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22-Jähriger muss für sieben Jahre ins Gefängnis

Urteil 22-Jähriger muss für sieben Jahre ins Gefängnis

Während des gestrigen vierten Verhandlungstages gegen einen 22 Jahre alten Stadtallendorfer lag Spannung in der Luft. Mehr als 20 Zuschauer warteten auf das Urteil im Totschlag-Prozess. Der Mann muss für sieben Jahre in Haft, weil er im November des vergangenen Jahres seinen Stiefvater getötet hat.

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Stadtallendorf. Kurz vor der Urteilsverkündung nahmen zwei schwer bewaffnete Polizisten im Verhandlungssaal des Marburger Landgerichtes Platz und beobachteten das Publikum. Dort saßen vornehmlich Zuschauer türkischer Herkunft, die größtenteils in zwei Lager gespalten waren – eine Reihe war voll mit Freunden des angeklagten 22-Jährigen, aber auch viele Angehörige und Bekannte des Opfers verfolgten das Prozessende. Die Vorkehrungen fruchteten, rund um den Gerichtssaal blieb es friedlich. Für sieben Jahre muss der junge Stadtallendorfer in Haft. Seine Anwälte hatten drei bis fünf Jahre gefordert mit der Begründung, das Opfer habe mit der Bezeichnung als Bastard das Fass zum Überlaufen gebracht und eine Handlung im Affekt ausgelöst. Der Stiefvater hatte der Familie nach Angaben des 22-Jährigen über viele Monate durch seinen Alkoholismus das Leben zur Hölle gemacht, zudem schikanierte er die Schwester ( die OP berichtete) und betrog die Mutter. „Wahrscheinlich litt der Angeklagte unter der Ambivalenz der Mutter“, sagte ein psychologischer Gutachter: Die Frau hatte ihren Mann trotz seines Auszuges, seiner neuen Freundin und der anderen Verfehlungen immer wieder in die Wohnung gelassen: „Das konnte der Angeklagte irgendwann nicht mehr ertragen.“

von Florian Lerchbacher

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

Zum Prozess-Video geht es hier.

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