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Zweifach Stress und zweifach Glück

Zwillinge Zweifach Stress und zweifach Glück

Es ist das erste Zwillingstreffen, zu dem die Hebamme Gundula Hugo in ihre Praxis in Oberweimar eingeladen hat. „Einfach, um einen Austausch zwischen den Eltern zu ermöglichen“, erklärt die 53-Jährige.

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Vier Mal süß: Das Zwillingspärchen Marty und Melina (von links)  sowie die Geschwister Lana und Marie entspannen sich auf dem Bett, während Marion Hofmann mit ihren Zwillingen Martha und Lenie kuschelt.

Quelle: Nadine Weigel

Oberweimar. Seit Anfang der 1980er Jahre ist sie als Hebamme tätig, zunächst in verschiedenen Krankenhäusern. Und seit 1990 begleitet sie als niedergelassene Hebamme werdende Mütter im Marburger Land. Bis zur Vollendung des ersten Lebensjahrs ist sie für die jungen Familien da und hilft dabei, dass der Start ins Leben gut gelingt.

„Bei Zwillingen ist diese Unterstützung besonders wichtig – damit es mit den Stillen klappt und mit dem Schlafen, die Mütter sollen ja auch mal wieder mehr als zwei Stunden am Stück ruhen können“, sagt Gundula Hugo und schnappt sich die kleine Martha Hofmann, die im Mai ein Jahr alt wird. Sie drückt das Baby an sich und herzt es: „Für euch kleinen Schätze, da lohnt sich aber auch wirklich jeder Aufwand“, sagt sie und lacht. „Diese erste Zeit mit Zwillingen ist so unglaublich schön – es ist ja nicht nur doppelt Stress, sondern auch doppelt Glück“, weiß die Hebamme und lässt die kleine Martha zurück zu ihrer Zwillingsschwester Lenie, die gemeinsam mit ihrer Mutter Marion Hofmann aus Sterzhausen zum Treffen gekommen ist.

Für die 27-jährige Industriekauffrau sind die Zwillingsmädchen die ersten Kinder. Wie das so ist mit Säuglingen im Doppelpack? „Aufregend und spannend, auch sehr anstrengend und einfach unglaublich toll“, sagt Marion Hofmann, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Marco zwei Kinder gewünscht hat. „Da hat das mit Zwillingen genau gepasst“, sagt sie – und da stimmen auch andere Zwillingsmütter mit ein. So war auch für Julia Rauch aus Wenkbach und ihren Mann Gerold die Familienplanung mit der Geburt von Nina und Leni komplett. Die beiden kleinen Mädchen sind vor kurzem ein Jahr alt geworden – neugierig erkunden sie die Welt und setzen dabei, wie die Mutter berichtet, schon auf Teamarbeit: „Die eine macht das Gittertürchen auf, die andere schlüpft hindurch.“

"Mit einem wäre es langweilig"

Julia Rauch hat sich ganz auf das Leben mit zwei Babys eingestellt, „mit nur einem wäre es fast ein wenig langweiligt“, sagt sie und lacht. Die 35-Jährige geht inzwischen wieder an einem Tag in der Woche arbeiten. „Ich bin dann ganz froh, wenn es mehrere Stunden am Stück mal nur Erwachsenengespräche und Erwachsenenthemen gibt, aber dann bin ich auch wieder glücklich, wenn ich heimkomme und bei meinen Kindern sein kann.“

Den Alltag mit Zwillingen managen – dafür bedarf es eines gewisses Talents, die Dinge zu ordnen und zu planen. „Organisation ist alles“, da sind sich die versammelten Zwillingseltern ganz einig. Und auch darin, dass man sich nicht zu viel vornehmen sollte. „Na klar, es muss einfach alles doppelt gemacht werden – und das kostet doppelt Zeit“, sagt Marion Hofmann, die heilfroh ist, wenn zwischendurch mal ein Familienmitglied die Betreuung übernimmt. „Einkaufen mit Zwillingen, das ist schon was, da kommt man mit dem Wagen eigentlich gar nicht durch die Gänge“, sagt sie und lacht.

Am Ende des Tages zählt für die Zwillingsmutter aus Sterzhausen nur eins: dass ihre beiden Mädchen einen schönen Tag hatten. „Darauf kommt es an – und das entschädigt für alle Müdigkeit und Anspannung.“

von Carina Becker

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