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12273 Stunden im Dienst für die Bürger

JHV der Feuerwehren 12273 Stunden im Dienst für die Bürger

"Die Belastungen an jeden Feuerwehrmann werden immer höher und die Ausbildung immer wichtiger", bilanzierte Stadtbrandinspektor Stefan Krähling während der Hauptversammlung der Amöneburger Wehren.

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Gemeinsam mit Michael Richter-Plettenberg (hinten, Zweiter von links), Stefan Krähling (hinten, Vierter von links), Stephan Schienbein (rechts) und Karina Gottschalk (hinten, Dritte von rechts) stellen sich die Geehrten zum Foto auf. Foto: Karin Waldhüter

Mardorf. Anhand von Zahlen verdeutlichte Stadtbrandinspektor Stefan Krähling in seinem Jahresbericht zunächst den immensen Einsatz, den die Mitglieder der Einsatzabteilungen brachten: „128 ehrenamtlich tätige Mitglieder in den Einsatzabteilungen in fünf Stadtteilfeuerwehren leisteten 12273 Stunden“, hob er hervor. Dies ergebe etwa 95,88 Stunden für jeden aktiven Kameraden, also fast zweieinhalb Wochen Arbeitszeit, stellte er fest.

„Das vergangene Jahr war wieder ein durchschnittliches, aber doch einsatzreiches Jahr“, erklärte Krähling. Er berichtete von 14 Einsätzen. Der größte sei ein Zimmerbrand in Mardorf gewesen. Eine Person musste wegen einer Rauchgasintoxikation mit dem Rettungswagen nach Marburg gebracht werden. Hinzu kamen unter anderem zwei Kleintierrettungen und zwei kleine Flächenbrände.

„Neben den vielen Einsätzen darf die Ausbildung nicht zu kurz kommen“, betonte der Stadtbrandinspektor. Auf den Dienstplänen der Feuerwehren kamen 11250 Stunden Ausbildung zusammen. Dabei nicht aufgezählt seien die Stunden, die Kameraden aus Roßdorf leisteten, die sich an einer Informations- und Kommunikationsgruppe (IKU) des Landkreises beteiligt hätten, betonte er.

Kritische Worte richtete er an die Politik: Der demografische Wandel sei mit Sicherheit nicht der einzige Grund, warum der Rückgang der Mitgliederzahlen bundesweit anhielte, sich aber in Amöneburg in Grenzen halte. „Trotz Bemühungen in Richtung Bürokratieabbau in allen Verwaltungsebenen hat der Verwaltungsaufwand für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren enorm zugenommen. Dieser Aufwand verhagelt die Freude am Ehrenamt, nimmt vor allem Führungskräfte häufig in Beschlag und bindet damit zeitliche und personelle Ressourcen, die anderswo besser eingesetzt wären.“ Einsatzkräfte zu halten und neue zu rekrutieren gelinge nur, wenn man die Entscheidung für das Ehrenamt nachhaltig erleichtere.

Stadtjugendfeuerwehrwart Oliver Bieker erklärte, dass es bei den Jugendfeuerwehren einen Zuwachs um ein Mitglied gegeben habe, sodass sich nun 47 Jungen und 16 Mädchen engagieren. „Neben den rund 300 Stunden feuerwehrtechnischer Ausbildung in Theorie und Praxis wurden fast 150 Stunden allgemeine Jugendarbeit betrieben“, berichtete Bieker.

Matthias Schick, Fachdienstleiter Funk, berichtete von 38 Lehrgangsbesuchen für den neuen Digitalfunk. Der Einbau der Geräte sei wahrscheinlich bis Ende April abgeschlossen.

Besondere Auszeichnung für Jugendfeuerwehrwart

Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg lobte die gute Zusammenarbeit und zeigte sich von der zuvor genannten Stundenzahl beeindruckt. Rechne man den für die Feuerwehren investierten Betrag von 107139 Euro auf jeden Bürger hoch, dann komme ein Betrag von 20 Euro heraus. „Dafür bekommen die Bürger eine Vollkaskoversicherung, die Sie ihnen zur Verfügung stellen“, sagte er zu den Feuerwehrleuten.

„Das ist eine leistungsfähige und starke Feuerwehr, die sich sehen lassen kann“, lobte Kreisbrandmeister Stephan Schienbein, der gemeinsam mit Kreisjugendwartin Karina Gottschalk gekommen war. Sie warb vor den 59 anwesenden Feuerwehrkameraden um Unterstützung für den Aktions- und Delegiertentag, der im Rahmen des 50. Jubiläums der Hessischen Jugendfeuerwehren vom 16. bis 18. Mai in Marburg stattfindet. In Anerkennung der Verdienste um die Jugendarbeit in der Feuerwehr in einen Zeitraum von über 15 Jahren verlieh sie eine „besondere Auszeichnung, die nur wenige vorher erhalten haben“, an Stadtjugendfeuerwehrwart Oliver Bieker. Bieker war ab 1995 Jugendwart in Rüdigheim und ist seit 1996 Stadtjugendfeuerwehrwart. Er wurde mit der Florian-Medaille in Gold der hessischen Jugendfeuerwehr ausgezeichnet.

Beförderungen

zur Feuerwehrfrau-Anwärterin: Katharina Weber und Julia Klatt (beide Amöneburg); zum Feuerwehrmann-Anwärter: Sebastian Ossowski (Erfurtshausen), Markus Nau (Amöneburg-Mitte), Kevin Birk, Michael Kappel, Dominic Kappel (alle Rüdigheim); zum Feuerwehrmann: Alexander Dibelius und Martin Esch (beide Roßdorf); zum Oberfeuerwehrmann: Martin Kessler (Erfurtshausen); zum Hauptfeuerwehrmann: Michael Nau (Rüdigheim); zum Löschmeister: Marko Nau (Roßdorf); zum Oberlöschmeister: Oliver Bieker (Rüdigheim).

Ernennung zum Ehrenbeamten: Tobias Rhiel (Wehrführer), Björn Jennemann (stellvertretender Wehrführer, beide Roßdorf), Matthias Schick (stellvertretender Wehrführer Erfurtshausen).

Auszeichnungen

Kreisbrandmeister Stefan Schienbein zeichnete Alexander Dibelius und Matthias Luzius mit dem eisernen Leistungsabzeichen aus. Das goldene Leistungsabzeichen erhielt Elvira Distler (alle Roßdorf).

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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