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Ein Alleskönner für Rettungseinsätze

Feuerwehr Ein Alleskönner für Rettungseinsätze

Ein hochmodernes und bestens ausgerüstetes Tanklöschfahrzeug erhält eine Feuerwehr nicht alle Tage. Deshalb wurde die Übergabe des neuen Einsatzfahrzeugs in Wetter gebührend gefeiert.

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Pfarrer Dr. Matthias Franz (vorne links) und Pater Georg Assel (vorne rechts) weihten das neue TLF 4000.Foto: Ina Tannert

Quelle: Ina Tannert

Wetter. Ehrenspalier und Fahrzeugweihe - bei zeremoniellem Flair feierte die Feuerwehr Wetter-Mitte den Einzug ihres neuen „Stars“ im Feuerwehr-Fuhrpark.

Besonders autark ist der neue TLF 4000, der neben zahlreicher neuer Ausrüstung, das benötigte Wasser und weitere Löschmittel mit an Bord führt. Mit 18 Tonnen ist das eindrucksvolle Gefährt das schwerste Fahrzeug der ganzen Stadt und bringt es auf 340 Pferdestärken. Durch einen fest installierten Schaum- und Wasserwerfer kann im Notfall direkt nach dem Eintreffen ein erster Löschangriff erfolgen. Ein weiteres Extra ist die Feuerlöschkreiselpumpe im Heck, die bei voller Leistung bis zu 2400 Liter Wasser pro Minute durch die Schläuche pumpt. Der eingebaute Löschwasserbehälter hat eine Kapazität von 5000 Litern, der zusätzliche Schaummittelbehälter fasst 500 Liter. „Es ist ein rollendes Wasserfass“, sagte Stadtbrandinspektor Stefan Ronzheimer. Zusätzliche mobile Löschgeräte sowie eine Spezialausstattung für Waldbrände und Unwetter-Einsätze gehören mit zur „Rundum-sorglos-Ausstattung“. Ebenso wie ein Lichtmast mit LED-Scheinwerfern, Flutlichtstrahler und weitere Beleuchtung rund um das Fahrzeug.

Dieses sei quasi „die eier­legende Wollmilchsau“ und werde den steigenden Anforderungen im ländlichen Raum sehr gerecht, befand Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka. Gerade weil das Gefährt große Mengen an Wasser mitführt, ist es für die überörtliche Hilfe in wasserarmen Ortschaften von großer Bedeutung. Insbesondere, da in Neubaugebieten zunehmend dünne Rohrleitungen verlegt werden, die der Feuerwehr die Förderung erschweren.

„Das Problem mit der Löschwasserversorgung stellt uns vor große Herausforderungen“, erläuterte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Jörg Fackert, der die Indienststellung des TLF 4000 von einer „leistungsstarken Truppe“ ausdrücklich begrüßte. Die erinnerte an einen langen Weg, der in der Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeugs gipfelte. Einen Antrag stellte die Stadt bereits im Januar 2013. Besonderen Aufwand betrieb die Feuerwehr damals durch die Aufstellung eines umfangreichen Leistungsverzeichnisses, das die Wehr freiwillig übernahm. Penibel wurden sämtliche Anforderungen an ein neues Fahrzeug auf 31 Seiten und in 361 Einzelpositionen festgehalten. „Alles ehrenamtlich erstellt und eine sehr gute Vorarbeit. Das hat dem städtischen Haushalt 8000 Euro gespart“, lobte Ronzheimer.

Der Zuwendungsbescheid vom Land Hessen über 107500 Euro folgte Mitte 2015. Eine Finanzspritze aus der öffentlich-rechtliche Vereinbarung seitens des Landkreises in Höhe von knapp 54000 Euro kam hinzu. Die Stadt Wetter steuerte knapp 200000 Euro bei. Ende Mai diesen Jahres konnte die Truppe ihr 360000 Euro teures Schmuckstück nach Hause holen. Den Unterhalt übernimmt der Landkreis. Der Aufwand habe sich gelohnt, nicht zuletzt zeige der hohe Preis auch „die hohe Wertschätzung für unsere Feuerwehr - hier wurde ein Wert geschaffen, in mehrfacher Hinsicht“, gratulierte Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert.

Das feierte die Wehr ausgiebig und mit kirchlichem Beistand. Drei Kameraden standen während der Zeremonie mit dem Wappen der Feuerwehr Spalier. Pfarrer Dr. Matthias Franz und Pater Georg Assel führten die Fahrzeugweihe gemeinsam durch, segneten Anwesende und Einsatzwagen. „Herr, schütze dieses Fahrzeug und die Menschen darin“, so der Pfarrer. Die Stadtkapelle Wetter begleitete die Weihe musikalisch. Wehrführer Silvio Müller nahm den symbolischen Schlüssel entgegen. Der Fuhrpark besteht insgesamt aus sieben Einsatzfahrzeugen.

Am Samstag folgte ein „Tag der offenen Tür“ mit Vorstellung des Fahrzeugs.

Anlässlich von 25 Dienstjahren wurde Matthias Petri, Wehrführer der Feuerwehr Todenhausen, ausgezeichnet.

von Ina Tannert

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