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Windkraft lohnt sich auch finanziell

Finanzen in Münchhausen Windkraft lohnt sich auch finanziell

Münchhausens Bürgermeister Peter Funk (parteilos) hat der Gemeindevertretung den Haushaltsentwurf für 2017 vorgelegt. Darin steht unter dem Strich ein Überschuss von 14914 Euro.

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Mit der Windkraft verdient die Gemeinde Münchhausen voraussichtlich ab Mitte 2017 Geld. Das trägt laut Bürgermeister Peter Funk (kleines Foto) zum positiven Haushalt bei.

Quelle: Martina Koelschtzky / Archiv

Münchhausen. Der Haushalt für 2017 hat einen Umfang von 5,5 Millionen Euro. Der jetzt ­erreichte Überschuss bedeute­ eine Verbesserung um rund 550000 Euro seit 2014, erklärte Funk. Einer Nettoneuverschuldung von 368000 Euro stehen 385000 Euro Kredittilgung gegenüber. Der Gemeinde ist es erstmals seit 2012 gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt zu planen.

Als Gründe für die positive Entwicklung nennt Funk vor allem Mehreinnahmen durch die Erhöhung von Steuern und Gebühren in der Gemeinde (plus 44000 Euro). Die Gemeinde betreibt ihr Wassernetz selbst, wodurch 350000 Euro an Gebühren eingenommen werden. Die Einnahmen aus den Abfallgebühren liegen bei 210000 Euro (2016).

Als weiteren Punkt nennt Funk eine strenge Haushaltsdisziplin der Gemeinde, die Einsparungen von 75000 Euro ermöglicht habe. Die schrittweise Erhöhung der Grundsteuern, die nach einem Beschluss der Gemeindevertretung nun 460 Prozent betragen und auch 2018 noch einmal ansteigen sollen, bringe langfristig Mehreinnahmen um 100000 Euro, so Funk. „Damit leisten unsere Bürger einen entscheidenden Beitrag für die Handlungsfähigkeit der ­Gemeinde“.

Aus den Windkraftanlagen, an denen die Gemeinde beteiligt ist, kommen zusätzliche Einnahmen von 25000 Euro im zweiten Halbjahr 2017, anschließend sollen die Erträge aus der Windkraft jährlich 50000 Euro betragen, kündigt Funk an. ­Außerdem habe die gute Wirtschaftslage zu einem Anstieg der Einkommens- und Umsatzsteueranteilen der Gemeinde um 62000 Euro geführt.

Wenig hat die Gemeinde Münchhausen von der Erhöhung der Schlüsselzuweisungen des Landes, denn auch die Zahlungen an den Landkreis steigen wieder. Selbst wenn der Landkreis, wie angekündigt, die Kreisumlage um ein Prozent senken und die Schulumlage um ein halbes Prozent erhöhen werde, bedeute dies aufgrund einer geänderten Berechnungsgrundlage beim Kreis immer noch Mehrkosten von 53000 Euro für die Gemeinde, so Funk. Damit bleibt der kommunale­ Finanzausgleich ein Verlustgeschäft: Münchhausen bekommt im Jahr 2017 vom Land Hessen 1412000 Euro, muss an den Landkreis aber rund 1893000 Euro an Kreis- und Schulumlage zahlen.

Mehrausgaben von rund 55000 Euro plant die Gemeinde im Bereich Personal, vor ­allem wegen der anstehenden Tariferhöhung und neuer Eingruppierungen von Mitarbeitern. Außerdem wird der bisherige Auszubildende zunächst weiterbeschäftigt.

Schmaler Überschuss hängt von der Kreisumlage ab

Einsparungen bei den Sach- und Dienstleistungen führt Funk vor allem auf Investitionen der Gemeinde in die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED und die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für den Bauhof zurück. Für die Ausrüstung der Bauhofmitarbeiter sei ein günstigerer Anbieter­ gefunden worden. Funk betonte, dass Ausgabenreduzierungen nur sinnvoll seien, wenn die Dienstleistungsqualität der Gemeinde erhalten bleibe. Investitionen plant die Gemeinde vor allem für die Dorfgemeinschaftshäuser, die Wasserversorgung und die Feuerwehr.

Mittelfristig geht Funk davon aus, dass ab 2019 auch ein Überschuss der Finanzleistungen erzielt werden kann. Das hänge allerdings an Faktoren, die die Gemeinde nicht beeinflussen kann: Die Kreis- und Schulumlage dürfe nicht weiter stark steigen, die Schlüsselzuweisungen des Landes dürften nicht nennenswert sinken, die Wirtschaftslage in Deutschland nicht einbrechen.

Sollte der Landkreis seine ­Ankündigung, die Kreisumlage prozentual zu senken, nicht wahrmachen, wäre der schmale Überschuss schon aufgezehrt: Dann müsste Münchhausen weitere 18000 Euro mehr an den Kreis zahlen.

Münchhausen plant für 2017 einige Investitionen:

- 80000 Euro für die Sanierung des Wollmarer Dorfgemeinschaftshauses, 30000 Euro Zuschüsse werden erwartet.

- Sanierung DGH Oberasphe: 87000 Euro bei 50000 Euro Zuschuss.

- Sanierung DGH Simtshausen: 113000 Euro und 71000 Euro Zuschuss.

- Für Digitalfunk und Ausrüstung der Feuerwehr sind 78000 Euro eingeplant.

- 90000 Euro Investition in das Wasserversorgungsnetz.

- Ausbau des Breitbandnetzes: 53000 Euro.

von Martina Koelschtzky

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