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Wenn der Wald mal brennt

Übung in Münchhausen Wenn der Wald mal brennt

Die Feuerwehren der Großgemeinde Münchhausen übten für den Ernstfall diesmal im Wald. Gewusst hatte vorab niemand von der Übung. Dennoch machten die Einsatzkräfte ihre Sache gut.

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Oben: Die Einsatzkräfte befüllten den Wassersack, um Wasser zu den beiden Brandherden leiten zu können. Rechts: Dann wurde gelöscht. Unten: Vor dem Einsatz musste ein Baumhindernis beseitigt werden.

Quelle: Sarah Stolle

Münchhausen. „Ich bin in einem Wald bei Münchhausen. Hier brennt es an zwei Stellen“, meldete Hendrik Engelhard in seinem Notruf an die Zentrale Leitstelle in Marburg. Dass es sich um eine Übung handelt, musste der angehende Förster, der sich im Anwärterjahr befindet, natürlich dazu sagen.

Nachdem von der Leitstelle alle formellen Dinge abgefragt wurden und das Gespräch beendet war, dauerte es nur kurz, bis man die örtliche Sirene hören konnte. Und nach zehn Minuten traf das erste Einsatzfahrzeug am Rettungspunkt im Wald auf dem Christenberg ein. Kurz darauf hörte man weitere Sirenen. Nach und nach wurden es immer mehr Brandschützer, bis schließlich insgesamt zehn Fahrzeuge vor Ort waren, denn nicht nur die Feuerwehren der fünf Münchhäuser Ortsteile wurden alarmiert.

Landwirte könnten im Ernstfall aushelfen

Bei einem so großflächigen Brand war es notwendig, zusätzlich ein Einsatzfahrzeug aus Marburg und eins aus Wetter zu bestellen, um mit der Wasserversorgung nachzukommen. „Das Problem im Sommer ist, dass die Waldbrandgefahr sehr hoch ist. Hinzu kommt, dass mitten im Wald keine Wasserversorgung gewährleistet ist. Wir wollten sehen, ob die Wehren für den Ernstfall gut aufgestellt sind“, berichtet Münchhausens Förster Steffen Hering.

Zusammen mit Gemeindebrandinspektor Bernd Fett und Münchhausens Wehrführer Axel Berghöfer stimmten er und Engelhard sich für die Großgemeindeübung ab. „Münchhausen ist sehr gut aufgestellt, um auch beim Einsatz mitten im Wald genügend Wasser zu haben“, sagte Fett. „In dreien der fünf Ortsteile haben wir Landwirte, die uns im Ernstfall mit einem mit Wasser befüllten Güllefass aushelfen“, so der Gemeindebrandinspektor.

Bewässerung als positiver Nebeneffekt

Bei der Übung am Freitagabend war einer der Landwirte, Armin Schenk aus Simtshausen, zügig vor Ort, um die Feuerwehren zu unterstützen. Als sein Wasser aufgebraucht war, trat er die zehn Kilometer lange Fahrt bis zur nächsten Wasserstelle an, um das 10000-Liter-Fass erneut zu befüllen. Nach 30 Minuten war er wieder an der Einsatzstelle. Das Wasser wurde dann zunächst in einen Wassersack gepumpt, von dem aus es zu den Brandherden geleitet wurde. „Das wird gemacht, damit sichergestellt ist, dass stets genügend Wasser vor Ort ist - auch dann, wenn die Fahrzeuge gerade zur Wiederbefüllung der Wassertanks unterwegs sind“, erklärte Fett.

Am Ende zeigten sich alle Beteiligten zufrieden. „Man hat mal wieder gesehen, wie gut unsere Wehren zusammenarbeiten - nicht nur die Zusammenarbeit der ortsansässigen untereinander, sondern auch die mit Marburg und Wetter funktioniert einwandfrei“ lobte der Gemeindebrandinspektor. „Ich bin froh, dass wir von Hessen Forst sicher sein können, dass auch im Ernstfall schnell Hilfe vor Ort ist“, sagte Hendrik Engelhard. Und auch Förster Steffen Hering zeigte sich zufrieden. „Positiver Nebeneffekt war, dass unsere kleinen Pflänzchen auf den Tannenplantagen bewässert wurden.“

von Sarah Stolle

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