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„Wasser marsch!“ gegen die Hitze

Feuerwehr „Wasser marsch!“ gegen die Hitze

Vor allem die kleinen Besucher hatten am Samstag ihren Spaß: Sie nutzten das heiße Wetter und die Löschwasservorräte der Wehren. Den Einsatzabteilungen dagegen wurde es ganz schön heiß bei den Schauübungen

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Die Münchhäuser Einsatzkräfte demonstrierten, wie man mit Schere und Spreizer ein Unfallopfer befreit.

Quelle: Martina Koelschtzky

Simtshausen. „Wir wollen den Bürgern zeigen, was wir tun, denn nur wenn wir uns präsentieren, können wir sicherstellen, dass wir auch genug Aktive für den Ernstfall haben“, erklärte Münchhausens Gemeindebrandinspektor Bernd Berghöfer. Derzeit kann er sich über 15 Nachwuchs-Feuerwehrleute freuen, die am Feuerwehr­gerätehaus in Simtshausen mit einem Schauwettkampf den Anfang machten.

Wegen der großen Hitze durfte der Nachwuchs ohne Jacken und mit hochgekrempelten Hosen antreten. Mit großer Ernsthaftigkeit und in Windeseile bereiteten die Nachwuchskräfte einen Brandangriff vor, öffneten den Hydranten, schlossen die Pumpe an, legten drei Rohre aus.

Anschließend sorgten vor allem die kleinen Besucher dafür, dass das Wasser aus dem Löschwasserbecken sich meist in der Luft befand: Eine Menge Eimer und die beiden historischen Handpumpen ließen die Kinder den ganzen Nachmittag nicht trocken werden. Auch in der Hüpfburg ging es hoch her und bei dem Angebot für alle Besucher, selbst einmal mit einem Feuerlöscher einen Brand zu löschen, waren die Kinder mit Eifer dabei. Die erwachsenen Besucher fanden schattige Plätzchen, um sich mit Kaffee und Kuchen oder Bratwurst und einem kühlen Bier zu stärken, das die Simtshäuser für sie bereithielten.

Volle Montur trotz Hitze

Den Einsatzabteilungen der Ortsteilwehren wurde es dagegen zeitweise sehr warm, denn natürlich traten sie in voller Montur zu den Schauübungen an. Münchhausen und Oberasphe simulierten einen Unfalleinsatz und schnitten ein „Unfallopfer“ aus einem Pkw, der von einem Schlepper gerammt worden war. Die Wehren aus Simtshausen und Niederasphe zeigten einen Brandeinsatz am Gerätehaus, das als imaginärer Brandherd diente.

Auch historisches Gerät gab es zu besichtigen: Eine Feuerspritze von 1866 war ebenso zu bewundern wie der „Allgeier“-Schlepper von 1950 mit der ehemaligen Feuerspritze, die Simtshausen 1935 bekam, „als zweite Wehr im Landkreis, nur Sarnau hatte schon früher eine Motorspritze“, berichtete Simtshausens Wehrführer Dennis Koch. Ein DKW-Zwei-Takt-Motor trieb das damals hochmoderne Gerät an, 1000 Liter förderte die Pumpe. Die kleinen Besucher waren aber mehr von dem wunderschön restaurierten Allgeier-Zugschlepper angetan, dessen Fahrersitz jederzeit von mindestens zwei Kindern besetzt war.

Dämmerschoppen zum Ausklang

Der stellvertretende Simtshäuser Wehrführer Stefan Block stellte den Besuchern Rauchmelder vor, die jetzt auch in jedem Privathaushalt Pflicht werden. Auch die verschiedenen Feuerlöschertypen und ihre Benutzung stellte er vor. „Steht ein A drauf, ist er für feste Stoffe, B für flüssige, C für gasförmige und F für Fett.“ Die meisten Haushaltsfeuerlöscher seien ABC-Löscher, Block stellte, auch CO2-Löscher vor, die die Werksfeuerwehr von Conti ausgeliehen hatte. „Sie sind nicht nur sehr effektiv, sondern man richtet auch am wenigsten Schaden an. Weder liegt hinterher überall das Pulver herum, noch wird etwas nass“, erklärte er, warum diese Löscher beispielsweise für Computerräume wichtig sind.

Nach so viel Aktion klang der Abend in einem wohlverdienten Dämmerschoppen am Gerätehaus aus.

von Martina Koelschtzky

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