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Zwei Zukunftsinvestitionen auf einmal

Infoabend in Unterrosphe Zwei Zukunftsinvestitionen auf einmal

Endlich schnelleres Internet. Neben der Nahwärmeversorgung soll nun ein neues Breitbandnetz verlegt werden.

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Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Energiegemeinschaft Unterrosphe: Vorsitzender Ralf Bamberger, Steffen Naumann, Britta Prautsch, Aufsichtsratvorsitzender Dr. Frank Däcke, Sonja Mensch, Friedhelm Grosch sowie Kai-Uwe Spanka planen mit Stefan Koch.

Quelle: Ina Tannert

Unterrosphe. Ruckelnde Internetverbindung, zögerliche Download-rate, die Unterrospher sind nicht gerade verwöhnt. Dies könnte sich jedoch bereits in diesem Jahr ändern. Die Stadtwerke Wetter und Marburg planen gemeinsam mit der Energiegemeinschaft Unterrosphe eG, den Ort an ein Breitbandnetz anzuschließen.

„Der Bedarf wächst, Internetnetze müssen immer größer Bandbreiten bieten“, erklärte Stefan Koch, der die Breitband- und Kommunikationsaktivitäten der Marburger Stadtwerke betreut. Die teilweise 50 Jahre alten Telefonkabel sind nicht für das Internet konzipiert. Mit der Verlegung hochwertiger Glas­faserkabel wäre es möglich, den ganzen Ort mit einer neuen Telefon- und Internetverbindung zu versorgen. Das moderne FTTH-Netz (Fiber to the Home) könnte Internet-Flatrates von 10 oder 20 Megabit bieten. Die physikalische Grenze der Glasfaser ist jedoch noch weitaus höher. Im Zuge der Nahwärmeversorgung und der damit einhergehenden Bauvorhaben biete sich hier eine echte Chance, betonte auch Ralf Bamberger, erster Vorsitzender der Energiegenossenschaft.

„Wenn wir schon buddeln und verlegen, dann auch gleich die Glasfaserkabel“, sagte auch Koch. Diese würden im Zuge der Nahwärme von den Stadtwerken Wetter in Leerrohren einfach mit vergraben werden. Mieter und Betreiber werden die Stadtwerke Marburg.

Das Netz könnte zudem schon zum Jahresende durch eine Richtfunkverbindung auch ohne Glasfaserverbindung nach Marburg in Betrieb gehen, so Koch. Dann allerdings nicht mit voller Leistungsfähigkeit.

Auf die Haushalte, die sich an das Glasfasernetz anschließen lassen, kommen einmalige Anschlusskosten zu. Mitglieder der Energiegenossenschaft zahlen lediglich 100 Euro. Nichtge­nossen, deren Grundstück jedoch an der Nahwärmetrasse liegt, müssen 1400 Euro Netzanschluss sowie 80 bis 150 Euro pro laufendem Meter ab der Trasse zahlen. Für Haushalte, die nicht an der Verbindung liegen, müssen die Kosten individuell berechnet werden, erklärte Kai-Uwe Spanka, Bürgermeister der Stadt Wetter.

Das Vorhaben Nahwärme geht gut voran. Die Energiegemeinschaft Unterrosphe eG ist mittlerweile geschäftsfähig und die Absichtserklärung zur Wärme­versorgung mit Wetter wird demnächst unterzeichnet, sagte Bamberger. Baubeginn des Nahwärmenetzes ist für August dieses Jahres geplant. Die Inbe­triebnahme soll im Dezember erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt werden die teilnehmenden Haushalte im Winter mit selbst erzeugter Wärme aus Holzhackschnitzeln und im Sommer mit Überschusswärme aus dem Blockheizkraftwerk des Nachbarortes Oberrosphe versorgt.

Ob nun auch noch das neue Kommunikationsnetz mitge­baut wird, hängt von dem Interesse der Unterrospher ab. Als Entscheidungsgrundlage setzten die Stadtwerke eine Grenze von etwa 50 Teilnehmern. Diese müssen zwar verbindlich, aber nicht sofort wechseln. Neue Verträge gibt es aber nur noch mit den Stadtwerken. Noch laufende Verträge mit anderen Telefon- und Internetanbietern können vorher fristgerecht ablaufen, so dass keiner doppelt zahlen muss. Eine Zusage soll bis spätestens heute, 27. Mai, diesen Jahres erfolgen. Die Zeit ist knapp. Da jedoch demnächst die Ausschreibungen für das Bauvorhaben erfolgen, müssen sich die Organisatoren beeilen.

Im Laufe des Informationsabends wurde die Grenze von 50 Interessenten sogar überschritten. Sobald die Verträge mit den Kunden verbindlich werden, steht dem Projekt nichts mehr im Weg.

von Ina Tannert

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