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„Windrose“ setzt auf Mediationsverfahren

Goßfelden „Windrose“ setzt auf Mediationsverfahren

Die Bürgerinitiative (BI) Windrose setzt sich in bewährter Besetzung auch künftig in der Gemeinde Lahntal für Verbesserungen im Arbeitsablauf bei der Marburger Rohstoffverwertung (MRV) ein.

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Im Amt bestätigt wurden auf der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative der Vorsitzende Günther Knarr (von links), der zweite Vorsitzende Helmut Rakow, Kassierer Peter Kronemann und der Schriftführer Dr. Wilfried Fiedler. Margrid Gruß und Monika Forneck wurden für die nächsten zwei Jahre als Kassenprüferinnen neu gewählt.

Quelle: Marcus Hergenhan

Goßfelden. Seit rund fünfzehn Jahren besteht nun die Bürgerinitiative Windrose in Lahntal, die sich Ende der 90er Jahre mit dem Ziel gründete, eine auf dem Gelände der Marburger Rohstoffverwertung (MRV) in Goßfelden geplante Sondermüllverbrennungsanlage zu verhindern. Dieses Projekt mit dem Namen „Lahntaler Industrielle Stoffstrom Management Anlage“ (Lisa 21) konnte tatsächlich verhindert werden, diese wurde nie gebaut.

Kritik: Anlage stößt Qualm und giftigen Staub aus

Nach wie vor sieht der Verein jedoch große Umweltprobleme bei der seit 1991 in Betrieb genommenen Metallverwertungsanlage auf dem Gelände der MRV. „Die Anlage stößt Qualm und giftigen Staub in unerträglicher Menge aus allen Öffnungen des Gebäudes, sodass drumherum die Felder stark belastet werden“, erklärte der zweite Vorsitzende Helmut Rakow im Rahmen der Jahreshauptversammlung.

In dem Jahresbericht des ersten Vorsitzenden Günther Knarr wurden die anhaltenden Probleme dann nochmals konkretisiert: „Nachdem durch Messungen aus 2013 ja nachgewiesen wurde, dass die Grenzwerte für Schadstoffe auf den angrenzenden Feldern eindeutig um ein Vielfaches überschritten wurden, ist nun das Umweltamt des Regierungspräsidiums Gießen aktiv geworden. Es ist also so, dass die MRV die Genehmigungsauflagen aus dem Jahr 1990, nach denen eben alles was da verarbeitet wird, gereinigt und so gehandhabt werden muss, dass nichts nach außen dringt, nicht ordnungsgemäß eingehalten hat.“

Mediation soll im September stattfinden

Gegen die Eilumsetzung der resultierenden Sanierungsanordnung reichte der Betreiber allerdings umgehend Klage ein und bekam vom Oberverwaltungsgericht Kassel Recht. „Es wird nun im September eine Mediation stattfinden, in der verhandelt wird, wann und wie weit die Anlage saniert wird. Natürlich möchten wir als Bürgerinitiative mit jahrelanger Erfahrung in dem Fall mit am Tisch sitzen, schließlich hat der Betreiber mit seiner Klage bereits leider bewiesen, dass an einer zeitnahen Umsetzung kein Interesse besteht“, führte Knarr weiter aus.

Nach dem Jahres- und Kassenbericht waren im Rahmen dieser Jahreshauptversammlung die Vorstandsmitglieder und Beisitzer neu zu wählen, wobei die bisherigen Amtsinhaber erneut gewählt wurden.

von Marcus Hergenhan

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