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Wollmars Burschen für alle Fälle

Grenzgang Wollmars Burschen für alle Fälle

Was ist bloß in Wollmar los? Acht junge Männer ziehen durch den Ort und dessen Gemarkung, bleiben immer wieder stehen, diskutieren und greifen schon mal zur Motorsäge oder Heckenschere.

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Die Grenzgangsburschen in ihrer traditionellen Kleidung mit Hut und Tuch: (von links) Christoph Marburger, Manuel Kahler, David Becker, Yannic Müller, Marten Meißner, Michael Koch, Jack Müller und Peter Niebl.

Quelle: Florian Gaertner

Wollmar. Diese acht jungen Männer sind die Grenzgangburschen von Wollmar. Sie repräsentieren den Grenzgangverein bei offiziellen Anlässen. In diesem Jahr steht der Höhepunkt ihrer siebenjährigen Karriere vor der Tür: der traditionelle Grenzgang vom 5. bis 9. September.

„Die Grenzgangburschen sind das Aushängeschild für unseren Verein und das ganze Dorf. Es ist eine große Ehre ein Grenzgangbursche zu sein“, betont Vorsitzender Klaus Peter Fett. Nach der Tradition müssen sie ledig sein und dürfen das Alter von 24 nicht überschritten haben. Den jetzigen Grenzgangburschen gingen die ehemaligen Kirmesburschen voraus.

Der Festwirt wählte bei früheren Grenzgangfesten vier Burschen aus, die für Recht und Ordnung sorgten. Damit er sie in der großen Menschenmenge erkannte, stattete er sie mit einem Tuch aus, das sie an ihrem Hut befestigten. Die Tradition dieses Kopfschmuckes und der einheitlichen Kleidung, bestehend aus schwarzer Hose, weißem Hemd und Weste, wird heute noch fortgeführt.

Die Aufgaben der Burschen sind heute vielfältiger. Seitdem das Wetter es zulässt, sind sie tatkräftig an der Arbeit und bereiten den Grenzverlauf für die Wanderer vor. Sie befreien die Grenzsteine von wucherndem Unkraut oder hohem Gras und machen die Wege der Gemarkung begehbar.

Mit besonderem Elan und Ehrgeiz arbeiten sie an der Brücke im Gillersborn beim Grenzstein zum Nachbarort Laisa. Bei den vergangenen Grenzgängen überquerten die Wanderer die Bach auf Nachbauten der Golden Gate Bridge, der Tower Bridge und der Rialtobrücke. So darf man auch dieses Mal gespannt sein, welches berühmte Bauwerk den Grenzgangburschen ein Vorbild war.

Vor dem eigentlichen Fest repräsentieren die Grenzgangburschen gemeinsam mit zahlreichen Mitgliedern den Grenzgangverein beim Grenzgang in Buchenau vom 11. bis 15. Juli. Dort konnten sie sich noch einiges abschauen, bevor sie im September selbst die Wanderer über die Grenze führen und die Prominenz auf den Frühstücksplätzen auf die Grenzsteine heben. Und bis dahin wird man die acht jungen Männer noch oft in und um Wollmar bei ihrer Arbeit beobachten können.

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