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Wenn Wassermassen in Keller drängen

Schutz vor Starkregen Wenn Wassermassen in Keller drängen

Es soll ja nun Sommer werden, also mit Sonnenschein und so, doch die nächsten Gewitter werden sicher auch kommen. Und damit auch die Angst, einmal Überflutungsopfer zu werden. So wie zuletzt die Besitzer von 14 Gebäuden in Oberndorf.

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Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (Bildmitte) verschaffte sich in Oberndorf selbst ein Bild von den Schäden.

Quelle: Tobias Hirsch

Oberndorf. Was Oberndorf am Donnerstag, 2. Juni, erlebte, kann letztendlich überall passieren: Enormer Starkregen setzt in Sekunden Straßen unter Wasser, die Kanalisation stößt an ihre Kapazitätsgrenzen, Wasser schwappt in die Gärten und Höfe, dringt in die Kellerräume ein und verursacht hohen materiellen Schaden.

„Wir reden hier in der Tat von binnen kürzester Zeit entstehenden lokal sehr begrenzten Überschwemmungen oder Überflutungen, nicht von einem Hochwasser, das sich durch lang anhaltenen Regen entwickelt“, sagt Wetters Stadtbrandinspektor Stefan Ronzheimer. Zur Hochwasserbekämpfung wurden denn  auch und werden noch immer Regenrückhaltebecken gebaut. Gegen unberechenbare Naturgewalten wie Starkregen helfen diese Einrichtungen nicht weiter. Aus Sicht eines Feuerwehrmannes ist es für Ronzheimer wichtig, dann wenigstens über gute und ausreichende Ausrüstung  sowie „Manpower“ – gleich welchen Geschlechts – zu verfügen, um schnell Hilfe leisten zu können. Das klappte beim Einsatz in Oberndorf nach Ansicht von Ronzheimer sehr gut. 64 Feuerwehrleute aus Warzenbach, Oberndorf, Treisbach Wetter-Mitte sowie auch aus Amönau, Todenhausen und Niederwetter waren mit elf Fahrzeugen im Einsatz. Mit Wassersaugern wurden die Gebäude nach Dringlichkeit abgearbeitet.

Ansiedlungen sollen maximal geschützt werden

Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka will nun ausloten, welche Möglichkeiten es gibt, Ansiedlungen maximal zu schützen. „Den perfekten Schutz gegen Naturgewalten gibt es ganz sicher nicht. Es muss aber unser Ziel sein, alles dafür zu tun, um ein solches Schadensereignis wie wir es in Oberndorf nun schon zum zweiten Mal erlebt haben, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu minimieren. Dazu müssen wir natürlich diese Möglichkeiten erste einmal kennen. Vielleicht ergeben sich Handlungsansätze nach einer eingehenderen Betrachtung der topografischen Lage unserer Dörfer.“ Deshalb will der Magistrat ein Planungsbüro beauftragen, sich mit diesem Thema eingehender zu befassen. Spanka hatte den Bürgern in Oberndorf zugesagt, in dieser Richtung tätig werden zu wollen.

Oberndorf ist nicht der einzige Ort, den es so empfindlich erwischte. Im Juni 2010 sorgte ein ordentlicher Platzregen nach einer längeren Regenperiode für Schlammüberflutungen in Ebsdorfergrund-Roßberg. In Wittelsberg erwischte es obendrein die Grundschule. Am 1. Mai 2014 sorgte ein Unwetter in Simtshausen für vollgelaufene Keller. Wie auch schon Ende Mai 2008. Das Unwetter hing damals direkt über Simtshausen, während man wenige Kilometer weiter, etwa in Oberrosphe, einen gemütlichen Abend im freien verbringen konnte. Unvergessen aufgrund seiner Heftigkeit ist auch das Unwetter im September 2006 in Steffenberg und Angelburg mit hohem Sachschaden durch Überschwemmungen.

von Götz Schaub

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