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Zwei kluge Hunde und viel Freiheit

Hobby-Schäfer aus Leidenschaft Zwei kluge Hunde und viel Freiheit

Der Verein für deutsche Schäferhunde lud Schäfer, die mit Schäferhunden arbeiten, zum Bundesleistungshüten nach Kassel ein. Manfred Damm aus Treisbach erzielte dort den dritten Platz.

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Manfred Damm aus Treisbach mit seiner Herde und den Hunden Peggy und Luna.

Quelle: Tobias Hirsch

Treisbach. Völlig relaxed weiden 100 Schwarzkopfschafe auf einer eingezäunten Wiese am Waldrand bei Treisbach. Als Peggy und Luna aus dem Auto von Manfred Damm springen, rotten sich die Schafe sofort zusammen und nehmen fast respektvoll Haltung an. Sie kennen Luna und Peggy sehr genau und wissen, dass sie ihre Aufpasser sind, wenn es ins freie Gelände geht.

Ihr Besitzer Manfred Damm, Hobby-Schäfer und Vorstandsmitglied des Kreisschäfervereins Marburg-Kirchhain-Biedenkopf, ist stolz auf seine beiden Schäferhunde. Brillierten sie doch jüngst beim Bundeswettbewerb „Schafe hüten“ des deutschen Schäferhundevereins. Die meiste Arbeit verrichtete die vierjährige Luna, die achtjährige Peggy fungierte als Begleithund. Zusammen mit Damm bilden sie eine echt verschworene Gemeinschaft mit blindem Verständnis für die anstehenden Aufgaben. „Bei solchen Wettbewerben werden komprimiert Situationen vorgeführt, mit denen sich Schäfer im Alltag auch auseinandersetzen müssen“, sagt Manfred Damm. Im Wettbewerb treffen die Hunde allerdings auf eine ihnen unbekannte Herde, was neben der Dichte der Aufgaben eine zusätzliche  Herausforderung darstellt.

Gutes Ergebnis beim Leistungshüten

Doch die Hunde bleiben cool, spüren wohl auch die äußere Gelassenheit ihres „Chefs“ und meistern ihre Aufgaben. 92 Punkte fahren sie ein. Das reicht für Platz drei. Damm ist sehr zufrieden. Als Schäfer ist er es mehr gewohnt, mit den Hunden allein unterwegs zu sein, ohne Richter und Zuschauer. Freiheit pur eben. Täglich ist er zwei, drei Stunden mit den Schafen beschäftigt. Doch er genießt es auch mal, einem Publikum sein schönes Hobby zu zeigen.

100 Schafe bringen rund 300 Kilo Rohwolle, wobei das Kilo rund 50 Cent einspielt. „Allerdings kostet das Scheren drei Euro“, verdeutlicht Damm.  Mehr geht da schon über den Verkauf von Lämmern und Mutterschafen. Nein, leben kann er davon nicht, es ist ein Zubrot und in erster Linie ein Hobby.

16.850 Schafe im gesamten Landkreis

Damm, im eigentlichen Leben bei einer Baufirma in Caldern tätig, genießt es, nach Feierabend mit seinen Hunden zur Herde zu gehen. Er ist da schon ein bisschen familiär vorbelastet. Bis 1978 hatte sein Vater Schafe. Die schaflose Zeit währte für Damm nur bis 1991. Dann legte er sich eine Herde zu, 100 Tiere. Damm ist bei Weitem kein Exot im Landkreis. „Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist der schafreichste Landkreis in ganz Hessen“, sagt Norbert Fett, Geschäftsführer des Kreisschäfervereins.

16.850 Schafe sind es aktuell, die sich auf 411 verschiedene Halter verteilen. „Das Angebot vor Ort ist also da. Dennoch machen uns die großen der Branche die Preise kaputt“, sagt er. „Das letzte Wort hat dabei aber der Verbraucher. Er muss sich entscheiden, ob er Fleisch von einem Tier, das aus Neuseeland Tausende Kilometer unterwegs war, essen möchte, oder eben von Tieren, die hier vor Ort gelebt haben“, so Fett.

In den nächsten Sitzungen wird es aber weniger um die Wirtschaftsfragen gehen als um Geselligkeit. Denn im nächsten Jahr wird der Verein 100 Jahre alt. Da möchte man gerne wieder Ausrichter des hessischen Leistungshütens sein.  

von Götz Schaub

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