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Gemüse frisch aus dem Garten

Parzellen für Hobby-Gärtner Gemüse frisch aus dem Garten

Dem Gemüse beim Wachsen zuschauen, es hegen und pflegen, dann ernten und frisch genießen. Wer dazu Lust, aber keinen eigenen Garten hat, kann sich einfach einen Saisongarten mieten.

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300 Legehennen und fünf Hähne tummeln sich auf der großen Freifläche rund um den mobilen Stall. Wolfsspitz Bella passt auf sie auf und verdient sich Streicheleinheiten von Dr. Richard Fett. In der Nachbarschaft der Hühnerwiese wird er die Saisongarten-Parzellen vorbereiten.

Quelle: Götz Schaub

Amönau. Landwirt Dr. Richard Fett hat dieser Tage viel zu tun.  Denn er möchte erstmals allen interessierten Menschen aus dem Landkreis auf seinem Hof in Amönau eine Saisongarten-Parzelle anbieten, 40 oder auch 80 Quadratmeter groß und mit unterschiedlichem Gemüse und Salat bestückt.

Diese Parzellen  bereitet er in Kooperation mit der Lebensmittelkette tegut vor. Saisongärten von tegut gibt es in Bayern, Thüringen und Hessen, im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist es in Amönau allerdings der Einzige. Die Ackerfläche liegt ­direkt neben seinem Hof, ist ­also von den Nutzern immer bequem zu erreichen.

Saisongarten auch für Schüler und Kinder

Rund 25 Gemüsekulturen will er anlegen und den Parzellen-Nutzern dann im Mai zur Weiterpflege und natürlich Ernte überlassen. Fett möchte Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst als Gärtner auszuprobieren, viele neue Erfahrungen zu machen. Er lädt insbesondere Familien ein, von dem Angebot Gebrauch zu machen.  Auch Schulklassen oder Kindergartengruppen sind willkommen. Wenn sich solche Gruppen zusammenfinden, sollten sie aber auch an einen genauen Pflegeplan für die Sommerferien denken. „Das ist schon eine Zeit, in der Pflegearbeiten wie das Bewässern wichtig sind“, sagt Fett. Also sollte immer jemand aus der Gruppe da sein.

Jeder, der sich für die Übernahme einer Parzelle entscheidet, bekommt auch ein bisschen Platz für eigene gärtnerische Experimente. Zudem will Fett ein paar Blumen säen, die die Fläche verschönern sollen und auch gerne mitgenommen werden können.

Hintergrund

Wer sich für eine der Garten-Parzellen interessiert, kann sich für weitere Informationen direkt an Dr. Richard Fett wenden. Er bereitet Parzellen in den Größen 40 und 80 Quadratmeter vor. Die Übernahme der Parzellen erfolgt im Mai, jede Parzelle kostet für die gesamte Saison bis zur letzten Ernte im Herbst 130 Euro (40 Quadratmeter) beziehungsweise 240 Euro (80 Quadratmeter). Gartengerätschaften sowie Gießwasser werden gestellt.

„Ich freue mich immer, wenn Menschen auf den Hof kommen und eine Begeisterung für das Arbeiten in und mit der Natur entwickeln“, sagt Richard Fett. Deshalb hat er auch weitere Kooperationen angeboten, etwa mit dem St.-Elisabeth-Verein und der Gesamtschule Wollenbergschule Wetter. Auch ist er daran interessiert, im Rahmen von Austauschprogrammen junge Menschen aus dem Ausland, die sich für Landwirtschaft interessieren, auf seinem Hof für ein Praktikum zu begrüßen.

Als ausgebildeter Landwirt und Diplom-Agraringenieur weiß er, die Arbeit, die ein Hof macht, genau einzuschätzen. Er sieht sich dabei aber nicht als Getriebener, sondern viel mehr als Gestalter. Und das immer im Einklang mit den Richtlinien des Naturland-Verbandes. „Meinen Hof in dieser Form zu betreiben, war eine ganz bewusste Entscheidung“, sagt Fett. Und er geht den Weg konsequent und gerne. So können auch andere Anbieter wie der Biohof Gaus-Staubitz, der regelmäßig auf dem Marburger Wochenmarkt in der Frankfurter Straße verkauft, sich auf die Qualität seiner Öko-Eier verlassen. Oder auch die Bäckerei Junk in Wetter. Seine Arbeit, auch das Angebot der Herrichtung der Saisongärten hat ihm Ende vergangenen Jahres im Rahmen des Wettbewerbs „Bürgerprojekte zum Klimaschutz“ von der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf 500 Euro für die Sachmittelförderung erhalten.  

Landwirt ist tiergerechte  Haltung wichtig

Dr. Richard Fett ist seit Juli­ 2015 Vollerwerbslandwirt. Das war er schon mal bis 1997, als er den landwirtschaftlichen Betrieb noch mit seinem Vater führte. Richtig raus war er aber nie aus diesem Beruf, blieb in der Zwischenzeit immer Nebenerwerbslandwirt. Seit 2010 besitzt er einen Naturland-Betrieb. Und das drückt auch die Philosophie aus, mit der Fett seine Landwirtschaft betreibt. Qualität geht über Quantität. Und ­unter Qualität versteht er ökologisches Anbauen und eine tiergerechte Haltung.

So „wohnen“ seine Hühner in einem fahrbaren Hühnerstall, der auf einer großen Wiese steht, auf der die Hühner nach Herzenslust umhergehen können. Mittendrin sind zum einen zwei Ziegen und zum anderen Bella, ein Wolfsspitz, der sich gut mit den Hühnern verträgt und sie bewacht. Denn Ungemach kann bei dieser Form der Tierhaltung schon einmal von oben drohen, etwa wenn ein hungriger Raubvogel Appetit auf ein Huhn bekommt.

  • Kontakt: Dr. Richard Fett, Wiesengrund 4, 35083 Wetter-Amönau, Telefon: 0 64 23 / 964 944, E-Mail: rfett@gmx.de, Infos zu den Saisongärten gibt es zudem unter www.tegut.com/saisongarten

von Götz Schaub

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