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24 Stunden voller und Aufregung und Aufgaben

Übung 24 Stunden voller und Aufregung und Aufgaben

Einen "Tag wie bei der Berufsfeuerwehr" erlebten die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr Burgholz. Sie hatten 5 Einsätze in 24 Stunden zu bewältigen.

Burgholz. 10 Uhr Samstagvormittag. Ein lauter Gong schallt durch die Räume des Feuerwehrgerätehauses Burgholz. Dann erfolgt eine Lautsprecherdurchsage: „H1 - Ölspur Richtung Grillhütte - es rückt aus das LF 8“. Sofort entwickelt sich ein geschäftiges Treiben. Die Kinder wissen anhand dieser Durchsage sofort, wer jetzt gefordert ist und sitzen ein paar Minuten später im Löschfahrzeug, das Jugendfeuerwehrwart Maik Flache mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzstelle steuert. Dort angekommen lässt die Gruppenführerin, die 15-jährige Sabrina Emmerich, die Gruppe vor dem Fahrzeug antreten und teilt den Nachwuchskameraden ihre Aufgaben zu. Schnell wird das Ölbindemittel auf die Ölspur gestreut und mit den Besen verteilt.

Einsatz mitten in der Nacht

Noch während der Ölspur-Einsatz läuft, heißt es für die anderen beiden Gruppen im Feuerwehrgerätehaus Ausrücken zum Aussichtsturm. Dort ist ein fünfjähriger Junge im Kanalschacht eingeklemmt, den es zu befreien gilt. Bei dem Einsatz üben die Kinder gleich mehrere Dinge, so beispielsweise das Binden der richtigen Konten beim Bau des Gerüstes zum Abseilen einer Person in den Schacht. Besonders unangenehm ist dabei, dass es an diesem Morgen empfindlich kühl ist und schneit.

Schon seit Freitag, 15 Uhr, waren die 20 Jungen und Mädchen der Burgholzer Jugendfeuerwehr zusammen. Um 17 Uhr gab es den ersten Übungseinsatz bei einem Flächenbrand bei einem Hof. „Die Kinder mussten die Wasserversorgung aufbauen und die Nebengebäude schützen“, erzählt Daniel Schaub. Er ist stellvertretender Wehrführer in Burgholz und unterstütze die Jugendfeuerwehr. „Es war eine großartige Leistung“, lobt er.

Für den 12-jährigen Ralf Kropf war das der schönste Einsatz: „Ich war Melder und musste beim Maschinisten bleiben“, erzählt er und ergänzt noch etwas müde: „Die Einsätze haben mir am besten gefallen, es war sehr aufregend.“

Aufregend war auch der Nachteinsatz ab 23 Uhr, als drei vermisste Personen gesucht werden mussten. Kim Laura Beck, 10 Jahre alt und gerade 3 Wochen bei der Jugendfeuerwehr, fand den Einsatz gut - und unglaublich spannend: Wie sie gaben auch die elfjährigen Theresa und Judith Kase zu, dass sie schon ein wenig Angst im dunklen Wald hatten - dennoch meisterten die Kinder die Aufgabe.

Die Kase-Zwillinge sind seit ungefähr einem Jahr bei der Jugendfeuerwehr und schwärmen, dass mehr Leute bei der Jugendfeuerwehr seien als in der Einsatzabteilung. Doch eins müssen sie zugeben: Die 24 Stunden haben sie auch geschlaucht: „Wir sind erst um ein Uhr wieder gekommen und um sieben Uhr war schon wieder ein Einsatz.“

Da brannten zwei Container beim Aussichtsturm. Das fand der zehnjährige Marc Stahl, der erst seit drei Wochen dabei ist gut: „Ich musste das Warndreieck aufstellen“, beschreibt er aufgeregt seine Aufgabe.

Jugendfeuerwehrwart Flache zeigte sich letztendlich zufrieden mit den 24 Stunden: Es gebe zwar noch Einiges zu verbessern, doch er sei zuversichtlich. „Es ist wichtig, dass die Kinder Spaß haben“, betonte er und lobte seine Helfer David Kase, Daniel Schaub und Julian Knabeschuh sowie die örtlichen Landwirte für ihre Unterstützung.

Fest steht: Bei einer so begeisterten 20-köpfigen Jugendfeuerwehr braucht sich die Einsatzabteilung um den Nachwuchs keine Sorgen machen, und die rund 380 Einwohner können weiter beruhigt schlafen.

von Klaus Böttcher

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