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Weichenstellung für einen Discounter

Bürgeln Weichenstellung für einen Discounter

Nach dem Startschuss für das langersehnte Neubaugebiet in Bürgeln nimmt nun auch das zweite gewünschte Projekt, die Ansiedelung eines Nahversorgers, wieder an Fahrt auf.

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Die Zuhörer verfolgten die Debatte um die Ansiedelung eines Norma-Marktes am Ortsrand von Bürgeln. Die Unterstützung des Parlaments wurde mit Applaus quittiert.

Quelle: Heiko Krause

Cölbe. Der erste Schritt für ein Nahversorgungszentrum in Bürgeln ist gemacht. Die Gemeindevertretung stimmte in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich für den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages und eines Durchführungsvertrages mit der Lebensmittelhandelsgesellschaft Norma

Wie wichtig den Menschen das Thema ist, zeigte der gute Besuch der Sitzung. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, zum Großteil aus Bürgeln, aber auch aus Betziesdorf, füllten die Zuschauerränge, die sonst nur spärlich besetzt sind, bis auf den letzten Platz.

Bürgermeister Volker Carle (parteilos) verwies darauf, dass mit dem Nahversorgungszentrum der Wille der Bürgelner umgesetzt werden solle. Er erinnerte daran, dass er als Befürworter eines kleinen Dorfladens seinerzeit auch Kritik einstecken musste.

Nun sei dieser aber vom Tisch. Die Kosten der Planung und Erschließung werde nun der Vorhabenträger tragen, so Carle. Bevor ein Bebauungsplan beschlossen werden könne, müsse das Regierungspräsidium jedoch noch einem Abweichungsantrag zustimmen, denn ein derartiges Zentrum sei derzeit im Raumordnungsplan nicht vorgesehen. Der Vertrag beinhaltet neben einem Lebensmittelmarkt neben dem Bürgerhaus auch Raum für zwei oder drei Fachmärkte, beispielsweise eine Drogerie könnte dort angesiedelt werden, sowie ein Ärztehaus mit Apotheke. Mehrere Mediziner in der Gemeinde hätten bereits Interesse angekündigt, heißt es in der Vorlage.

Während die meisten Gemeindevertreter das Zentrum begrüßten, gab es aus Reihen der Grünen Kritik. Gisela Nagel-Rotarius hob hervor, dass nicht alle Mitglieder ihrer Fraktion zustimmen könnten, weil es generelle Bedenken gegen einen Discounter gebe. Zuvor hatte ihr Fraktionskollege Jörg Block seine Zustimmung signalisiert. Er spreche allerdings nicht für die anderen Grünen. Auch er habe Bedenken, befürworte aber das Konzept mit Fachmärkten und Ärzten.

„Und dieser Wunsch der Menschen wird hoffentlich nicht wirtschaftlichen Interessen zum Opfer fallen“. Er wisse, dass der Bebauungsplan frühestens Ende 2014 beschlossen werde, so Block.

Nagel-Rotarius verwies darauf, dass Discounter durch ihre Preispolitik großen Druck auf Erzeuger ausübten. Zudem würden durch Norma sicher keine regionalen Produkte angeboten. Eine große Sorge bestehe darin, dass die Konkurrenz für das kleine Geschäft in Schönstadt und den REWE-Markt in Cölbe zu groß werde. Aus letzterem sei bereits zu vernehmen gewesen, dass Arbeitsplätze abgebaut werden müssten.

Und die Gemeinde habe gar nichts von der Ansiedlung. Im Gegensatz zu den anderen Märkten zahle das süddeutsche Unternehmen nämlich hier keine Gewerbesteuer, so Nagel-Rotarius.

Werner Bodenbender (Bürgerliste) hob dagegen hervor, dass Norma ein durchaus zuverlässiger Partner sei. Und Dr. Jens Ried (CDU) betonte, dass das neue Zentrum die Kaufpreisbindung erhöhe, was gut für die Gemeinde sei. Zuletzt verwies Eckhard Heym (SPD) darauf, dass die Menschen ehedem dort einkauften, wo sie das bekämen was sie wollten. Und so würden weiterhin Bürger nach Cölbe, Marburg oder in andere Orte fahren.

Bei allen zustimmenden Äußerungen der Gemeindevertreter gab es von den Zuschauern großen Applaus, während Nagel-Rotarius teilweise Gelächter geerntet hatte. Der Antrag des Gemeindevorstands wurde letztendlich bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen angenommen.

von Heiko Krause

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