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47 Mardorfer treten Energiegenossenschaft bei

Energiewende 47 Mardorfer treten Energiegenossenschaft bei

Am Dienstagabend machten die Mardorfer mit der Gründung der Bioenergiegenossenschaft einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung.

Mardorf. „Ein volles Arbeitsprogramm liegt vor uns“, kündigte Dr. Bernhard Traulich von der Mardorfer Nahwärmeinitiative gleich zu Beginn der Veranstaltung im Bürgerhaus an - und sollte Recht behalten. Rund drei Stunden dauerte die Gründungsversammlung, die im Verlauf des Abends in die erste Generalversammlung der Nahwärme-Initiative Mardorf eG überging. Nach dem positiven Ergebnis der Machbarkeitsstudie kam es so „folgerichtig“ zur Gründung einer Bioenergiegenossenschaft, um das Nahwärmenetz Mardorf aufzubauen.

Zwar stehe die Zustimmung der Stadtverordneten noch aus, doch die Stadt Amöneburg werde der Genossenschaft beitreten und eine Bürgschaft übernehmen, kündigte der Erste Stadtrat Bernd Riehl an. Bei einer Trassenlänge von zehn Kilometern kostet die Mardorfer das Projekt rund 5,5 Millionen Euro. Rechnen können sie dabei mit rund 1,3 Millionen Euro Fördergeldern.

Von 210 Anschlüssen waren die Planer bei ihren Berechnungen ausgegangen. Bei einem Anteil pro Genosse von 6000 Euro beträgt die Summe der Einlagen der Mitglieder also 1,26 Millionen Euro. Zur Finanzierung benötigen die Mardorfer noch Fremdkapital von rund drei Millionen Euro. Und sie geben sich zuversichtlich: Ihr Plan sieht vor, bereits im November des nächsten Jahres unabhängig von Heizöl zu sein und mit der Wärme aus der Biogasanlage ihre Häuser zu beheizen.

Volkmar Kaiser vom Anwaltsbüro Dr. Edgar Steinle präsentierte den „Businessplan“. Er war bereits in Erfurtshausen und Gondershausen bei der Gründung einer Bioenergiegenossenschaft beratend tätig. „Diese Investition ist eine gute Investition, die sich rechnen wird“, bilanzierte der Fachmann. Bei einem Netto-Arbeitspreis von 8,1 Cent pro Kilowattstunden und einer monatlichen Grundpauschale von 12,51 Euro pro Haushalt weise die Planungsrechnung geordnete Vermögens-, Finanz- und Ertragsverhältnisse aus, bestätigte Kaiser der davon ausgeht, dass die Genossenschaft bis Mitte September im Register des zuständigen Gerichts eingetragen sein wird.

Er ging auch auf die wichtigsten Punkte der Satzung ein und erläuterte die Struktur der Genossenschaft, Kündigungsfristen und die Organe der Genossenschaft. „Diese Chance ist einmalig, und wird so schnell nicht wieder kommen“, appellierte Kaiser an die Besucher.

„Generationenprojekt“ braucht mehr Mitstreiter

Nach den Erläuterungen bestand in einer Pause die Möglichkeit, die Verträge zu unterzeichnen. Von den rund 120 Besuchern entschieden sich an diesem Abend 47 Bürger, der Genossenschaft beizutreten. Dafür gab es für die neuen Genossen erst einmal eine blaue Karte. Wer die blaue Karte hob, votierte in der anschließenden ersten Generalversammlung für die für den Aufsichtsrat und den Vorstand vorgeschlagenen Mitglieder. Die Genossen wählten dann sieben Mitglieder aus der Initiative in den Aufsichtsrat.

Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Peter Benner gewählt. Sein Stellvertreter ist Bernhard Dörr. Sonja Feußner übernimmt das Amt der Schriftführerin, Willi Rhiel ist stellvertretender Schriftführer. Beisitzer sind Peter Heider, Bernhard Schick und Rüdiger Kempf.

Anschließend zog sich der neu gewählte Aufsichtsrat zu einer konstituierenden geheimen Sitzung zurück, um den Vorstand zu bestellen. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde Dr. Bernhard Traulich bestellt. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind Karl-Heinz Krähling, Peter Hörl, Stefan Schick, Helmut Schick und Lothar Grün.

„Jetzt geht es erst richtig los, wir haben noch nicht genug Unterschriften und müssen noch einiges an Arbeit leisten“, erklärte Traulich. „Was wir heute hier gründen, ist ein Generationenprojekt, um die nachfolgenden Generationen zukunftsfähig zu machen“, betonte er und ermunterte die Besucher, weitere Mardorfer anzusprechen.

In der Phase des Aufbaus werden die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstandes künftig jeden Montagabend ab 20 Uhr für Fragen im Gemeenshaus zur Verfügung stehen.

von Karin Waldhüter

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