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120 Einsatzkräfte proben den Ernstfall

Übung 120 Einsatzkräfte proben den Ernstfall

Sirenen holen die Neustädter am Samstagmittag aus der Mittagsruhe. Im Haus der Begegnung ist es nach einer Explosion zu einem Feuer gekommen, und Menschenleben müssen gerettet werden.

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Einsatzkräfte kümmern sich um Gerettete.Fotos: Karin Waldhüter (2), privat

Neustadt. Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge fahren mit Blaulicht vor, Rettungskräfte treffen im Minutentakt ein. Den Helfern bietet sich ein Bild des Grauens: Eine junge Frau rennt panisch auf sie zu. „Hilfe, Hilfe, mein Freund stirbt“, ruft sie und zieht die Rettungskräfte in Richtung eines Lastwagens, unter dem ihr Freund eingeklemmt ist.

Zeitgleich scheinen sich im Haus der Begegnung weitere Katastrophen anzubahnen: Nach einer Explosion hat es ein Feuer gegeben und zahlreiche Verletzte sind dort eingeschlossen. Eine Person ist auf der Flucht vor dem Feuer über das Geländer gestürzt und hat sich schwer verletzt.

Realistischer könnte der Einsatz für die Hilfskräfte nicht sein: Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Stadtallendorf und Neustadt, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes üben am Samstag in Neustadt gemeinsam für den Ernstfall. Atemschutzträger dringen in das Haus der Begegnung ein, Schläuche werden ausgerollt und von einer Drehleiter aus Löschwasser auf das Dach des Hauses der Begegnung gespritzt.

Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner weiß: In Momberg findet zeitgleich eine zweite Übung statt. Auf dem Weg zum Einsatz ist ein Feuerwehrkamerad an einer Kreuzung in einen Unfall mit einem Traktor verwickelt. Die Feuerwehren aus Momberg und Mengsberg sowie der Rüstwagen aus Stadtallendorf sind dort im Einsatz.

Bei verschiedenen anspruchsvollen Übungsszenarien gilt es für die Einsatzkräfte, gemeinsam die unterschiedlichen Aufgaben zu lösen und insgesamt 17 Verletzte zu retten. Ein leitender Notarzt und ein zweiter Notarzt kümmern sich um die beiden Schwerverletzten, die anderen Helfer betreuen alle Geretteten medizinisch in einem eigens aufgebauten Zelt.

Nur wenige Personen waren in das Szenario eingeweiht, das Mombergs stellvertretender Stadtbrandinspektor Arno Sack, Neustadts Übungsleiter Steffen Maurer und Stadtallendorfs stellvertretender Wehrführer Uwe Wiegand gemeinsam mit Daniel Kanetscheider vom DRK-Rettungsdienst Mittelhessen ausgearbeitet hatten. „Der Einsatz ist auch eine Abschlussübung für Rettungssanitäter, die demnächst Prüfung machen und ihre Ausbildung abschließen“, berichtet Kanitscheider.

Im Einsatz ist auch die Schnelleinsatzgruppe Ost mit Helfern und Fahrzeugen. Die Leitung hat Neustadts Stadtbrandinspektor Erhard Wölk übernommen. Direkt nach dem Einsatz zieht er ein erstes positives Resümee: „Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und den Rettungskräften hat gut geklappt.“ Insgesamt seien 120 Einsatzkräfte in die Übung eingebunden gewesen, betont er.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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