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Cölber hilft mit

Wissen für den Wiederaufbau in Nepal

Mit seinen Plänen aus den 70er-Jahren und der Vermittlung seines Wissens konnte der Cölber Architekt nach dem Erdbeben in Nepal beim Wiederaufbau zerstörter historischer Gebäude helfen.
Wolfgang Korn (stehend) half den Menschen vor Ort unter anderem bei der Zuordnung der Trümmerteile des zerstörten königlichen Palastes von Patan und stand ihnen mit seinem Wissen zur Seite.

Wolfgang Korn (stehend) half den Menschen vor Ort unter anderem bei der Zuordnung der Trümmerteile des zerstörten königlichen Palastes von Patan und stand ihnen mit seinem Wissen zur Seite.

© Privat

Cölbe. Das nepalesische Kathmandu ist gemäß Luftlinie etwa 6700 Kilometer von Cölbe entfernt. Dort hat Wolfgang Korn zwischen 1968 und 1978 als Entwicklungshelfer und unter anderem bei der Renovierung des alten königlichen Palasts mitgearbeitet. In dieser Zeit fertigte er auch Pläne mit Maßen von anderen Gebäuden im Tal von Kathmandu an.

Nach dem Erdbeben im April des vergangenen Jahres stellte sich heraus, dass es sich bei fünf Gebäuden um die einzigen existenten Pläne handelt. Deshalb machte sich der Cölber Architekt und Denkmalpfleger im Juni und Ende September auf den Weg in das Land am Rande des Himalayagebirges zwischen Tibet und Indien.

Mangelhafte Denkmalpflege

Dort angekommen fand er viele Gebäude, auch fünf von ihm vermessene „flach“ vor, wie er es nennt. Dass so viele Gebäude zerstört wurden, habe auch mit den politischen Strukturen in Nepal zu tun. „Die Denkmalpflege wird dort nicht so ernsthaft betrieben. Dazu kommt, dass sich bei den historischen Gebäuden viele Holz-Steckverbindungen mit den Jahren gelöst hatten“, erklärt Korn.

Das Stadtzentrum von Kathmandu sei vom Erdbeben mit am stärksten betroffen. Dort stehen zahlreiche Palastgebäude und sogenannte Pagoden, also Gebäude mit bis zu fünf übereinander liegenden Dächern. „Selbst das größte Holzbauwerk Nepals, die Stadthalle Kasthamandapa ist komplett zerstört. Dabei hat das Gebäude aus dem 13. bis 14. Jahrhundert schon mehreren schweren Erdbeben standgehalten“, berichtet Korn. Bei seinen letzten Aufenthalten war Korn für die Nichtregierungs-Organisation namens Kathmandu-Valley-Preservation-Trust in Patan im Einsatz. Seine Pläne hat er sowohl an das staatliche Department of Archaeology als auch an die zuständigen Stadtverwaltungen von Kathmandu, Patan und Bhaktapur, übergeben. „Manche Gebäude wollen die Städte lieber als Art Prestigeobjekte selbst renovieren“, erklärt Korn.

Vor Ort konnte er mit seinen Maßen helfen, die einzelnen Trümmerteile zuzuordnen und Pläne für den Wiederaufbau zu erstellen. Unter anderem für den königlichen Palast von Patan.

Wiederaufbau braucht lange Zeit

„Dabei haben die Beteiligten versucht, möglichst viel zu erhalten und wenig neues einzufügen. Manches erfordert aber auch die Sicherung vor weiteren Erdbeben“, erklärt der Architekt.

Korn prognostiziert, dass der Wiederaufbau viel Zeit kosten wird. Bei der Restauration ergeben sich nämlich gleich mehrere Probleme. Ganz grundlegend fehlt es an Holz. Für die Gebäude wird das regional typische Sal-Holz gebraucht, die Wälder seien in den vergangenen Jahren allerdings regelrecht geplündert worden.

Hinzu kommt, dass es nur wenige qualifizierte Holzschnitzer gibt. Korn schätzt die Zahl auf ein bis zwei Dutzend. Zum einen fehlt es damit an Handwerkern.

Zum anderen verfügen die Schnitzer aber auch über wichtiges Wissen, beispielsweise über die verschiedenen Gottheiten, die die Gebäude zieren. „Da gibt es viele verschiedene Götter, die in einer bestimmten Anordnung wieder angebracht werden müssen. Manche dürfen nicht neben oder über anderen stehen, das ist sehr kompliziert“, berichtet Korn. Am Geld für den Wiederaufbau wird es nach Meinung des erfahrenen Entwicklungshelfers nicht fehlen. „Die Schwierigkeit besteht vielmehr darin, verlässliche Partner vor Ort zu finden, die die Projekte dann angehen. Das ist besonders auch in den ländlicheren Regionen schwierig. Entwicklungshilfe kostet viel Zeit und Koordination.“ Von seinem letzten Aufenthalt kehrte der Cölber mit dem Gefühl zurück, dass er bei einem kleinen Schritt in die richtige Richtung mitgewirkt hat. „Nepal ist voll von wissensdurstigen Menschen. Es fühlt sich sehr nutzvoll an, ihnen Wissen weiterzugeben“, berichtet Korn. Mit vielen der Mitarbeiter vor Ort steht er weiterhin per E-Mail in Kontakt, erzählt er sichtlich bewegt. Den nächsten Flug nach Nepal plant Korn für den Frühsommer. Ob er diesen auch von Frankfurt aus antreten wird, weiß er noch nicht. Denn Anfang des Jahres wird Wolfgang Korn die Region nach über dreißig Jahren aus persönlichen Gründen verlassen. Er zieht mit seiner Familie nach Franken um.

von Philipp Lauer


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