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Wolfgang Krumm hinterlässt tiefe Spuren

Wohnheim in Wetter Wolfgang Krumm hinterlässt tiefe Spuren

Der 63-Jährige kümmerte sich bei der Bürgerinitiative (BI) Sozialpsychiatrie 29 Jahre lang um Menschen mit psychischen Erkrankungen und leitete die Wohngruppe in Wetter.

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Roland Stürmer (rechts), der neue Wohnheimleiter in Wetter Benjamin Schmidt (von links) und Michael Kessler verabschiedeten Wolfgang Krumm in den Ruhestand.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Der Leiter des Wohnheims in Wetter setzte sich für seine Bewohner und die Mitarbeiter ein, hat mit ihnen gearbeitet, für sie diskutiert und gestritten. Das wurde bei der Verabschiedung von Wolfgang Krumm deutlich: Viele Menschen aus seiner beruflichen Laufbahn waren dabei, um ihm zu danken, an witzige Anekdoten zu erinnern und Geschenke zu überreichen.

Michael Kessler vom Vorstand hielt einen herzlichen Rückblick auf die gemeinsame Zeit mit dem 63-Jährigen. So habe Krumm zunächst eine handwerkliche Ausbildung gemacht, sei dann erst zur sozialen Arbeit gekommen – zunächst in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Herborn und später in Marburg. „Wir durften bei der BI viele Entwicklungen gemeinsam erleben. Er war ein großer Gewinn für unsere Arbeit“, lobte Kessler. „Du hast nachhaltig deine Spuren hinterlassen – auch in der Stadt Wetter.“

Durch Krumm sei in Wetter die Inklusion gelungen

Der Aufsichtsratsvorsitzende Roland Stürmer erinnerte daran, dass Krumm sich rigoros widersetzt habe, auch Mitglied des Vereins BI Sozialpsychiatrie zu werden. „Aber du hast dich bei nahezu jeder Mitgliederversammlung eingebracht und die Diskussionen belebt“, freute er sich und drückte die Hoffnung aus, dass Krumm im Ruhestand doch noch Mitglied werde.

Stürmer lobte auch, dass Krumm und seinem Team in Wetter die Inklusion der Wohnheim-Bewohner gelungen sei. Das sei bemerkenswert. Zuvor sollte eine solche Wohngruppe­ in Kleinseelheim gegründet werden – dort habe es aber ­Akzeptanzprobleme gegeben. „Inklusion muss in den Köpfen stattfinden und das hat dort nicht geklappt“, bedauerte der Aufsichtsratsvorsitzende.  

Nach 10.360 Arbeitstagen in den Ruhestand

Auch Bürgermeister Kai-Uwe Spanka gehörte zu den Gästen. Er erklärte, dass er Krumm kaum getroffen habe – weil die BI in Wetter „geräuschlos arbeitet und sich integriert“. Der Stadt sei es wichtig, Einrichtungen wie die Wohngruppe und die Beratungsstelle in Wetter zu unterstützen, ebenso wie etwa die Altenhilfe. Denn: „Sie haben vielen Menschen Schritt für Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit geholfen“, lobte er.

Auch die Mitarbeiter von Krumm gaben einen kleinen Rückblick: Auf insgesamt 10.360 Arbeitstage von Krumm – was umgerechnet 4,5 Millionen Arbeitsminuten gewesen seien. In der Zeit habe er 135 Menschen begleitet – und drei Mal am Tag in die Süßigkeitenschublade geschaut. „Es war eine prägende Arbeit in deinem Team. Du hast uns immer gut versorgt mit Inhalten und fachlichem Wissen, mit Essen und Feuerholz bei Freizeiten“, richteten sich die Mitarbeiter an Wolfgang Krumm.

Mit einigen kurzen, aber herzlichen Worten bedankte­ Krumm sich schließlich bei seinen Wegbegleitern. Und gab ­einen wichtigen Ratschlag mit auf den Weg: „Auseinandersetzungen und Fehler machen – das ist auch wichtig, um daraus zu lernen.“

von Patricia Grähling

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