsa.

Für Richter-Plettenberg war ein Auftritt von ganz besonderer Bedeutung: Im Propstei-Keller gab eine Gruppe von Schülern der Wichtelhäuser-Schule Sterzhausen ein Gastspiel: Die Viertklässler begeisterten die Zuschauer mit Schauspiel im Schwarzlicht. „Der Kontakt ist durch einen Zufall zustande gekommen; und es freut mich sehr, dass das funktioniert hat“, erklärte der Bürgermeister.

Zum Ausklang des Abends gab es eine Wanderung zur Wenigenburg unter der Führung von Dr. Henning Smolka von der Erzählschule Burgwald an.

Richter-Plettenberg zog ein durchweg positives Fazit: „Es sollte ein schöner Abschluss des Kulturspektakels werden, und ich denke, das ist gelungen“, sagte er angesichts der hohen Besucherzahlen.

„Es ist bereits eine Person auf mich zugekommen, die ihren Keller bei einer Neuauflage ebenfalls zur Schau stellen würde“, berichtete der Vorsitzende des Vereins Kulturspektakel und ergänzte, dass es insgesamt rund 100 historische Gewölbekeller in Amöneburg gebe - die wahrscheinlich alle sehenswert seien.

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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