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Zwei Pfarrer gehen, eine Stelle bleibt übrig

Caldern und Sterzhausen Zwei Pfarrer gehen, eine Stelle bleibt übrig

Rund 20 Jahre lang hat es in Sterzhausen keine Gemeindeversammlung mehr gegeben. Der Anlass war ernst, doch wie in Caldern gab es letztlich für die Kirchengemeinde ein positives Ergebnis, um die Vakanz in beiden Pfarrhäusern möglichst rasch zu beenden.

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Der Vorsitzende der Kirchengemeinde Sterzhausen, Dr. Hans Albrecht Oehler (links) und sein Amtskollege aus Caldern, Michael Moog begrüßen den Zusammenschluss.

Quelle: Elvira Rübeling

Sterzhausen. Aus wichtigem Anlass kamen Pfarrer Wilhelm Hammann, zugleich stellvertretender Dekan des Kirchenkreises, der Vorsitzende des Sterzhäuser Kirchenvorstandes Dr. Hans Albrecht Oehler, der Vorsitzende des Calderner Kirchenvorstandes Michael Moog sowie die Vorstands- und Gemeindemitglieder beider evangelischen Kirchen im Gemeindezentrum in Sterzhausen zusammen.

Seit Juni ist Pfarrer Hammann, bedingt durch den Weggang von Pfarrer Michael Fenner und Pfarrer Marian Zachow im Mai, in den Kirchengemeinden Sterzhausen und Caldern mit Brungershausen und Kernbach stellvertretend tätig.

Frühestens zum 1. November soll nun eine neue Vollzeit-Pfarrstelle für beide Kirchengemeinden ausgeschrieben werden. Doch bis alle Beteiligten diese Entscheidung treffen konnten und akzeptierten, seien viele Gespräche notwendig gewesen. Laut der Anzahl der Bemessungspunkte, die von der Landeskirche Kurhessen-Waldeck unter vielen unterschiedlichen Kriterien für die zwei Gemeinden vergeben wurden, ergab sich folgendes Bild: Die Messzahlen für Sterzhausen weisen 71 Punkte und die für Caldern 62 Punkte aus. Um aber eine für Bewerber attraktive Vollzeitstelle überhaupt ausschreiben zu können, sei laut Bemessungsgrenze der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck eine Punktzahl zwischen 90 und 135 Punkten zwingende Voraussetzung. Die aber nun weit darunter liegenden Messpunkte in Caldern als auch in Sterzhausen hätten im besten Falle zu der Ausschreibung von zwei Teilzeitstellen geführt. Von daher gingen die Überlegungen aller Beteiligten in erster Linie dahin, dass eine Halbe- beziehungsweise eine Dreiviertelstelle im ländlichen Bereich für einen möglichen Bewerber nicht unbedingt die attraktivste sei, erörterte Kirchenvorstandsvorsitzender Dr. Oehler. Des Weiteren sei der Erhalt der derzeit rund 1 000 Pfarrstellen in der Oberlandeskirche gefährdet. Die jüngste Statistik weise aus, dass auf 12 000 Sterbefälle nur 8000 Taufen kommen. Dazu sorgen der demografische Wandel und immer mehr Austritte aus der evangelischen Kirche dafür, dass die Kirchengemeinden schrumpfen. Früher oder später sei die dann von oben bestimmte Zusammenlegung von Kirchengemeinden unvermeidbar. So sei der vorgezeichnete Weg, erklärte Hammann.

Kirchenvorstände bleiben zunächst beide bestehen

„Caldern freut sich über den Zusammenschluss“ - damit sprach der Calderner Kirchenvorstandsvorsitzende Michael Moog nicht nur allen Beteiligten aus dem Herzen, auch Ortsvorsteher Dirk Geißler begrüßte den freiwilligen Zusammenschluss der beiden Kirchengemeinden.

Vorerst aber bleiben beide Kirchenvorstände bestehen, die unter vielen anderen Aufgaben als nächstes über die eintreffenden Bewerbungen für die künftige Pfarrstelle im Kirchspiel Sterzhausen-Caldern zu entscheiden haben. Dabei sollen unter anderem Probegottesdienste den Entschluss erleichtern. Der Sitz der Pfarrstelle wird in Sterzhausen sein. Zuletzt waren die beiden Pfarrstellen unvorhergesehen schnell vakant geworden. Der Abschied von Pfarrer Fenner hatte private Hintergründe, der von Marian Zachow politische. Calderns Pfarrer ist inzwischen Erster Beigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Des Weiteren soll nach Auflösung des Kirchenchors Sterzhausen ein neuer Chor gegründet werden. Für den Projektchor werden noch Sängerinnen und Sänger gesucht. Der Chor probt dienstags um 20 Uhr im Gemeindezentrum Sterzhausen.

von Elvira Rübeling

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