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Wasserkraft als ergänzende Alternative

Experte im Energie-Ausschuss Lahntal Wasserkraft als ergänzende Alternative

An einem Fluss zu liegen, garantiert einer Kommune noch lange nicht unbegrenzte Möglichkeiten zur Nutzung von Wasserkraft.

Sterzhausen. Die Steinhoff Energieanlagen GmbH mit Sitz im Taunus hat sich zum Ziel gesetzt, bestehende kleine Wasserkraftanlagen zu modernisieren und neue Standorte für kleine Wasserkraftanlagen zu erschließen. Im Landkreis ist die Firma bereits dreimal aktiv gewesen, und zwar jeweils in Lahntals Nachbargemeinde Dautphetal. Zum einen reaktivierte sie die Wasserkraftanlage Wilhelmshütte, zum anderen den Wasserkraftstandort Dammhammer jeweils mit der Installation einer als fischfreundlich geltenden Wasserkraftschnecke. Die Wasserkraftanlage Neumühle in Friedensdorf wurde 2009 modernisiert, unter anderem durch den Einbau einer Kaplanturbine in den zweiten existierenden Turbinenschacht. Des Weiteren erfolgte dort die Installation eines neuen Rechens als Fischschutz. Die Lahntaler hatten sich auf Einladung Steinhoffs die Anlage Dammhammer besichtigt. Dr. Claus Opper, Vorsitzender des Energie- und Umweltausschusses Lahntal, lud Steinhoff daraufhin in eine Ausschuss-Sitzung ein, um sich weitergehend über das Thema informieren zu lassen.

So nahm Dr. Ronald Steinhoff die Einladung des Ausschusses zum Anlass, über die Grundidee der Wasserkraft und ihre moderne Entwicklung zu referieren. Dabei wollten die Ausschussmitglieder und 20 weitere Interessierte auch wissen, ob sich diese Form der Energiegewinnung in Lahntal etablieren lässt. Ins Auge fallende Standorte hatte Steinhoff indessen in Lahntal so weit es die Gemeinde betreffen könnte, noch nicht ausgemacht. Er erwähnte lediglich, dass in Caldern Wasserkraft gewerblich genutzt werde. Dann nannte er noch mögliche Standorte in der Umgebung, so bei Cölbe an der Lahn und bei Niederwetter an der Wetschaft. Auch als Verfechter, Planer und Erbauer von Wasserkraftanlagen, machte Steinhoff deutlich, dass „Wasserkraft“ mitunter von der Öffentlichkeit unterschätzt werde, aber in Relation zur Energiewende in Deutschland tatsächlich nur ein kleiner Beitrag von vielen sein könne. Und doch würde sich dieser Beitrag lohnen, zumal sich die Technik weiterentwickelt habe und modernen Ansprüchen etwa fischfreundlich zu sein, auch gerecht werde. So gibt es mittlerweile das so genannte „bewegliche Krafthaus“, eine rund 20 Meter lange Anlage, die komplett unter Wasser liegt.

Insgesamt gibt es in Deutschland 7300 Wasserkraftanlagen. „Das zeigt, dass wir Potenzial haben und nutzen können“, sagte Steinhoff. Die Wasserkraftanlage Wilhelmshütte erzielt ein Ergebnis, das ausreicht rund 70 Drei-Personen-Haushalte mit regenerativem Strom zu versorgen. Die Jahresenergie entspricht 240000 Kilowattstunden.

Und weiter führte Steinhoff aus: „Wasser ist eine unerschöpfliche Energiequelle. Sie ist im Unterschied zu den fossilen Brennstoffen Kohle, Öl, Gas und Uran auch immer vorhanden.“ Die Nutzung der Wasserkraft in Zusammenspiel mit einem fortschrittlichen und hocheffizienten Fischschutzkonzept habe eine Zukunft zu erwarten, so der Experte.

von Götz Schaub

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