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150 neue, potenzielle Lebensretter

Typisierung 150 neue, potenzielle Lebensretter

Den Blutkrebs besiegen - 150 Schüler und Lehrer der Alfred-Wegener-Schule wollten aus diesem Anlass einen Beitrag leisten und ließen sich aus diesem Grund in der Aula typisieren.

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Während Lea Sophie Böckler (rechts) sich auf die Typisierung vorbereitet, füllt Duygu Caliskan den Fragebogen aus.

Quelle: Karin Waldhüter

Kirchhain. Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs. Nur eine Stammzellenspende kann dann helfen. Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale zu nahezu 100 Prozent übereinstimmen - und genau das macht die Sache so schwierig: Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, liegt im besten Fall bei 1 zu 20000, oft aber auch bei eins zu mehreren Millionen.

Daher gilt: Je mehr Menschen sich als potenzielle Spender registrieren lassen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden. Dies war auch ein Grund, warum sich die Alfred-Wegener-Schule an dem Projekt „Leben spenden macht Schule“ der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) beteiligte. Und das mit großem Erfolg: „Die Resonanz der Spendenbereitschaft ist sensationell“, freute sich Hartmut Huber, Mitglied der Schulleitung der AWS, mit Blick auf die lange Schlange Freiwilliger, die sich vor der Bühne der Aula gebildet hatte und auf die Typisierung wartete. Im Vorfeld hatten sich alle Schüler der Oberstufe mit dem Thema in den Religions- und Ethikkursen beschäftigt.

"Warum nicht? Es bringt anderen nur Vorteile"

DKMS-Mitarbeiter Martin Quag aus Köln informierte am Aktionstag über Bedeutung, Arten und Ablauf der Typisierung und berichtete von seiner eigenen Stammzellenspende.

An elf Tischen konnten die Schüler dann einen Wangenabstrich vornehmen, mit dem die Gewebemerkmale analysiert werden. Schüler des Ethik-Kurses der Jahrgangsstufe 12 füllten währenddessen gemeinsam mit den möglichen Spendern Fragebögen aus.

Jeder, der sich bei der DKMS registrieren lässt, hat die Chance einem Blutkrebspatienten das Leben zu retten. Für den 17-jährigen Schüler Philipp Nau ein ausschlaggebender Punkt, um sich registrieren zu lassen: „Warum nicht? Es bringt mir keinen Nachteil und anderen nur Vorteile. Es geht um Leben, und man kann ein Leben retten, ohne dass ein signifikantes Risiko vorhanden ist.“

Selbstverständlichkeit der Schüler erfreut Huber

„Es kann doch jeden treffen“, sagte Lasse Novak, der sich um den Fragebogen kümmerte, sich aber später noch registrieren lassen wollte. Lange überlegen musste auch Schülerin Lea Sophie Böckler nicht. Sie drehte gewissenhaft die beiden Wattestäbchen in ihrem Mund, um sicherzugehen, dass genügend Material daran haften bleibt.

Im Labor werden die Gewebemerkmale dann analysiert, und der Name wird in die DKMS-Datei aufgenommen. Dann steht er der weltweiten Suche nach Stammzellenspendern zur Verfügung. Die Daten der 17-jährigen Schüler bleiben bis zu ihrem 18. Geburtstag gesperrt und werden erst mit ihrer Volljährigkeit für den Suchlauf freigegeben.

„Es ist super, mit welcher Selbstverständlichkeit die Schüler agieren“, freute sich Huber mit Blick auf die Helfer aus dem Ethikkurs. Allerdings benötige der weltweit größte Dateienverbund jederzeit Unterstützung, entsprechend seien Spenden gern gesehen. Die Registrierungskosten jedes Stammzellenspenders belaufen sich für die DKMS auf 50 Euro.

„Die Schüler zeigten eine schöne Aufmerksamkeit und Empathie während des Vortrages. Schön, dass hier an der Schule die Bedeutung des Themas im Vorhinein besprochen wurde“, betonte Quag. Die Zahl von 150 potenziellen Lebensspendern, die in die DKMS-Datei aufgenommen werden konnten, sei „fantastisch“.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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