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Hop over, kleine Fledermaus!

Bundesstraße 252 Hop over, kleine Fledermaus!

Was geht da vor sich? Erst war der Wirtschaftsweg über die neue Brücke befahrbar, jetzt werden noch einmal riesige Fundamente eingebaut. Etwa peinliche Nacharbeiten? Nein, eher sehr interessante Zusatzarbeiten. 

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Der Wirtschaftsweg über „Bauwerk 18“ bei Wetter ist derzeit nicht zu nutzen, weil dort Fundamente für Irritationsschutzzäune gesetzt werden.

Quelle: Nadine Weigel

Wetter. Wer den Bauplan für die neue B 252 eingehend studiert, stößt bei verschiedenen „Bauwerken“ auf kurze Beschreibungen, die aufhorchen lassen. Bauwerk 18 beispielsweise ist nicht einfach nur eine Überführung eines Wirtschaftsweges über die neue Straße. Es ist viel mehr ein „kombiniertes Wege- und Fledermausüberführungsbauwerk“. Und flankiert wird es mit Bauwerk 18a, sogenannten Irritationsschutzzäunen.

Wer soll sich jetzt so irritiert fühlen, dass es dafür eigens Zäune geben muss, die eben gerade die umfangreichen Fundament­arbeiten nötig machen?

Fragen wir doch jemanden, der sich auskennt, wie etwa Claudia Friebertshäuser, Sprecherin von Hessen Mobil, jene Behörde, die sich um den Bau der B-252-Ortsumgehung kümmert.

Und was sagt sie? „Diese sogenannten Irritationsschutzzäune dienen Vögeln, Fledermäusen und Insekten als Überflughilfe. Der Bau dieser Schutzwände erfolgt zeitlich und baulich unabhängig von der Bauwerks­herstellung. Da die Fundamente der Irritationsschutzzäune jedoch in Teilbereichen unter der Fahrbahn des Wirtschaftsweges liegen, wodurch keine ausreichende Restbreite für den öffentlichen Verkehr verbleiben würde, ist dieser infolgedessen momentan bis voraussichtlich Ende März, Anfang April gesperrt.“  Die Zäune werden auf beiden Seiten des Wirtschaftsweges errichtet und laufen dann noch weitere 60 Meter seitlich der Brücke aus. So schließen die Irritationsschutzzäune an die Wildschutzzäune entlang der Trasse an und wirken so für die Fledermäuse wie ein Leitsystem. Diese nehmen dann zum Queren, zum sicheren „Hop over“, einfach die Brücke, die sonst auch Landwirte zu ihren Feldern bringen soll.

Das ist nicht das erste Projekt dieser  Art im Landkreis. Etwa bei der größten Brücke beim Ausbau der Bundesstraße 253 über die Sackpfeife wurde bereits eine solche Schutzwand aufgebaut. Ein genauerer Blick auf die Karte zum Bau der B 252 zeigt übrigens, dass solche Bauten zum Schutz der „fliegenden ­Bevölkerung“ auch an vielen anderen Standorten entstehen.

von Götz Schaub

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