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Wind aus dem Gemeinschaftspark

Lahntal Wind aus dem Gemeinschaftspark

Lahntal macht mit. Bei Enthaltung der CDU hat sich das Parlament einstimmig für den Beitritt der Gemeinde zur Kommanditgesellschaft „Gemeinschaftswindpark Wollenberg GmbH und Co KG“ ausgesprochen.

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Energie aus Windkraft: Drei Kommunen im Nordkreis investieren in ein Gemeinschaftsprojekt. Auf dem Wollenberg sollen sechs Windräder mit einer Nabenhöhe von 141 Metern entstehen.

Quelle: Archivfoto

Goßfelden. Den Geschäftsplan hatte Lahntals Bürgermeister Manfred Apell bereits in den Fachausschüssen vorgestellt - und diese gaben dem Gemeindeparlament Lahntal am Donnerstagabend die einhellige Empfehlung, dem Gemeinschaftswindpark beizutreten.

Sechs Großwindräder mit einer Nabenhöhe von 141 Metern sollen entstehen - errichtet von der Kommanditgesellschaft, der neben den Stadtwerken Marburg die Gemeinden Cölbe, Lahntal und Wetter sowie eine noch zu gründende Bürgergenossenschaft angehören sollen. Die Windkraftanlagen sollen auf dem Wollenberg an der Gemeindegrenze zwischen Wetter und Lahntal aufgestellt werden. Kostenpunkt: 24 Millionen Euro - die Gesellschafter müssen sechs Millionen Euro davon als Einlage einbringen. Lahntal wird 20 Prozent der Geschäftsanteile halten - damit wird das Vorhaben die Gemeinde 1,2 Millionen Euro kosten. Apell hatte schon im Ausschuss darüber informiert, dass die Kommune die Mindesteinlage von 1000 Euro noch in diesem Jahr erbringen werde. 2014 folgt die übrige Summe von 1999000 Euro. Voraussetzung dafür ist jetzt noch, dass die Kommunalaufsicht zustimmt.

Der Anschluss an den Gemeinschaftswindpark erfolgte in der Gemeindevertretersitzung ohne Aussprache und war entsprechend schnell abgehandelt. SPD, Grüne und BLL trugen den Beschluss (16 Ja-Stimmen), aus der CDU kamen fünf Enthaltungen.

n Zu einem weiteren Beschluss mussten sich viele der Parlamentarier am Donnerstagabend regelrecht durchringen. „Wir stimmen nur zu, weil wir den Hochwasserschutz für wichtig halten“, sagte Michael Nies (CDU), zu der Entscheidung, dass die Gemeinde Lahntal weiteres Geld - 18700 Euro - für den Bau von drei Hochwasserrückhaltebecken zur Verfügung stellt. Es geht dabei um ein gemeinsames Projekt der Gemeinden Lahntal, Münchhausen und Wetter im Wasserverband Wetschaft, der seit dem Jahr 2000 mit dem Regierungspräsidium Gießen und Ingenieurbüros an der Planung der Hochwasserrückhaltebecken an Treisbach und Wetschaft arbeitet. Dabei wurde innerhalb der mehr als zwölfjährigen Vorbereitungsphase auf Empfehlung des RP stehts mit so genannten „überströmbaren Dammbereichen“ geplant - bis im Juli 2012 von Seiten des RP eine ganz andere Empfehlung kam, nämlich die, doch auf „Hochwasserentlastungsanlagen in klassischer Bauweise“ zurückzugreifen. Diese Empfehlung kam, so fasst der Gemeindevorstand Lahntal es in der Sitzungsvorlage zusammen, zwölf Jahre nach Beginn der Planung, fünf Jahre nach Beginn der Vorbereitungen zur Planfeststellung und mehr als zwei Jahre nach dem Einrichen des Planfeststellungsantrags. Seinen alten Plan kann der Wasserverband Wetschaft nach der neuen Empfehlung des RP nun aus Haftungsgründen nicht mehr weiterverfolgen - eine neue Planung wird notwendig, und das, obwohl die beteiligten Kommunen zusammen bereits 644000 Euro für das Vorhaben aufgebracht haben. Aus Sicht der Lahntaler, die sechs Prozent der Kosten tragen, ein riesiges Ärgernis. „Es ist ein untragbares Ding, dass so viel Geld von einer Behörde in den Sand gesetzt wurde“, sagte Dr. Herbert Koch (SPD).

von Carina Becker

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