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„Wir müssen uns kennenlernen“

Flüchtlingscafé in Wetter „Wir müssen uns kennenlernen“

Rund 120 Gäste waren im März der ersten Einladung von Pfarrer Matthias Franz zum Willkommenscafé für Flüchtlinge im Gemeindesaal der Kirchengemeinde gefolgt. Am heutigen Samstag gibt es eine Neuauflage.

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Rund 120 Gäste füllten beim Willkommenscafé das evangelische Gemeindehaus.

Quelle: Koelschtzky

Wetter. Rund 140 Asylsuchende leben derzeit in Wetter. „Wir hatten Glück, dass wir alle von Anfang an dezentral unterbringen konnten“, freute sich Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (parteilos), der am ersten Flüchtlingscafé Anfang März teilnahm und nach Pfarrer Matthias Franz die Gäste begrüßte. Er machte dabei auch deutlich, dass die „Neu-Wetteraner“ aus Irak, Syrien, Afghanistan oder vom Balkan gerne mit ihren Anliegen ins Rathaus kommen können. „Wir sind für Sie da und wir tun, was wir können.“

Pfarrer Matthias Franz setzt für die Verständigung zwischen Neuankömmlingen und Einheimischen vor allem auf Gespräche. „Wir müssen uns kennenlernen“, sagt er. Deshalb hat er zum Willkommenscafé eingeladen, der Kirchenvorstand hatte die Veranstaltung vorbereitet.

Christa Bloh vom Kirchenvorstand hatte schon bei der ersten Rundfrage genug Kuchenbäckerinnen zusammen, berichtet sie. Auch aus der katholischen Gemeinde haben Mitglieder Kuchen beigesteuert, es gab bereits eine Liste für die nächste Aktion in der Art, berichtet sie.

Neuankömmlinge markieren ihr Herkunftsland

Auch für ein Programm wurde gesorgt, der Kinderchor der Kirchengemeinde singt, Karl-Werner Schneider und Ruslana Eidam sorgten für Instrumentales. Auf einer Karte an der Wand des Gemeindesaales markieren die Neuankömmlinge mit Stecknadeln ihr Herkunftsland.

Im Untergeschoss betreuten derweil Mitarbeiterinnen der evangelischen Kindertagesstätte „Die Arche“ die Kinder der Geflüchteten, für Jugendliche hatte der CVJM dort ein Programm vorbereitet. Pfarrer Franz hielt eine kurze Ansprache, zwei Übersetzer sorgten für eine arabische und persische Übertragung. „Wir möchten als Christen unsere Gastfreundschaft zeigen“, sagt er. Und weiter: „Die Ankömmlinge sollen sich hier wohlfühlen. Sie sollen keine Angst haben müssen, auch ihre Kinder sollen sich sicher fühlen können.“

Begegnungscafé: Plaudern bei Kaffee und Kuchen

Auch Dr. Maimanesh, der als Übersetzer aushalf, freute sich über die Aktion. „Als ich vor 30 Jahren hier ankam, wäre so etwas nicht möglich gewesen. Ich danke allen, auch im Namen der Flüchtlinge. Das ist das Deutschland von heute, nicht das Deutschland von gestern“, sagt er. Der meiste Raum der Veranstaltung ist natürlich für die Unterhaltung an den Tischen reserviert. Bei Kaffee und Kuchen wurde geplaudert, die meisten Geflüchteten haben bereits schon einen ersten Deutschkurs beendet, die Verständigung ist möglich.

Und so steht heute ab 15 Uhr ein weiteres Begegnungscafé an. „Es ist sehr schön, was sich alles nach der ersten Veranstaltung noch für Begegnungen ergeben haben“, sagt Pfarrer Franz gegenüber der OP. Er weiß von vielen privaten Einladungen, etwa zum gemeinsamen Essen, und zahlreichen anderen Begegnungen, die ihn darin bestärken, dass der direkte Kontakt zwischen Einheimischen und jetzt neu dort Wohnenden der ergiebigste Weg für ein friedliches und freundschaftliches Miteinander ist. Auch beim zweiten Begegnungscafé liegt der Fokus auf Gespräche. „Deshalb werden wir die Veranstaltung nicht mit einem Programm überfrachten“, so Franz, der auf die Besucher gespannt ist.

von Martina Koelschtzky und Götz Schaub

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