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15-jährige Durststrecke findet ein Ende

Ex-Bürgermeister zeigt seine Kunst 15-jährige Durststrecke findet ein Ende

Klare Strukturen, tolle Proportionen, insgesamt farbenfrohe Bilder - Klaus Bartnik erntete während der Eröffnungsfeier seiner Ausstellung in Stadtallendorf eine Menge Lob.

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Klaus Bartnik steht vor seinem Werk „Marburg b(u)y Night“, das im Foyer hängt.Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. Die Kunst hat Einzug im Stadtallendorfer Rathaus gehalten. Insgesamt 30 Acryl-Malereien zieren seit Montag das Foyer und lassen Bürgermeister Christian Somogyi hoffen, dass sich zahlreiche Kunstinteressierte vor Ort ein eigenes Bild von den Werken machen. Schließlich liegt die letzte vergleichbare Ausstellung schon 15 Jahre zurück.

Klaus Bartnik, der diese lange Durststrecke nun beendet hat, ist in der Region jedenfalls kein Unbekannter. Von 1990 an war der begeisterte Künstler für zwölf Jahre Bürgermeister von Gladenbach.

Es sei eine Ehre für ihn, seine Kunstwerke in der zweitgrößten Stadt des Landkreises auszustellen, sagte Bartnik während der Eröffnungsfeier. Rund 80 Gäste waren dazu ins Rathaus gekommen. Seine Vernissage trägt den Titel „noires et multicolor“, also eine französische Version von „das Dunkle und das Bunte“.

Und dieser Kontrast zieht sich ähnlich eines roten Fadens durch die Ausstellung: Genau die Hälfte der Bilder hat Bartnik unter dem Motto „noire“ gefertigt, indem er zunächst reale Motive der Nacht beobachtete, dann fotografierte und später samt der Lichtquellen mit Acrylfarben wirkungsvoll inszenierte. Der 69-Jährige zeigt zum Beispiel eines seiner Bilder, auf dem eine Straßenlaterne in der Nacht von „Marburg b(u)y Night“ scheint. „Es ist schade, dass es immer mehr LED-Lampen gibt. Die Leuchtkraft ist einfach nicht so stark“, erklärte er.

Die andere Hälfte seiner Kunstwerke zeigt recht bunte, farbbetonte Motive. Es fällt auf, dass diese Art der Bilder deutlich abstrakter konstruiert ist. Bartnik überlässt dem Betrachter die Interpretation, gibt den Darstellungen deshalb auch keine Namen, sondern nennt sie lediglich „Szenen“. „Es stecken schon konkrete Gedanken dahinter, wenn ich diese Bilder male. In dem einen sehe ich zum Beispiel eine Familie, in dem anderen einen Altar. Aber das kann jeder anders beurteilen“, erläutert er.

Wie hat denn nun gerade er es geschafft, nach so vielen Jahren mal wieder Raum für seine Werke im Stadtallendorfer Rathaus zu finden? Die Antwort klingt einfacher als erwartet: „Man muss einfach mal den Mund aufmachen und fragen“, erzählte Bartnik. Schon in seiner Zeit als Gladenbacher Stadtoberhaupt habe er rege gemalt, seine Bilder aber nie in der Öffentlichkeit präsentiert. „Die Leute hätten wahrscheinlich gedacht: Spinnt der Bürgermeister jetzt total?“, erinnerte er sich.

Erst seit 2004 stellt Bartnik seine Kunstwerke aus. Für ihn, so fügt er an, sei das inzwischen sogar mehr als ein Hobby. Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi ist von der Vernissage fasziniert. „Er malt mit klaren Strukturen und toller Verteilung der Proportionen. Es ist richtig farbenfroh geworden.“ Etwa 50 bis 100 Menschen werden wohl pro Tag an den Gemälden vorbeilaufen. Somogyi hält es für wahrscheinlich, dass Ausstellungen dieser Art demnächst häufiger das Rathaus schmücken könnten.

von Yanik Schick

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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