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500 Gläubige feiern den Auftakt

Magdalenenoktav 500 Gläubige feiern den Auftakt

Der Fuldaer Weihbischof Karlheinz Diez hat zum Auftakt der Magdalenenoktav am Freitagabend die Heilige Pforte geöffnet.

Weihbischof Karlheinz Diez drückte die Heilige Pforte in der Lindaukapelle auf.

Quelle: Karin Waldhüter

Amöneburg. „Das ist das Tor zum Herren: Durch dieses Tor treten wir ein, um Barmherzigkeit und Vergebung zu erlangen“, sagte Weihbischof Karlheinz Diez, bevor er mit beiden Händen und einem Stoß den Eingang zum Chorraum öffnete. Still, mit gesenktem Kopf und seitlich ausgebreiteten Armen verharrte er einen Moment, um dann langsam die weit aufstehende Heilige Pforte zu durchschreiten.

2016 ist das heilige Kirchenjahr der Barmherzigkeit. Am 8. Dezember hatte Papst Franziskus die heilige Pforte des Petersdoms in Rom geöffnet und gesegnet. Aus diesem Anlass können auch in den Diözesen Pforten der Barmherzigkeit geöffnet werden. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hatte dem Antrag des Pastoralverbundes St. Bonifatius Amöneburg auf Errichtung einer solchen Pforte zugestimmt (die OP berichtete). Zehn heilige Pforten sind bisher im Bistum eröffnet worden, eine Elfte kommt noch hinzu. Für Weihbischof Karlheinz Diez war es die dritte Eröffnung einer Heiligen Pforte, die er öffnete. „Wenn wir die Pforte durchschreiten, so Papst Franziskus in seiner Einladung, lassen wir uns umarmen von der Barmherzigkeit Gottes und verpflichten uns, barmherzig zu den Menschen zu sein, so wie es der Vater zu uns ist“, erläuterte der Weihbischof vor rund 500 Katholiken. Für das anschließende Segensgebet berührte er mit einer Hand die „Porta sancta“. „Gib allen die hier durchgehen Mut und Kraft, nach deinen Weisungen und Geboten zu leben“, betete er und bat um Beistand für die Herausforderungen „die wir in unserem Land sehen“. Er schloss auch die Menschen in sein Gebet mit ein, die auf der Flucht sind und Heimat und Zukunft suchen.

Traditionell eröffnet wurde die Lindau-Oktav am Gedenktag der Heiligen Maria Magdalena. Lesung, Lieder und liturgische Texte erinnerten an die Patronin der Lindaukapelle. Die Tür stehe als Zeichen für die offenen Arme des liebenden Gottes, sagte Diez.

Erneuerung desTaufversprechens

Wie sehr der kurze Schritt durch eine Kirchentür das Leben verändern könne, verdeutlichte er, indem er Bezug nahm auf André Frossards Buchs „Gott existiert - Ich bin ihm begegnet“, der sich anhand einer Gotteserfahrung in wenigen Sekunden vom Atheisten in einen gläubigen Menschen verwandelt hatte.

„Wir dürfen heute Kirchengeschichte erleben. Zum ersten Mal wird an diesem Ort eine Heilige Pforte sein, die geöffnet ist“, sagte Amöneburgs Pfarrer Marcus Vogler. Das Durchschreiten der Heiligen Pforte geht einher mit der Erneuerung des Taufversprechens, nach außen sichtbar gemacht durch das Bekreuzigen mit Weihwasser im Chorraum. Verbunden mit dem Durchschreiten der Heiligen Pforte ist auch das Sakrament der Versöhnung.

Am Ende des Gottesdienstes nutzten die Gläubigen die Gelegenheit, um still, betend und meditierend die Pforte zu durchschreiten. Bis zur Schließung der Pforte am Freitag, 29 Juli, durch den Fuldaer Generalvikar Gerhard Stanke wird es täglich eine Beichtgelegenheit in einem separaten Zelt geben.

Neben Pfarrer Vogler wirkten als Konzelebranten Pfarrer Markus Blümel, Andreas Schött, Pater Lepko und Pater Erhard und die Diakone Dr. Paul Lang, Gerhard Jungmann und Dr. Stefan Wick aus Fulda. Musikalisch begleitete das Blasorchester der Feuerwehr Mardorf den festlichen Gottesdienst. Diakon Lang überreichte als Sprecher des Vorbereitungsteams eine Tasche mit einem Bild der Lindaukapelle und eine Flasche Jubiläumswein „1700 Jahre St. Martin“ an den Weihbischof.

Als gemeinschaftliche Feier ist das Durchschreiten der Heiligen Pforte mit Gebet und Segen bis zum 29. Juli zwischen 18.15 Uhr und 19 Uhr in Begleitung von zwei Geistlichen möglich. Sie erwarten die Gläubigen am Sammelpunkt. Ab 19.15 Uhr und nach Abschluss der täglichen Messe ist das Durchschreiten auch für Einzelne möglich.

von Karin Waldhüter

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