Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
17000 Euro für Amöneburgs "Mini-Dom"

Spenden 17000 Euro für Amöneburgs "Mini-Dom"

Der Förderverein der Stiftskirche sammelte in einem Jahr 17000 Euro an Spenden - in seinem Gründungsjahr waren bereits rund 13800 Euro zusammengekommen.

Voriger Artikel
Die Gerätehäuser stehen im Fokus
Nächster Artikel
Auch Wohratal soll sich nach Marburg orientieren

Herbert Fischer (links) übergab den symbolischen Scheck an Pfarrer Marcus Vogler. Das Geld floss unter anderem in die Sanierung der Heiligenfiguren, zum Beispiel von Bonifatius.Foto: Lerchbacher

Amöneburg. Stolz überreichte Herbert Fischer gestern einen symbolischen Spendenscheck an Pfarrer Marcus Vogler. Der Vorsitzende des Fördervereins der Stiftskirche freute sich, das gute Ergebnis des Gründungsjahres sogar noch übertroffen zu haben: „Es ist unglaublich. Im ersten Jahr waren wir schon überrascht, dass es noch besser wurde, ist sensationell.“

Allerdings hält er auch eine Erklärung für das gute Ergebnis parat: „Wir haben nicht nur eine wunderbare Kirche sondern auch ein Kulturdenkmal – das wird mir immer wieder bewusst, wenn ich sehe, dass nicht nur Gläubige aus der Kirchengemeinde sondern auch Menschen aus dem Umland spenden.“ Dem stimmt auch Pfarrer Vogler zu: „Seit der Renovierung haben wir eine wunderbare, eine perfekte Kirche.“ Fischer vergleicht sie gar mit dem Mailänder Dom und bezeichnet sie als „Mini-Ausgabe“ des italienischen Gotteshauses – eine These, der Vogler nicht unbedingt zustimmen will, sie aber erklären kann: „Was ähnlich ist, ist das Aha-Erlebnis beim Betreten – das man von draußen nicht vermuten würde.“

Einen Kredit in Höhe von mehr als 100000 Euro hatte die Kirchengemeinde für die Renovierung des Gotteshauses aufgenommen. Nun muss sie diesen Betrag Stück für Stück zurückzahlen – eine Aufgabe, die der Förderverein kräftig unterstützen will. Die Mitglieder haben einige Punkte aus dem Großprojekt „Renovierung“ herausgepickt, in welche die 17000 gesammelten Euro fließen: Mit 4000 Euro schlagen die neuen Teppiche zu Buche, mit 8000 Euro unterstützten die Spender die Finanzierung der Lautsprecheranlage, für 5000 Euro wurden der Kreuzweg und die Heiligenfiguren saniert – wobei dieser Betrag einer Einzelspende entstammt. 1500 Euro hatte die Frauengemeinschaft Amöneburg, 1000 Euro der Heimat- und Verkehrsverein gespendet. Das Adventskonzert der Bundeswehr brachte knapp 800 Euro ein, hinzu kamen zwei herausragende Einzelspenden in Höhe von 2000 beziehungsweise 5000 Euro. Weitere Spenden will Fischer nicht herausheben, „jeder Euro ist wichtig“, betont Vogler.

Besonders zufrieden ist Fischer, dass die Differenzen zwischen Förderverein und Verwaltungsrat der Kirchengemeinde der Vergangenheit angehören. „Die Konkurrenzsituation ist abgebaut – was gut ist, schließlich arbeiten alle auf das gleiche Ziel hin“, ergänzt Vogler und erklärt, dass weder der Förderverein der Kirchengemeinde noch umgekehrt die Spendengelder abgreife: „Es fließt im Endeffekt alles in den gleichen Topf. Die Beteiligten mussten sich erst an die neue Situation gewöhnen – inzwischen ist klar: Es gibt zahlreiche Synergieeffekte.“ Der Förderverein könne zum Beispiel Menschen über die Kirchengrenzen hinaus ansprechen.

Pfarrer und Vorsitzender hoffen nun, dass die Spendenbereitschaft nicht abreißt. Allerdings steht beim Förderverein eine Veränderung an, denn Fischer stellt sich nach zwei Jahren an der Spitze nicht mehr für ein Vorstandsamt zur Verfügung: „Ich wollte den Verein anschieben – das habe ich getan. Es läuft gut, wir haben zum Beispiel die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und können Bescheinigungen für Spenden und sogar für Mitgliedsbeiträge ausstellen.“ Fischer habe die Arbeit viel Spaß gemacht, nun sei es jedoch an anderen, die Führung zu übernehmen. Er werde dem Verein weiter zur Verfügung stehen – aber nicht an der Spitze. Doch der Vorsitzende zieht sich nicht zurück, ohne sein Rezept bei der Akquirierung von Spenden preiszugeben: „Man muss das Gespräch mit den Menschen suchen und manchmal auch hartnäckig sein. Oft sieht man nur einen kleinen Funken Bereitschaft zu spenden – doch es kann einiges daraus werden.“

Die Jahreshauptversammlung des Fördervereins findet am 16. April um 20 Uhr in den Amöneburger Bürgerstuben statt.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr