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3 Raubüberfälle und 160 Einbrüche

Ermittlungserfolg 3 Raubüberfälle und 160 Einbrüche

Eine Verhaftung löste einen Dominoeffekt aus: Nachdem die Polizei einen 24-Jährigen geschnappt hatte, kam sie auf die Spur von zwei weiteren Verdächtigen. Inzwischen hat sie 16 weitere Stadtallendorfer im Visier.

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Überfälle auf das „Novolino“ gaben den Ausschlag für die Namensgebung der ermittelnden Arbeitsgruppe der Kripo.Archivfoto

Stadtallendorf. Ein 22-Jähriger sitzt bereits seit Juni wegen schweren Raubes, versuchten schweren Raubes und Vortäuschung einer Straftat verbunden mit Diebstahl mit Waffen im Gefängnis - doch allem Anschein nach hatte der Mann seine Finger noch bei zahlreichen weiteren Straftaten im Spiel.

Gestern teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass sie eine Serie von Straftaten geklärt hätten. Den Stein ins Rollen brachte eine Verhaftung am 11. April, als die Ermittler dank eines aufmerksamen Bürgers einen versuchten Einbruch in die Kirchhainer Spielothek „Novolino“ klärten. Sie nahmen zunächst einen 24-Jährigen und aufgrund seiner Aussagen später den 22-Jährigen und einen 27-Jährigen fest.

„Das Trio räumte bei den Vernehmungen weitere Straftaten ein, darunter diverse Einbrüche sowie drei Raubüberfälle auf Spielotheken“, hieß es in der gestrigen Mitteilung. Zweimal hatten die Täter das Novolino im Visier: Einmal erbeuteten sie 370 Euro, einmal scheiterten sie an der Tür, die aufgrund eines Schichtwechsels verschlossen war. Der dritte Überfall ereignete sich in Wetter, wo der Kassierer die Finger im Spiel hatte und sich zum Schein ausrauben ließ (die OP berichtete nach der Gerichtsverhandlung gegen den 22-Jährigen).

Einbrecher hatten meist Gewerbeobjekte im Visier

Die Kriminalpolizei richtete in ihrem Fachkomissariat „Mehrfach und Intensivtäter“ nach den Verhaftungen die Arbeitsgruppe „Novolino“ ein, die sich seit Ende April mit den Angaben der drei Männer und den daraus resultierenden Hinweisen und Verknüpfungen befasst. Insgesamt klärten die Ermittler nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft 160 Einbrüche auf, für die die Festgenommenen und unterschiedliche Mittäter in Betracht kommen.

16 Stadtallendorfer sind im Verdacht, in unterschiedlicher Konstellation an den Taten, die bis ins Jahr 2010 zurückreichen, beteiligt gewesen zu sein. Sie brachen laut Staatsanwalt Oliver Rust vornehmlich in Gewerbeobjekte und Gartenhütten sowie vereinzelt in Wohnungen ein. Tatorte waren hauptsächlich Stadtallendorf und Kirchhain sowie Neustadt und vermutlich vereinzelt auch Marburg. Die Männer stahlen nach Angaben von Rust „alles, was sie zu Geld machen konnten“, zum Beispiel Zigaretten, Alkohol, Kameras und vieles mehr.

Die Fahnder stellten bei der Durchsuchung von Wohnungen der Verdächtigen Diebesgut und Beweismittel sicher, unter anderem auch mehrere Schreckschusswaffen, die bei den Raubüberfällen zum Einsatz gekommen waren. „Neben der Serie von Einbrüchen konnten noch 15 Verstöße gegen sogenannte Nebengesetze geklärt werden“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft auch noch mit.

Waffen und Drogen

Für die „Strafverwertung“ seien sie angesichts der anderen Anschuldigungen von geringfügiger Bedeutung, erklärte Rust auf Nachfrage. Nichtsdestotrotz können auch sie zur Anklage kommen. Die Vorwürfe lauten auf Zuwiderhandlung gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz. Außerdem sollen sich die Täter der Hehlerei und mehrerer Verkehrsstraftaten schuldig gemacht haben.

Zwei der Männer sitzen in Untersuchungshaft. Nun ist es an der Staatsanwaltschaft zu entscheiden, gegen welche der mutmaßlichen Täter sie Anklage erhebt.

Bleibt noch ein gute Nachricht für die Opfer: Das Diebesgut wird noch als Beweismittel benötigt. Wenn die Fälle abgeschlossen sind, gehen die Objekte, die Eigentümern zugeordnet werden können, an diese zurück. Der Rest wird vernichtet.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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