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30 Prozent der Straftäter sind Ausländer

Kriminalstatistik 30 Prozent der Straftäter sind Ausländer

Am Freitag legte die Polizei die Kriminalstatistik für den Kreis vor. Darin beschäftigt sie sich auch mit Zuwanderung und hebt hervor, dass aus dem Kreise vieler Flüchtlinge nur einige mit der Polizei in Konflikt gerieten.

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In Stadtallendorf, der zweitgrößten Stadt im Kreis, klärte die Polizei 2016 mehr als 700 Straftaten auf.Foto: Pixelio / Paul-Georg-Me

Stadtallendorf. Die Flüchtlingswelle, die im Landkreis zu Erstaufnahmeeinrichtungen­ in Neustadt, Marburg und Stadtallendorf mit insgesamt bis zu 2200 Flüchtlingen führte,­ brachte der Polizei zusätzliche Belastungen. In der aktuellen Kriminalstatistik für 2016 führt das Polizeipräsidium ­einen „Zuwachs an Sicherheitsaufgaben, Ermittlungstätigkeiten und die Unterstützung bei Rückführungen“ auf. Ab dem vergangenen Jahr ging die Anzahl der Flüchtlinge auf aktuell etwa 230 Bewohner in der Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt zurück, führt die Polizei auf. Sie hält dort einen Anstieg von 332 auf nun 596 Straftaten fest: darunter Körperverletzung, Bedrohung, Ladendiebstahl, Schwarzfahren, Beleidigung und Sachbeschädigung. Enthalten sind auch 30 Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz und 30 Rauschgiftdelikte. „Wie bereits im letzten Jahr ist es auch diesmal so, dass nur ­einige Personen aus dem Kreis der vielen Flüchtlinge polizeilich auffällig geworden sind“, hält Heinz Frank fest, der die auch für Neustadt zuständige­ Polizeistation Stadtallendorf ­leitet.

In Stadtallendorf gingen die Straftaten laut Kriminalstatistik im vergangenen Jahr auf 1061 Fälle zurück, 708 dieser Fälle klärte die Polizei auf. Kreisweit ermittelte sie insgesamt 4966 Tatverdächtige und klärte dadurch 6676 der 10699 Straftaten in Marburg-Biedenkopf auf. 22 Prozent aller Tatverdächtigen waren jünger als 21 Jahre.

29,8 Prozent oder 1480 davon waren Tatverdächtige ausländischer Herkunft, also Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft.

Zu diesen 1480 Tatverdächtigen hatte die Polizei 1918 Straftaten erfasst. 700 Personen davon waren Zuwanderer – dazu zählen Asylbewerber, Asylberechtigte, Schutzberechtigte mit Flüchtlingsstatus und Personen, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten.

Bei den Delikten handelte es sich der Statistik zufolge meist um Ladendiebstähle, weniger häufig um Körperverletzung, Betrug, Bedrohung, Leistungserschleichung, gefährliche Körperverletzung. Bei den kreisweit 170 Sexualdelikten gehörten in 22 Fällen Zuwanderer zu den Tatverdächtigen.

Bei den ermittelten Tatverdächtigen stieg der Ausländeranteil von 18,4 Prozent im Jahr 2014 auf nunmehr 29,8 Prozent an, teilt die Polizei mit.

Von den 1480 Tatverdächtigen ausländischer Herkunft wurden folgende Nationen zahlenmäßig am häufigsten als Tatverdächtige ermittelt: 246 Personen mit türkischer, 128 Personen mit albanischer, 124 Personen mit rumänischer, 83 Personen mit algerischer und 75 Personen mit polnischer Staatsangehörigkeit.

Im Vergleich ermittelte die ­Polizei im vergangenen Jahr 3486 deutsche Staatsangehörige als Tatverdächtige.

von Carina Becker-Werner

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