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Stabiles Umfeld und freundliches Miteinander

Großes Sommerfest Stabiles Umfeld und freundliches Miteinander

Es ist eine Wohngemeinschaft mit immer wieder neuen Mitbewohnern. ­Allen, die dort zusammenfinden ist aber eins gemein: Sie wollen die Chance ergreifen, etwas aus ­ihrem Leben zu machen.

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In Gemeinschaft lachen, etwas aufführen und sich sicher fühlen. Das ist eine gute Basis für Integration. Die Wohngemeinschaft Wetter des Kinderheims Schwieder setzt auf viele soziale Kontakte, die nicht zuletzt bei einem Sommerfest garantiert sind.

Quelle: Privatfoto

Wetter. Bis zu zwölf Jugendliche finden in der Wohngemeinschaft Wetter des Kinderheims Schwieder aus Frankenberg Platz. Derzeit sind es elf Bewohner, zwischen 15 und 18 Jahre alt. Das Besondere an ihnen ist, dass es sich um Flüchtlinge handelt, die sich unbegleitet irgendwie nach Europa durchgeschlagen haben.

Sie kommen aus Afghanistan, Syrien und Eritrea. Sie haben ein Leben in Angst und Schrecken hinter sich gelassen, haben ein neues hier gefunden und begreifen dieses als ihre große Chance. Alle lernen fleißig deutsch und gehen in die Schule, machen Abschlüsse, bilden sich weiter, machen Ausbildungen, bereiten sich auf ein in Eigenverantwortung geführtes Leben vor. „Neben den elf, die hier wohnen, haben wir noch zu sechs Kontakt, die älter sind und außerhalb wohnen, in Cölbe, Wetter und Oberweimar“, sagt Heimleiter Babacar Fall.

 Wer auszieht, ist zwar auf dem Papier erwachsen, wird deshalb aber noch lange nicht sich selbst überlassen. Wer Hilfe benötigt, bekommt sich auch. Das hängt mit der Philosophie des Kinderheims Schwieder zusammen.  Denn nur über die weitere Begleitung im Einzelwohnen können die in den Wohngemeinschaften begonnenen Integrationsbemühungen positiv abgeschlossen werden.

Bildung und Schule ist der Schlüssel für Integration

Das Motto, nach dem in der Wohngemeinschaft gelebt wird, ist sehr eingängig: „Bus statt Zug“. – Nein, das hat nicht wirklich was mit Bussen und Zügen zu tun, aber schon mit der Art, wie sich die Jugendlichen hier in Deutschland fortbewegen wollen. Bus heißt „Bildung und Schule“ und das steht konträr zum Zug, die Abkürzung für „Ziellosigkeit und Gewalt“.

Und weil das Motto gelebt wird, ist die Wohngruppe auch mit wechselnden Bewohnern in der Nachbarschaft immer hoch angesehen. Seit 2015 findet jeden letzten Freitag im Monat ein Begegnungscafé statt, zu dem Nachbarn eingeladen werden und die dann auch gerne kommen. Es finden auch Kultur-Events statt, bei denen die Heimbewohner ihr Heimatland vorstellen und auch traditionelle Gerichte kochen.

Wohngemeinschaft veranstaltet Begegnungscafés

Die Betreuer organisieren im Gegenzug auch einen deutschen Abend. „Hier ist eigentlich immer etwas los. Jeder Tag bringt etwas Neues. Man muss sich einfach überraschen lassen“, sagt Fall. Auch er als Leiter lernt immer wieder von den Jugendlichen was Neues. Dass sich alle um ein friedliches und freundliches Miteinander bemühen, hat seinen Grund. Fall stellt heraus: „Diese Menschen brauchen alles außer Anfeindung. Davor sind sie geflohen. Sie brauchen hier ein sicheres Umfeld, Stabilität und Verlässlichkeit. Dabei spielt auch die Schule ­eine große Rolle.“ Und die vor Ort in Wetter, die Gesamtschule Wollenbergschule, sei sich dieser Rolle sehr bewusst und leiste sehr gute Arbeit, lobt Fall. Die Lehrer der Schule beschränken sich dabei nicht nur auf das schulische Umfeld, sie kommen auch ­gerne mal zu den schon erwähnten Begegnungscafés. Auch das Jugendamt unterstütze die Arbeit sehr gut, die sich insgesamt sechs pädagogische Mitarbeiter in Wetter teilen.

Mittlerweile gehört es  auch zum Leben in der Wohngruppe dazu, einmal im Jahr Gastgeber eines großen Festes zu sein – natürlich im Sommer, wenn man auch das Grundstück gut mitnutzen kann. Und das ist auch wichtig, denn es kommen schon viele­ Gäste, einen bunten Tag zu erleben, mit Diskussionen, Vorführungen, unter anderem mit einer Clown-Show für die Kinder, Live-Musik, tollem Essen und interessanten Multikulti-Gesprächen. Eine attraktive Tombola rundet das Angebot ab. „Ja, das wird bestimmt so toll wie in den Vorjahren“, ist sich Fall sicher.

  • So, jetzt müsste man nur noch wissen, wann das Fest stattfindet. Kein Problem: Das Datum steht: Am Samstag, 19. August ab 15 Uhr in der Gebrüder-Plitt-Straße 66 in Wetter. Die Einladung richtet sich wie in den Jahren zuvor an alle Nachbarn, alle Wetteraner und sonstigen Interessierten.

von Götz Schaub

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