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Wasser bis über die Gummistiefel

Flut in Oberndorf Wasser bis über die Gummistiefel

Als Anne Rösser, Anwohnerin der Straße Am Hofacker, gestern Nachmittag in ihr Haus ging, lief ein dünnes braunes Rinnsal Regenwasser über den Hof. Einen Kaffee später war daraus eine Überflutung geworden.

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Auf der Ortsstraße in Oberndorf stand das Wasser zeitweise bis zu 40 Zentimeter hoch. Feuerwehrleute aus den Wetteraner Stadtteilen pumpten das Wasser ab.

Quelle: Tobias Hirsch

Oberndorf. „Das ging wirklich schnell - ich hatte gerade eine Tasse Kaffee getrunken, und dann stand mein zuvor noch weitgehend trockener Hof unter Wasser.“ So berichtete Anne Rösser gestern gegen Abend, das Schlimmste war zu diesem Zeitpunkt schon überstanden. „Wir haben das Tor aufgemacht, so konnte alles in Richtung Wiese abfließen“, erzählte sie und demonstrierte anhand der unversiegelten Böden in den alten Ställen und im Keller des Fachwerkhauses, dass das Wasser schon weitgehend wieder versickert war. „Zum Glück ist das nicht vergangene Woche passiert“, erklärte die Oberndorferin lachend, „da habe ich meinen 60. Geburtstag gefeiert mit 250 Leuten - nicht auszudenken, wenn das Wasser dann hier über den Hof gekommen wäre.“

Es begann am Donnerstagnachmittag mit einem kleinen Rinnsal, aus dem ganz plötzlich eine Überflutung wurde.

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So entspannt wie Anne Rösser blieben gestern die meisten Oberndorfer, auch, wenn es manchen härter traf. Tatkräftige Feuerwehrleute aus den Stadtteilen schaufelten die Gräben und Abflüsse frei, damit das Wasser sich wieder seinen Weg suchen konnte.

Was in den Kellern stand, wurde abgepumpt - die Oberndorfer wischten und schrubbten dabei mit vereinten Kräften. „Das ist nicht das erste Mal“, sagte Sonja Werner, Anwohnerin der Straße Am Harzacker, seufzend und rang den Putzlappen aus. „2012 gab‘s das schon mal, da hatten wir noch viel mehr Schlamm dabei, das hier geht ja noch“, erklärte sie angesichts der durchweg nassen Böden im Untergeschoss ihres Hauses recht gefasst.

Die Überschwemmung brachte Schmutz und Geröll mit sich - beides bahnte sich überwiegend über Straßen und durch Gräben seinen Weg, blieb dort zumindest teilweise hängen, während das Wasser in die Keller lief. Einsatzleiter Stefan Ronzheimer, Stadtbrandinspektor von Wetter, war erleichtert, dass es nicht noch schlimmer gekommen war: „Wäre dies in einer Zeit passiert, in der die Felder nicht grün und bewachsen sind, dann hätten wir hier eine echte Schlammlawine gehabt“, sagte er über die Flut, die vom Wollenberg hinab ins Dorf gekommen war.

von Carina Becker

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