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Warten auf den ersten Peitschenknall

Grenzegang Wetter Warten auf den ersten Peitschenknall

Am kommenden Mittwoch ist die Wartezeit endlich vorbei: Zum zehnten Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird das Grenzegangfest in Wetter gefeiert.

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Bürgermeister Kai-Uwe Spanka an der Spitze der Grenzgänger – ein Bild, das sich auch diesmal wiederholen kann.Archivfoto

Wetter. Vom 5. bis 11. August ist die Stadt Wetter wieder im Ausnahmezustand. Die Ortsdurchfahrt ist gesperrt, etliche Besucher werden zum alle sieben Jahre stattfindenden Großereignis erwartet. Die Vorbereitungen laufen seit Monaten auf Hochtouren, alle Beteiligten warten auf den Startschuss für das größte Fest der Stadt.

Die hat sich merklich herausputzt, die Wege entlang der Grenze sind freigeschnitten und die Frühstücksplätze hergerichtet, die Grenzsteine sind in tadellosem Zustand und natürlich am richtigen Fleck. Das historische Untertor, das alle sieben Jahre aufgebaut wird, grüßt schon seit Wochen wieder und weist auf das Fest hin.

Bei den Theaterleuten steigt die Anspannung. Denn sie sind es, die das Fest mit ihrem traditionellen Grenzegangsstück „Wetteranus est“, auch bekannt als „Das Vogelbärbchen“, nach dem Totengedenken und dem Festgottesdienst in der katholischen St.-Bonifatius-Kirche so richtig eröffnen werden. Dreimal wird der Theaterverein das während des 30-jährigen Krieges spielende Stück auf dem Marktplatz präsentieren: am Mittwoch, Donnerstag und Sonntag, jeweils um 21 Uhr.

Herzstück des Festes sind natürlich daneben die beiden Wanderungen entlang der Stadtgrenzen mit den Grenzläufern an der Spitze. Dazu heißt es früh aufzustehen, denn um 6 Uhr ist Treffpunkt.

An den Grenzsteinen wird, der Tradition folgend, jeweils Halt gemacht. Um die Standfestigkeit der Grenzsteine zu überprüfen, wurde in früheren Zeiten ein Schultheiß oder ein Ratsschöffe auf den Stein gestellt; daraus entstand das heutige „Auf-den-Stein-Heben“. Aufgerufen und von den Läufern auf den Stein gehoben zu werden, ist auch heute noch eine Ehre. So werden am Freitag am ersten Stein in der Krümme vom Bürgermeister über die Ehrengäste bis hin zum einfachen Bürger Teilnehmer des Grenzegangs zu diesem Zweck aufgerufen. Weitere markante Grenzsteine sind der Amönauer, auf dem Frühstücksplatz, Sterzhäuser, Goßfeldener und der Niederwettersche Stein. Am Samstag werden am „Todenhäuser Stein“ nach dem Verlesen des „Weistums von Wetter“ unter anderem der Ortsvorsteher von Todenhausen aufgerufen, sich an den Stein zu begeben. Gehoben wird auch am Mellnauer und Oberrospher Grenzstein, auf dem Frühstücksplatz und zuletzt wieder am Niederwetterschen Stein. Mit einem Fanfarensignal lassen die Läufer die Aufgerufenen dreimal „hochleben“. Anschließend geben die so Geehrten einen kleinen Beitrag an die Stadtkasse für die Kosten des Festes und ein Trinkgeld an die Läufer.

Den gemütlichen Teil der Festtage begleiten an allen Tagen im Festzelt eine Reihe von Bands, die für junge wie alte Musikfreunde das Richtige im Programm haben werden. Und am Sonntag gibt der historische Festzug in der Innenstadt einen Einblick in die Geschichte der Stadt und des Grenzegangfestes. Auch wenn daran heute garantiert noch niemand denken will: Das Ende, das Begraben des Festes, kommt auch diesmal unausweichlich - am Dienstag.

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