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Zwischendurch mehr Wasser im Mühlgraben

Bauarbeiten in Münchhausen Zwischendurch mehr Wasser im Mühlgraben

Der Mühlgraben war zuletzt fast trockengefallen, weil zu wenig Wasser im Todenhäuser Arm ankam. Nach der Beschwerde eines Anliegers fanden Kreis und Gemeinde Münchhausen eine vorübergehende Lösung.

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Im Spätsommer war der Mühlgraben in Todenhausen morastig und stellenweise fast ausgetrocknet. Zwischenzeitlich führte er mehr Wasser.

Quelle: Carina Becker-Werner/Archiv

Todenhausen. Der Garten des Todenhäusers Norbert Ujec liegt direkt am Mühlgraben, einem ehemals sprudelnden Bach, der in den vergangenen Jahren zunehmend trockenfiel. Darüber setzte Ujec sich immer wieder mit dem Fachbereich Wasser und Naturschutz beim Landkreis auseinander. Mitte September berichtete die OP über den Konflikt - und inzwischen ist Bewegung in die Angelegenheit gekommen.

Ein wertvoller Lebensraum für Fische, Krebse und andere Wassertiere sei bedroht, befand Ujec und forderte den Landkreis auf, für einen besseren Zufluss zu sorgen. Dafür war der Kreis zuständig, weil dieser im Jahr 2009 beim Brückenbau an der Kreisstraße 86 einen kaputten Zufluss erneuert hatte. Jedoch nimmt das damals installierte Rohr, das Wasser aus dem Untersimtshäuser Teil des Mühlgrabens in den Todenhäuser Arm bringen soll, nur eine Teilmenge des Wassers auf. Der Rest plätschert links und rechts davon in die darunter fließende Wetschaft. Hinzu kam, dass die Zuflüsse auf Untersimtshäuser Gebiet stark zugewachsen und teils verstopft waren, wie Norbert Ujec der OP bei einem Ortstermin zeigte.

Wenn ein ökologisch wertvoller Lebensraum erhalten bleiben solle, müsse etwas passieren, sagte Ujec. Nach der OP-Berichterstattung Mitte September fand ein Ortstermin mit Landkreis, Gemeinde Münchhausen und dem Anlieger statt. „Endlich passiert mal etwas!“, freute sich der Anlieger und berichtete der OP, dass die Gemeinde Münchhausen den Mühlgraben-Zufluss von Pflanzen und Verschmutzungen befreit habe. „Jetzt kommt schon deutlich mehr Wasser bei uns an“, war Ujec zunächst zufrieden.

Derzeit geht es nicht voran in der Sache. Im Gegenteil, gerade trocknet der Mühlgraben wieder aus. Aber nur vorübergehend, wie Norbert Ujec in Erfahrung gebracht hat. Grund sind Arbeiten der Bahn an der Strecke, die parallel zum Mühlgraben verläuft. Dort entsteht eine neue Brücke, wie Münchhausens Bürgermeister Peter Funk auf Nachfrage der OP berichtet. „Solange die Arbeiten laufen, wird der Wasserzufluss gestoppt“, erklärt der Bürgermeister und verspricht: „Es ist nur vorübergehend, danach kommt wieder Wasser im Todenhäuser Mühlgraben an.“ Und es zeichnet sich noch eine Verbesserung ab. Im Zuge der Arbeiten an der Bahntrasse werde das undichte Rohr ausgebessert, berichtet Funk.

Norbert Ujec ist zufrieden - wenn alles so klappt. „Dass die Gemeinde Münchhausen sich jetzt um den Zufluss kümmert und das Bachbett dort sauberhält, ist schon gut. Mit einem dichten Rohr bekommen die Fische dann auch wieder genug Wasser“, ist er zuversichtlich und will die Sache weiter im Auge behalten.

In den nächsten Jahren sollte dabei noch mal Bewegung in die Angelegenheit kommen. Sowohl der Landkreis als auch Bürgermeister Funk verweisen gegenüber der OP auf Überlegungen zur Umgestaltung des Mühlgrabensystems, denn im Zuge des Ortsumgehungsstraßenbaus an der B252 werden sich bauliche Veränderungen ergeben.

von Carina Becker-Werner

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