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Wald bei Cölbe steht in „Flammen“

Waldbrandübung Wald bei Cölbe steht in „Flammen“

Alarmsirenen schreckten viele Menschen der Gemeinde Cölbe am Sonntag aus der Sonntagsruhe. Grund: Die Feuerwehren bekämpften einen „Waldbrand“.

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Feuerwehrmann Patrick Damian bearbeitet den "brennenden" Waldboden mit einer Feuerklatsche.

Quelle: Foto: Nadine Weigel

Reddehausen. Meterhoher Rauch im Unterholz, Verletzte irren durch den Qualm, rufen hustend um Hilfe: Einige Spaziergänger sind doch etwas irritiert ob des Szenarios, das sich ihnen im Wald bei Reddehausen bietet. Feuerwehrfahrzeuge rasen die Waldwege entlang, Sanitäter tragen verletzte Jugendliche durchs Gebüsch.

Doch Angst muss an diesem sonnigen Sonntagmorgen niemand haben, es handelt sich nicht um einen Notfall, sondern lediglich um eine Großübung der Cölber Feuerwehren. Das Szenario: Im Wald hat sich ein Flächenbrand von rund 2.000 Quadratmetern entwickelt, zehn Jugendliche einer Nabu-Ortsgruppe werden vermisst. „Die müssen wir jetzt suchen“, sagt Feuerwehrmann Werner Krug und stapft mit weiteren Kameraden durchs Unterholz.

Ein Junge ist auf einen Hochsitz geflüchtet, Feuerwehrmänner retten ihn mit einer Leiter. Andere Jugendliche sind nicht mehr ansprechbar, sie werden mit „Rauchgasvergiftung“ zu den Rettungsfahrzeugen getragen, wo sie von Sanitätern versorgt werden.

Zeitgleich wenige Kilometer entfernt auf dem Schönstadter Flugplatz: Guido Barth startet seine Cessna 182. Mit dem Leichtflugzeug umkreist er den „brennenden“ Wald, meldet regelmäßig in welchem Gebiet er Rauch entdeckt. „Die Überwachung aus der Luft ist vor allem für die technische Einsatzleitung sehr sinnvoll, da man von oben viel besser das Ausmaß des Schadens erkennen kann“, erklärt Cölbes ­Gemeindebrandinspektor Volker Vincon. Er koordiniert mit Kameraden am Boden die Übung. Zum ersten Mal wurde auch der Kurhessische Verein für Luftfahrt miteinbezogen. Vincon ist zufrieden mit dem Verlauf der Übung: Alle Jugendlichen sind „gerettet“, der vermeintliche „Waldbrand“ gelöscht.

„Es wurde natürlich nicht wirklich etwas angezündet, das wäre bei der Trockenheit zu gefährlich“, gibt Kreisbrandinspektor Lars Schäfer Entwarnung. Stattdessen sorgen Rauchbomben für annähernd realistische Bedingungen. Momentan sei in Hessen noch keine Waldbrandalarmstufe ausgerufen worden, obwohl es sehr trocken sei. Das liege vor allem daran, weil das Baumgrün so frisch einschieße, dass die Brandgefahr dadurch herabgesetzt werde, so Schäfer.

Im Wald gibt es kein Löschwasser für die Feuerwehr, deshalb wird auch ein Landwirt in die Übung miteinbezogen: Sein Güllefass wird am Löschteich in Reddehausen mit Wasser befüllt und dann zum „Löschen des Waldbrandes“ genutzt.

Mehr als 50 Einsatzkräfte sind an der Übung beteiligt. „Es hat ganz gut geklappt, wir werden den Verlauf auswerten, damit wir auch für den Ernstfall bestmöglich gewappnet sind“, betont Gemeindebrandinspektor Volker Vincon.

von Nadine Weigel

 

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