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550 Flüchtlinge leben bereits in den neuen Erstaufnahmeeinrichtungen

Flüchtlinge 550 Flüchtlinge leben bereits in den neuen Erstaufnahmeeinrichtungen

Unmittelbar hinter der Grenze des Landkreises Marburg-Biedenkopf entsteht ein weitere Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

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Neustadt hat eine feste Erstaufnahmeeinrichtung. In Gemünden wird eine weitere Außenstelle eingerichtet.

Quelle: Thorsten Richter

Gemünden. Neustadt hat bereits eine Erstaufnahmeeinrichtung, in Stadtallendorf und Marburg entstanden in den vergangenen Wochen weitere Flüchtlingscamps. Die nächste Einrichtung kommt direkt hinter die Kreisgrenze: Die Wahl fiel auf die Sport- und Kulturhalle Gemünden.

Wie der Landkreis Waldeck-Frankenberg mitteilte, weist ihm das Land eine große Anzahl an Flüchtlingen „unter Bedingungen des Katastrophenschutzes“ zu. Der Kreis war angehalten, bis zu 1000 Plätze für Flüchtlinge zu schaffen. Wie viele Menschen tatsächlich kommen, ist allerdings noch unklar: Am Sonntag teilte Dr. Hartmut Wecker, Pressesprecher des Landkreises Waldeck-Frankenberg, dieser Zeitung auf Anfrage mit, dass die Unterkünfte nicht, wie ursprünglich geplant, Notunterkünfte seien: „Wir sind Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen“, sagte er und erläuterte: „Der Schlüssel ist ein anderer: In Notunterkünften müssen zweieinhalb Quadratmeter Platz pro Flüchtling vorgehalten werden, in Außenstellen immerhin vier Quadratmeter.“

In der Sporthalle der Nicolai-Schule, der städtischen Turnhalle, der Stadthalle Mengeringhausen und der Sporthalle bei den Beruflichen Schulen Korbach leben seit dem Wochenende bereits 550 Flüchtlinge.

Stadt Gemünden sagt alle Veranstaltungen ab

Die Sport- und Kulturhalle in Gemünden ist laut Wecker fertig für den Bezug. Schwierigkeiten mit der Heizung sind behoben. Die Stadt hat für das kommende halbe Jahr alle Veranstaltungen abgesagt – von privaten Feiern über Sportereignisse bis hin zu Konzerten. Zudem wurde damit begonnen, auch das Bürgerhaus auszuräumen.

Wie schon beim Flüchtlingscamp in Stadtallendorf kümmern sich Ehrenamtler um die Vorbereitungen – vornehmlich von Feuerwehren und Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz. „Das klappte sehr gut“, berichtet Wecker und hebt hervor, dass der Feiertag am Samstag ein Vorteil gewesen sei. So stand am gestrigen Sonntag alles bereit.

Wann Gemünden belegt wird, ist unklar

Wann genau Flüchtlinge nach Gemünden in die Erstaufnahmeeinrichtung kommen, steht noch nicht fest. „Unter der Woche wahrscheinlich“, lautet Weckers Prognose. Für 120 bis 150 Menschen ist Platz – als der Landkreis noch als Notunterkunft hatte fungieren sollen, war die Stadt von 250 Flüchtlingen ausgegangen.

„Wir waren neben dem Rheingau-Taunus-Kreis der letzte Kreis, in dem es noch keine Erstaufnahmeeinrichtung gibt. Insofern war es keine Überraschung, dass auch wir etwas machen sollen“, sagt Wecker. Laut Landkreis „fiel die Entscheidung auf drei Standorte, die von der Größe, der Aufnahmekapazität und der Infrastruktur für eine kurzfristige Belegung geeignet sind“.

„Die Zuweisung von Flüchtlingen stellt uns vor große soziale und humanitäre Herausforderungen, die wir nur gemeinsam und in gegenseitigem Einverständnis lösen können. Die Standorte für die drei Notunterkünfte wurden nach verschiedenen Kriterien ausgesucht, vor allem musste eine schnelle Belegbarkeit möglich sein“, lässt Landrat Dr. Reinhard Kubat mitteilen.

Der Landkreis teilt weiterhin mit, dass über diese Sonderzuweisung hinaus auch noch „ein wöchentliches Kontingent an Flüchtlingen“ untergebracht werden muss.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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