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Spannende Kunst voller Gegensätze

Ehemalige Synagoge Wetter Spannende Kunst voller Gegensätze

Grelle Farben und raue Leinwände: Die Kunstwerke von Heidi Wollmer und Frank Hinrichs zeigen in der ehemaligen Synagoge in Wetter spannende Gegensätze.

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Wetter. Wer dieser Tage die ehemalige Synagoge in Wetter besucht, dem eröffnet sich ein spannender künstlerischer Gegensatz. Im Hauptraum stellt die Wetteraner Künstlerin Heidi Wollmer ihre Werke aus. Ihre abstrakten Bilder bestehen aus Acrylfarbe und Naturmaterialien. Wollmer benutzt getrocknete Gräser, Sand, sogar Verbandsmaterial.

Farbe und Materialien trägt sie nur per Hand auf die Leinwand auf. So entstehen haptische Strukturen in Verbindung mit matten, dezenten Farben. „Bei meinen Kunstwerken ist Berühren nicht nur erlaubt, sondern erwünscht“, unterstreicht die Künstlerin.

Ambivalenz zweier unterschiedlicher Stile

Auf der Empore hingegen finden sich die gleichsam abstrakten, jedoch viel grelleren Werke des Künstlers Frank Hinrichs. Kräftige Acrylfarben, aufgebracht mit Pinsel, Folie oder Serviette. Auch Hinrichs ist experimentierfreudig. „Meine Bilder entstehen immer zusammen mit Musik. Die Musik gibt die Farbwahl und die Bewegung des Pinsels vor“, erklärt Hinrichs. „Ich habe vorher keine konkrete Idee im Kopf. Ich möchte mir selber eine Geschichte erzählen, die ich noch nicht kenne“, so der Wetteraner Maler.

Die Ambivalenz der beiden sehr unterschiedlichen Stile lockte bereits bei der Eröffnung viele Besucher an, die zudem durch die Musik des Trios „Leilot“ unterhalten wurden. Mit Gitarre, Flöte, Trompete und dreistimmigem Gesang bot das Marburger Trio ein Repertoire von hebräischen und kreolischen Liedern bis hin zu Charts-Interpretationen dar. „Auch so ein Spannungsbogen, der zu dieser Vernissage passt“, dankte Dr. Martina Kepper, Vorsitzende des Trägervereins der Ehemaligen Synagoge. „Wir erleben derzeit genug Spannungen in der Welt und in der Bundespolitik. Da ist es wohltuend, wenn sich die Kunst dieses Themas annimmt und uns lehrt, dass Spannungen lebenswert sind, wenn man sie aushält.“

  • Die ehemalige Synagoge ist in der Straße „An der Stadtmauer“ 29 in Wetter. Öffnungszeiten der Ausstellung sind am 15., 22. und 29. Oktober von 15 bis 17 Uhr.

von Jouka Röhm

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