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15.000 Stecklinge zum Abitur

Energiewald 15.000 Stecklinge zum Abitur

Den ersten Energiewald in Stadtallendorf will die Niederkleiner Familie Schlenstedt bei ihrem Hoffest am Sonntag, 3. Juli, der Öffentlichkeit vorstellen.

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Gerhard Maximilian Schlenstedt zeigt einige der Stecklinge, die zum Energiewald heranwachsen sollen.

Quelle: Alfons Wieber

Niederklein. Den Energiewald hat Sohn Gerhard Maximilian auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche oberhalb des Hofgrundstücks der Schlenstedts angelegt. Insgesamt 15.000 Baumstecklinge, darunter Pappel-Hybriden, Robinien und Weiden, hatte er zusammen mit seinen Niederkleiner Freunden in mühevoller Arbeit gepflanzt. Begonnen hatten sie damit Anfang März.

Die Stecklinge hatten ihm seine Eltern Jutta und Gerhard zum Abitur geschenkt. Große Probleme hatte Gerhard Maximilian mit seiner Anpflanzung bei der kürzlichen Trockenheit. Immer wieder musste er zusammen mit Vater Gerhard mit einem großen Güllefass voller Wasser zu den Stecklingen fahren, um sie mit Wasser zu versorgen.

Eigentlich sollte das Grundstück als Waldgrundstück aufgeforstet werden. Weil Hessen aber als sehr waldreiches Land gilt, hatten die Behörden die erforderliche Genehmigung versagt. So waren Gerhard Maximilian und seine Eltern auf die Idee des Energiewaldes gekommen. Dabei werden schnellwachsende Hölzer gepflanzt, die in einem Rhythmus von rund sechs Jahren die zur Ernte erforderliche Größe erreichen. Bei der Ernte im Herbst oder Winter werden die Stecklinge, die dann einen Durchmesser von rund 10 Zentimetern besitzen, etwa 15 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Das Holz wird anschließend geschreddert und als Hackschnitzel in dafür ausgelegten Heizanlagen verfeuert. Aus den Stümpfen der Stecklinge wachsen dann erneut Bäume und der Kreislauf der nachwachsenden Energieform beginnt von vorn.

Als nächstes ist ein Brunnen, der den Betrieb unabhängig vom öffentlichen Netz mit Brauchwasser versorgen soll, geplant. „Wir haben bereits eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und möchten mit dem Energiewald und dem Brunnen weitestgehend unabhängig von Wasser, Strom und Heizenergie werden“, betonte Sohn Gerhard Maximilian, der den Betrieb seines Vaters einmal übernehmen möchte.

Beim dritten Hoffest am 3. Juli wartet ab 11 Uhr ein breitgefächertes Programm auf die Gäste. Es sind Rundfahrten mit Oldtimerschleppern, Kinderbetreuung und eine kleine Landmaschinenausstellung geplant. Sogar die Bundeswehr ist mit einem Informationsstand und einem kleinen Kettenfahrzeug vertreten. Als Höhepunkt werden 100 Restaurantgutscheine unterschiedlicher Wertigkeit in verschlossenen Umschlägen und alle zum gleichen Preis verkauft. Den Gesamterlös des Hoffestes wollen die Schlenstedts diesmal zu je einem Drittel der Stadtallendorfer Kindertafel, der Niederkleiner Burschenschaft und der Behindertenhilfe Roßdorf spenden.

von Alfons Wieber

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