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Zwei Angeklagte müssen in Haft

Bandendiebstahl Zwei Angeklagte müssen in Haft

Die vier ursprünglich wegen Bandendiebstahl angeklagten Einbrecher wurden wegen gemeinschaftlichem Diebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl und Sachbeschädigung, teils in mehreren Fällen, zu Freiheitsstrafen zwischen 20 Monaten und viereinhalb Jahren verurteilt.

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Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Zwei der teils geständigen Einbrecher müssen sich auf einen Gefängnisaufenthalt einstellen, die beiden Mittäter erhielten Bewährungsstrafen. Zudem haben sie jeweils 500 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten. Von einigen weiteren, jedoch nicht gänzlich nachweisbaren Vorwürfen wurden die Männer freigesprochen. Trotz eines „hohen Verdachtsgrads“ verblieben dabei Zweifel auf Seiten der Kammer, erklärte der Vorsitzende Richter Gernot Christ. Anders bei den beiden Einbrüchen in Autohäuser in Wetter und Biedenkopf: „die Fälle stehen fest“.

Auf die Bewährungsstrafe des 39-jährigen Täters, gegen ein Geständnis, hatten sich die Beteiligten bereits im Vorfeld verständigt. Staatsanwältin Kerstin Brinkmann hatte Haftstrafen für die drei anderen gefordert. Die strafrechtliche Wertung der Taten und tragenden Rollen der Täter stand am letzten Verhandlungstag im Mittelpunkt.

Täter verursachten 40.000 Euro Schaden

Alleine im Landkreis hatten die Angeklagten gemeinsam mit weiteren Tätern knapp 30.000 Euro erbeutet und durch die Zerstörung der Einrichtung in den Autohäusern rund 40.000 Euro an Sachschaden verursacht. Weitere Taten hatte die Marburger Staatsanwaltschaft mühevoll zusammengesucht und daraus ein großes Verfahren gestrickt. Am Ende seien eine Handvoll Einbrüche eindeutig den Angeklagten zuzuordnen. Was dabei besonders ins Auge falle, war die gezielte Zerstörung der Tatorte, die wohl nur zum Teil der Beseitigung der Spuren dienen sollte: „Was sie da angerichtet haben, geht weit über das übliche Maß hinaus, das grenzt schon an Vandalismus“, betonte Brinkmeier.

Den Beteuerungen des Hauptangeklagten glaubte die Staatsanwältin nicht: Dieser sei „nicht einfach nur Fahrer oder Gehilfe – sondern Mittäter“ gewesen. Der 72-Jährige ist bereits elf Mal vorbestraft, wenn auch nicht einschlägig, und gilt als Kopf und Organisator der Bande. Dem widersprach Verteidiger Carsten Dalkowski, der sich für eine Bewährungsstrafe seines Mandanten einsetzte. Dass der Haupttäter nicht die Koordination der Einbrüche übernommen hatte, bezweifelte auch das Gericht. Dessen Beitrag sei deutlich höher als der bloße Transport gewesen – „da hat die Beweisaufnahme eine deutliche Sprache gesprochen“, betonte der Richter. Die Kammer verurteilte den Angeklagten zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Sein Kumpan wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, die beiden Mitangeklagten zu zwei Jahren auf Bewährung.

von Ina Tannert

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