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Wenn der Hund nicht hört, wird es eng

Umsicht beim Gassi gehen Wenn der Hund nicht hört, wird es eng

Es ist nicht immer und ausschließlich der Hundekot auf Gehwegen und Feldwegen, der für Unmut gegen Hundebesitzer sorgt. Einige Besitzer nehmen es auch mit der Anmeldepflicht ihres Tieres nicht so genau.

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Wer seinen Hund frei laufen lässt, sollte sich auch sicher sein, dass er im Fall der Fälle auf Rufen oder Pfeifen hört. Sonst können sich schnell Mitmenschen bedroht fühlen.

Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter

Cölbe. Einen Hund zu haben, ist für viele Menschen das i-Tüpfelchen der Erfüllung im Alltagsleben. Doch ob es nun ein knuddeliges, flauschiges, drahtiges, athletisches oder gemütliches Exemplar ist – das Thema Hund verursacht „auf der Gemeinde“ mitunter viel unnötige Verwaltungsarbeit. Und schuld daran ist nicht wirklich der Hund, sondern sein Besitzer.

Das fängt mit dem Klassiker an, den ständigen Beschwerden anderer Bürger, die sich darüber aufregen, dass attraktive und somit viel genutzte Spazierwege in ihrer Kommune zum Hundeklo umfunktioniert werden und man sich beim eigentlich Entspannung bringenden Spaziergang hoch konzentriert durch allerlei „Tretminen“ durchkämpfen müsse. In schöner Regelmäßigkeit erfolgt dann wieder ein Aufruf im Mitteilungsblatt der Kommune, dass sich Hundehalter doch bitte an gewisse Spielregeln für ein friedliches Miteinander halten sollten.

Nicht ohne Hundesteuermarke

Findige Gemeinden haben für ein eigenes freundliches Entgegenkommen Stationen errichtet, an denen Hundebesitzer bequem kleine Tütchen ziehen können, in die sie die Hinterlassenschaften ihrer Hunde hineintun können, um sie dann geordnet dem Mülleimer zu übergeben und so die Landschaft sauber zu halten. Die Gemeinde Ebsdorfergrund hatte zum Jahresende 2016 einen ganz anderen Aufruf in ihrem Mitteilungsblatt. Dort wurde in der jüngsten Vergangenheit mehrfach festgestellt, dass Hunde, die aus welchen Gründen auch immer aufgefallen waren, keine Hundesteuermarke besaßen, also gar nicht bei der Gemeinde angemeldet waren.

Na, hoffentlich sind sie es jetzt. Denn: Ab diesem Monat werden in Ebsdorfergrund durch die Leiter der Bürgerbüros – das sind die Ortsvorsteher – und die Verwaltung festgestellte Verstöße geahndet. In der Regel haben Neu-Hundebesitzer zwei Wochen Zeit, ihr neues Familienmitglied oder den treuen Wegbegleiter bei der Heimatkommune anzumelden. Das geht vielerorts auch ganz praktisch online. So übrigens auch bei der Gemeinde Ebsdorfergrund. Es soll also keiner behaupten, er habe noch keine Zeit gehabt, auf die Gemeinde zu kommen, weil die Sprechzeiten für ihn so ungünstig liegen würden.

Besitzer haben die Verantwortung für ihre Tiere

In Cölbe herrscht derzeit ein anderes Problem mit Hunden, nein, mit Hundebesitzern vor, das aber auch anderen Kommunen keineswegs fremd ist. „Es wird immer schwierig, wenn Hunde nicht angeleint sind und auf die Rufe oder das Pfeifen ihrer Besitzer nicht hören“, sagt Bürgermeister Volker Carle. Dabei muss es gar nicht darum gehen, dass der nicht hörende Hund Menschen beißen will. Es kann auch das Gegenteil gefährlich werden, etwa, wenn der Hund spielen will und dazu Menschen freudig anspringt. „Hunde können ganz schön was auf die Waage bringen, und wenn dann Personen angesprungen werden, die schmächtig sind oder nicht sicher auf ihren Füßen stehen, können diese auch mal umfallen und sich verletzen“, sagt Carle.

Es komme aber auch vor, dass sich nicht angeleinte Hunde ineinander verbeißen und es für die Besitzer dann schwierig wird, die Hunde auseinander zu bekommen beziehungsweise die Schuldfrage bei Verletzungen der Tiere zu klären. „Wir können das als Gemeinde zum Schutze unserer Bürger nicht ignorieren und appellieren da zunächst an die Einsichtigkeit der Hundehalter. Wenn das nichts bringt, müssen wir einen Wesenstest ansetzen, der gegebenenfalls einen Leinenzwang oder einen Maulkorb für das Tier nach sich zieht“, so Carle.

Er kennt auch Fälle, dass die Hundehalter schlicht nicht in der Lage waren, die bestimmende Bezugsperson des Hundes zu sein. „Wenn dann ein Hund seinen Instinkten folgt, ist das nicht die Schuld des Hundes, sondern des Besitzers“, legt sich Carle fest. Er sieht also die Besitzer in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass von ihren Tieren keine Gefahr ausgehen kann.

Fachliteratur und Hundeschulen bieten Hilfe

„Ich bin Hunden gegenüber positiv eingestellt, bin selbst mit drei Hunden aufgewachsen. Hunde sind wichtig für den Menschen und bewirken viel Positives“, macht Carle deutlich. Aber im Sinne der allgemeinen Sicherheit würde er auch nicht zögern, Menschen, die mit ihrem Hund nicht fertig werden, dieses Tier zu entziehen. Dies nicht auch zuletzt zum Wohle des Hundes.

Hundebesitzer, die jetzt noch Nachholbedarf in der Hundeerziehung für sich erkannt haben, müssen sich damit keinesfalls alleine gelassen fühlen. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es mehrere Hundeschulen, die man konsultieren kann und deren Angebote im Internet leicht zu finden sind. Zudem gibt es auch umfangreiche und anschauliche Fachliteratur zum Thema Hundeerziehung.

von Götz Schaub

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