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183055 Arbeitsstunden für die Bürger

Feuerwehren im Landkreis 183055 Arbeitsstunden für die Bürger

Es war eine harmonische Jahresversammlung der 162 Feuerwehrdelegierten im großen Festzelt auf dem Kirchhainer Festplatz. Kritisch, aber sachlich, wurden alle brennenden Probleme diskutiert.

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Vertreter der 168 Feuerwehren des Landkreises nahmen an der Kreisdelegiertenkonferenz im Rahmen des 42. Kreisfeuerwehr­verbandstages in Kirchhain teil. Politiker aus Kommunen, Land und Bund hörten zu. Foto: Heinz-Dieter Henkel

Kirchhain. Das Thema Brandschutz zählt zu den Pflichtaufgaben der Städte und Gemeinden. Schon deswegen waren zahlreiche Kommunalpolitiker, Kreistags- und Kreisausschussmitglieder, Landtags- und Bundestagsabgeordnete sowie die nahezu komplette Riege der heimischen Bürgermeister zum 42. Kreisfeuerwehrverbandstag gekommen. Neben der Feuerwehrchefin, Landrätin Kirsten Fründt, ließ es sich Hessens Finanzminister Thomas Schäfer nicht nehmen, in Kirchhain vorbeizuschauen. Den finanziellen Aspekt stets im Blickwinkel betonte er, dass das Land im abgelaufenen Jahr, entgegen den bisherigen Gepflogenheiten, gleich drei Bauvorhaben der Feuerwehren im Landkreis unterstützt habe.

Kreisbrandinspektor und Verbandsvorsitzender Lars Schäfer hatte eine ganze Liste von Daten, Zahlen und Fakten zusammengetragen, die die immense, ehrenamtliche Arbeit der freiwilligen Feuerwehren im Landkreis dokumentierten.

Bei 528 Brandeinsätzen, 827 Hilfeleistungen, 303 Brand­sicherungsdiensten, aber auch 385 Fehlalarmen, also insgesamt 2043 Einsätzen kreisweit, wurden 17055 Einsatzstunden im Jahre 2016 abgeleistet. Hinzu kamen 166000 Stunden für Aus- und Fortbildung und Gerätewartung. Bei einem durchschnittlichen Stundensatz für Fachpersonal von 40 Euro, so rechnete Schäfer den Zuhörern vor, sei das eine Summe von 6,6 Millionen Euro, die man dem Steuerzahler erspart habe.

Wie wichtig die technische Ausrüstung der Wehren ist, betonte Schäfer am Beispiel von Verkehrsunfällen, zu den die Feuerwehr im vergangenen Jahr 701 Mal gerufen wurde. Nur mit entsprechenden Geräten, die auf dem neuesten Stand der Technik seien, könnten die Unfallopfer auch gerettet werden.

Die Einsatzbereitschaft der 162 freiwilligen Feuerwehren und 6 Werksfeuerwehren im Landkreis wird aktuell von 3731 Feuerwehrmänner und 419 Feuerwehrfrauen sichergestellt. Hinzu kommen 31 hauptamtliche Kräfte. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels freute sich der oberste Brandschützer des Kreises, dass die Zahlen „auf einem wirklich hohem Niveau“, so Schäfer wörtlich, geblieben seien.

Nachwuchsgewinnung bleibt Dauerthema

Nachwuchsgewinnung und -förderung ist ein Dauerthema der Wehren. Derzeit seien 1053 Jungen und 388 Mädchen in 137 Jugendwehren des Landkreises aktiv. Im Jahre 2015 erfolgten 97 Übernahmen in den jeweiligen Einsatzabteilungen.

Schäfer streifte in seinem Bericht das Thema Jugendfeuerwehr-Ausbildungszentrum, das am Standort Cappel derzeit auf eine Realisierbarkeit hin geprüft wird.

In keinem seiner Berichte der vergangenen Jahre fehlte das Thema Digitalfunk, eine Technik, die seit wenigen Stunden hessenweit als eingeführt gilt. Da das Funknetz im Landkreis noch größere Lücken aufweist und eine digitale Alarmierung nicht überall möglich ist, bleibt der Digitalfunk ein Problem für die Feuerwehren vor Ort.

Nach der Entlastung des Vorstands wurde neben einem neuen Kassenprüfer auch die Position des Pressesprechers neu besetzt. Für den ausscheidenden Alexander Stein (Neustadt) wurde Mathias Zeidler (Marburg) einstimmig gewählt.

Erst im zweiten Anlauf gelang es, mit der Freiwilligen Feuerwehr Dautphetal-Buchenau einen Ausrichter für den Kreisfeuerwehrverbandstag 2019 zu finden. Mit Übergabe der symbolträchtigen Spritze an die Freiwillige Feuerwehr Rauschenberg, die im kommenden Jahr zum Kreisfeuerwehrverbandstag Gastgeber aller Feuerwehren des Landkreises sein wird, endete der offizielle Teil des Verbandstags.

von Heinz-Dieter Henkel

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