Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Spanka will einfach mal neu denken

Bürgermeisterwahl in Wetter Spanka will einfach mal neu denken

Im Falle seiner Wiederwahl will Bürgermeister Kai-Uwe Spanka in Wetter einige Dauerthemen zu einer Entscheidung und damit auch zur Umsetzung bringen. Zudem liefert er neue Denkanstöße für die Stadtentwicklung.

Voriger Artikel
Schwerer Unfall zwischen Wetter und Mellnau
Nächster Artikel
Das Parlament will den Vertrag sehen

Im Areal rund um die ehemalige Molkerei sieht Kai-Uwe Spanka ein großes Entwicklungspotenzial für die Stadt. Foto: Götz Schaub

Quelle: Götz Schaub

Wetter. Ein Verkehrskonzept für die Kernstadt geistert schon seit Jahren durch die Köpfe kommunalpolitisch Tätiger in Wetter. Bürgermeister Kai-Uwe Spanka will dieses Thema mit frischen Ideen füttern, die dann zielorientiert diskutiert werden sollen. „Rund um die Lebensmittelmärkte hat sich in Wetter etwas entwickelt. Wie ich meine sehr positiv“, sagt Spanka. Die Geschäftsansiedlungen auf der anderen Seite der Wetschaft seien von dort aus auch leicht fußläufig zu erreichen.

Spanka geht davon aus, dass nach Fertigstellung der B 252 der Verkehr auf der Amönauer Straße zunehmen wird. Die Straße sei dafür aber nicht ausgelegt, zumal sie auch noch an der Grundschule vorbeiführt. Was heißt vorbeiführt? „Ehrlich gesagt durchschneidet sie das Schulgelände, weil die Sporthalle und der Spielplatz der Schule gegenüberliegt.“

Direktanbindung der Märkte könnte Burgwaldschule entlasten

Ziel müsse es sein, den Verkehr möglichst einfach in die Mitte zu führen und Anlieger wie auch insbesondere die Schule nicht mit mehr Verkehr zu belasten. „Wir haben die K 123, die dringend notwendig war und Entlastungen gebracht hat, etwa für die Binge, durch die sich jetzt nicht mehr die schweren Fahrzeuge der Firma Archinal kämpfen müssen, weil es für die Firma einen Anschluss direkt auf die K 123 gibt“, sagt Spanka. Und was liegt da näher als..., ja als, was?. Also wenn man auf dem erweiterten Parkplatz des Aldis steht und über die unbebaute Wiesenfläche Richtung K 123 schaut, kann man sich leicht eine direkte Zubringerstraße vorstellen.

Der Bürgermeister ist sich bewusst, dass die Grünfläche in Wetschaftsnähe aus Sicht des Naturschutzes sicher nicht als unproblematisch angesehen wird. Um möglichst wenig von der Fläche zu nehmen, schlägt er deshalb eine niedrige Überbrückung vor, unter der sich Flora und Fauna wieder breit machen können.

Der Bau dieser Direktanbindung würde dann der Burgwaldschule ganz neue Möglichkeiten bieten. Nämlich die ­Zusammenführung der beiden Schulkomplexe zu einem Schulcampus ohne trennende Straße. Der restliche innerörtliche Verkehr könnte von der Amönauer Straße über die Dörnertsgasse und Christian-Strauch-Straße geführt werden.

So sieht das jedenfalls Spanka und möchte diese Möglichkeit gerne zur Diskussion stellen. Und mehr noch.

Vorschlag: Wetschaftsbrücke baulich verändern

Er will auch die Wetschaftsbrücke in der Bahnhofstraße zur Diskussion stellen. „Hier können wir mehrere Probleme auf einmal angehen. Eine Verbreiterung würde dazu führen, dass auch ein sicherer Gehweg gebaut werden könnte, der auch für Kinderwagen und Rolatoren breit genug ist. Und: Eine Veränderung der Durchläufe erhöhe automatisch die Durchlaufsmenge bei Hochwasser. Erst im vergangenen Monat beim Hochwasser fehlten nur noch wenige Zentimeter bis zum Anschlag. „So etwas muss jetzt diskutiert werden“, meint Spanka.

Es müsse möglich sein, das Für und Wider abzuwägen und sich dann für die beste Lösung im Sinne der Anwohner und des Hochwasserschutzes zu entscheiden. Gerne könne die Brücke so gebaut werden, dass sie ihr historisches Aussehen nicht gänzlich verliert, aber diese Brücke nur aus diesem Grund so erhalten zu wollen, könne­ angesichts der Hochwassergefahr nicht wirklich das Argument sein.

Das dritte Thema, das endlich zu einer Lösung gebracht werden müsse, lautet „Stadthalle“. Da müssen Entscheidungen her, wie es mit dem vorhandenen Gebäude sanierungstechnisch weitergehen soll, beziehungsweise welche Alternativen verfolgt werden sollen.

Wohnungsbau in der zentralen Mitte

Des Weiteren müsse über ein erweitertes Platzangebot im kommunalen Kindergarten „Zwergenland“ entschieden werden. „Ohne die Arche wären wir hier in Wetter aufgeschmissen. Die ist wichtig und richtig. Aber auch der kommunale Kindergarten stößt an seine Grenzen, im Bereich der über Dreijährigen wird es sehr eng“, sagt Spanka.

Und dann gibt es da noch ein Areal, über das man sich auch Gedanken machen sollte. Es liegt auch mitten in der Stadt, um nicht zu sagen in unmittelbarer Nähe zum Geschäftszentrum – die ehemalige Molkerei. Von dem Wohnkomplex ist nicht mehr viel übrig. Alles macht ­einen sehr vernachlässigten bis heruntergekommenen Eindruck. Dabei können die Grundstücke von ihrer Lage her als sehr attraktiv angesehen werden. So oder so, lohne es sich, über die Entwicklung dieses Gebiets zu sprechen. Einem Wohnungsbau in der zentralen Mitte wäre Spanka nicht abgeneigt.

Positiv bewertet Spanka, dass die Kernstadt seit dieser Legislaturperiode einen Ortsbeirat hat und es darüber hinaus auch die Initiative „Wetter ist uns wichtig“ gibt. Das zeige, dass es Bürger gibt, die Interesse daran haben, die Entwicklung der Stadt aktiv mitzugestalten, indem sie sich einbringen. Angesichts der nun vorgestellten Ideen und Themen, dürfte es in den nächsten sechs Jahren nicht langweilig werden.     

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr