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124 Häuser können ans Nahwärmenetz

Erneuerbare Energien 124 Häuser können ans Nahwärmenetz

Auf reges Interesse stieß die Informationsveranstaltung zum Nahwärmenetz für die Rauschenberger Kernstadt. Das Planungsbüro hatte Positives zu berichten.

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Der Saal in der Kratz‘schen Scheune war während der Informationsveranstaltung zum Nahwärmenetz gut gefüllt mit Interessenten. Foto: Heinz-Dieter Henkel

Rauschenberg. Mit knapp 130 Anwesenden waren die Plätze gut belegt, als Bürgermeister Michael Emmerich die Veranstaltung eröffnete. Nach Josbach und Schwabendorf ist die Kernstadt der dritte Rauschenberger Stadtteil, der künftig aller Voraussicht nach die Abwärme einer Biogasanlage nutzen wird. Bis zuletzt hatte Physiker Gunter Brandt vom Einbecker Planungsbüro GUT, der bereits am Bau der Anlagen in Josbach und Schwabendorf beteiligt war, an den Planungen für die Wärme-trassen gearbeitet. Er stellte eine tagesaktuelle Karte vor.

Positiv: Die Wirtschaftlichkeitsberechnung hat gezeigt, dass sich ein Nahwärmenetz für die Kernstadt rechnet. „Das Gutachten hat ergeben, dass die Nahwärmenutzung klar billiger als das Heizen mit Öl ist“, so Brandt wörtlich.

Zu geringes Interesse in der Altstadt

Negativ: Nicht alle Interessenten könnten angeschlossen werden. Hierzu führte Brandt aus, dass sich in der Altstadt zu wenige Anschlusswillige gemeldet hätten. Um diese ebenfalls mit anzuschließen enstünden unverhältnismäßig hohe Kosten.

So wird in erster Linie das Neubaugebiet „Schwitzenberg“, weite Teile der „Siedlungs- und Bahnhofstraße“, sowie die Straße „Auf dem Flur“ mit Nahwärme erschlossen. Mit dabei sind Großabnehmer wie die heimischen Unternehmen SW-Motech, Starkon, Horst Kunststoff und Metallbearbeitung, das Autohaus Horst und das Pflegezentrum „Haus Rauschenberg“.

Weiterhin wären öffentliche Gebäude wie die dem Landkreis gehörenden Grundschule und Sporthalle und selbstverständlich auch die Kratz‘sche Scheune künftig am Netz. „Wir hätten gerne auch das Rathaus dabei gehabt“, zeigte sich Bürgermeister Michael Emmerich ein wenig enttäuscht. Dennoch war die Grundstimmung im Saal äußerst positiv.

Die aktuellen Berechnungen des Einbecker Planungsbüros ergaben, dass man mit einem Netz von knapp 8 Kilometern Länge insgesamt 124 Gebäude anschließen kann.

Die Kosten beliefen sich insgesamt auf eine Investitionssumme von 3,4 Millionen Euro, worin Zuschüsse allerdings nicht eingerechnet seien. Gut 58 Prozent des Jahresenergiebedarfs könnten von der „Biogasanlage Fiddemühle“ abgedeckt werden. 37 Prozent sollen über eine Holzhackschnitzelanlage produziert werden und die fehlenden 4 Prozent soll ein Spitzenlastkessel liefern. Wo die Zusatzenergielieferanten letztlich errichtet werden sollen, steht derzeit noch nicht endgültig fest.

Wie zu erwarten, gab es zahlreiche Rückfragen der Teilnehmer. Auf die Frage, wie lange man denn noch mit der Wärmelieferung von der Fiddemühle rechnen könne, antwortete Brandt, dass man davon ausgehen dürfe, dass die Familie Stracke wohl auch nach dem Auslaufen der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in 14 Jahren weiterhin Strom mit Biogas erzeugen werde. Über die Abgabekonditionen müsse dann allerdings neu verhandelt werden.

Baubeginn schon im Herbst denkbar

Auf die geäußerte Sorge über eine schon ältere Heizungsanlage, die dem zu erwartenden Leitungsdruck von 5 bar nicht standhalten könnte, entgegnete Brandt, dass undichte Heizkörper erfahrungsgemäß absolute Einzelfälle wären. Sie müssten dann eben ausgetauscht werden. Außerdem könne man sich ja einen Wärmetauscher einbauen, was aber zu höheren Kosten führen würde. Die Bedingungen und Details müsste letztlich die Genossenschaft festlegen.

Zum zeitlichen Ablauf sagte der Physiker, dass der erste Spatenstich bereits im Spätherbst erfolgen könne. Dies sei aber „ein sehr sportliches Ziel“. Es sei aber durchaus denkbar, dass in einem Jahr alle Rohre verlegt sein werden.

Nachdem Vertreter von Sparkasse und Raiffeisenbank zum Thema Finanzierung referiert hatten, verwies der Arbeitskreis Nahwärme Rauschenberg auf die ausgelegen Satzungsentwürfe.

- Der Arbeitskreis lud zur Gründungsversammlung einer Nahwärmegenossenschaft am Mittwoch, 23. Juli ab 19 Uhr in die Kratz‘sche Scheune ein.

von Heinz-Dieter Henkel

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