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46 Babys, 46 neue Traubeneichen

Stadtallendorfer Geburtenwald 46 Babys, 46 neue Traubeneichen

Für 46 Babys, die im Laufe des vergangenen Jahres zur Welt gekommen waren, pflanzten deren Eltern einen kleinen Baum - mit symbolisch großem Wert.

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Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi begrüßte die Familien am Samstag zur Pflanzaktion im Geburtenwald.

Quelle: Yanik Schick

Stadtallendorf. Andrea Wilfing ist den Tränen nahe. Obwohl das zarte Pflänzchen, das sie gerade in die Erde gesetzt hat, kaum höher als ihre Knie reicht, hat es für sie eine unvergleichbar hohe Bedeutung. Denn die kleine Traubeneiche steht in gewisser Weise für die Geburt ihrer Tochter Leni Maria am 1. Juni. „Wir werden auf jeden Fall regelmäßig hierher kommen und schauen, wie sie wächst und gedeiht“, verspricht die stolze Mutter.

Insgesamt sind es 42 Familien, die wie Andrea Wilfing an diesem Tag an den Stadtallendorfer Stadtrand kommen: Sie pflanzen einen Baum für ihr Neugeborenes, verwandeln den Herrenwald in einen Geburtenwald.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Stadtverwaltung gemeinsam mit einer Reihe an Sponsoren zu dieser Aktion eingeladen - die Beweggründe waren vielfältig. „Es geht darum, eine Verbindung zu schaffen zwischen den Aufwachsenden und der Natur“, erklärt Heike Rupp vom städtischen Bauamt, „und hier haben wir eben eine Fläche, die aufgeforstet werden soll.“

Ausbau hat hohe Priorität

Auf dem ungefähr ein Viertel Hektar großen Areal hat das Forstamt bereits die Stellen vorbereitet, an der die Eichen gesetzt werden sollen. Die gerade zum Baum des Jahres 2014 gekürte Traubeneiche eigne sich besonders gut für das Klima und die Bodenbeschaffenheit im Herrenwald, macht Forstamtsleiter Lutz Hofheinz deutlich. Für ihn hat der Ausbau des Geburtenwalds in den kommenden Jahren hohe Priorität. „Unser Ziel ist ganz klar, das von Jahr zu Jahr auszuweiten. Es ist ein Baustein, um die Identifikation der Menschen mit dem Wald zu verbessern“, so Hofheinz. Und das funktioniere eben besonders gut, wenn sie selbst Hand anlegten.

Als einer der eifrigsten Helfer entpuppt sich am Samstag Bürgermeister Christian Somogyi (SPD), der wie der Erste Stadtrat Otmar Bonacker (CDU) an vielen Stellen mit anpackt, hämmert, gräbt und schließlich Erinnerungsfotos für die Familien schießt. „Wir müssen den Bezug der Bevölkerung zur Natur stärken. Der Geburtenwald kann dazu beitragen, dass dies nachhaltig gelingt“, sagte der Bürgermeister.

Dieser Gedanke ist auch den meisten Eltern zu eigen. Der eigene Baum soll den Kindern die Natur später greifbarer machen, „Man hat etwas, um den Kindern den Wald näher zu bringen. Es ist ein richtiger Anlaufpunkt“, sagen Sabrina und Konstantin Theissig, die vor rund einem Jahr Eltern geworden waren und den Tipp zur Eichenpflanzung von einer Freundin bekamen. Für sie ist die kleine Traubeneiche schon jetzt etwas ganz Besonderes. Und gemeinsam mit ihrer wachsenden Tochter Lotta werden sie wohl immer auch ein Auge auf den wachsenden Baum werfen.

von Yanik Schick

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